Details

Denn die Nacht bringt das Meer. Nordsee-Thriller


Denn die Nacht bringt das Meer. Nordsee-Thriller


Originalausgabe

von: Veronika Bicker

5,99 €

Verlag: Acabus
Format: PDF
Veröffentl.: 01.09.2017
ISBN/EAN: 9783862825011
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 276

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Ein Leuchtturm an der Nordsee - hier versucht Marit, ihrem Alltag zu entfliehen. Doch nachts rauben nicht nur der tosende Sturm und die um den Turm peitschenden Wellen ihr den Schlaf. Sie fühlt sich beobachtet, als würde jemand in dem alten Gemäuer herumschleichen. Auch werden in ihr düstere Erinnerungen wach. Vor Jahren wäre ihre Tochter Janna hier beinahe ertrunken.
Im Dorf trifft sie auf kauzige Küstenbewohner, die von Geistern und Meermännern sprechen. Marit steht vor einem Rätsel: Was hat es mit den vielen ertrunkenen Kindern an diesem Ort auf sich? Warum fuhr Janna damals ganz allein aufs Meer hinaus?
Und dann kommt erneut ein junges Mädchen zu Tode …
Veronika Bicker, geboren 1978, begann schon in ihrer Schulzeit, Kurzgeschichten und Romane zu schreiben. Während ihres Ökologie-Studiums veröffentlichte sie mehrere Kurzgeschichten in Anthologien und widmet sich seit Abschluss des Studiums ganz dem Schreiben. Ihr Jugendthriller "Schmetterlingsschatten" erschien 2008 bei Arena, die Trilogie "Optimum" 2012/13 bei Egmont INK. "Denn die Nacht bringt das Meer" ist ihr erster Mysterythriller. Die ungebändigte Nordsee übte schon immer eine geheimnisvolle Faszination auf die Autorin aus. Bei ihren regelmäßigen Reisen an die norddeutsche Küste kam ihr der naheliegende Gedanke an Geister im Wattenmeer.
Veronika Bicker lebt mit ihrer Familie in Stolberg, NRW.
Leseprobe aus Kapitel Drei - In der Nacht

Wach.
Marit hatte keine Ahnung, wie spät es war, aber sie konnte noch nicht besonders lange geschlafen haben. Kein Licht fiel durch die Fenster herein und die Luft roch nach Schlaf und Dunkelheit. Ihr Körper fühlte sich steif an, trotz der warmen Bettdecke fröstelte sie ein wenig. War es das, was sie geweckt hatte, die Kälte? Nun, sie konnte sich eine weitere Decke aus dem Kleiderschrank holen. Marit schaltete die Nachttischlampe ein, schlug ihre Bettdecke zurück und fröstelte noch mehr in der kühlen Luft. Sie zögerte, ihre bloßen Füße auf die kalten Bohlen zu setzen, doch es war ihr ja nicht geholfen, wenn sie hier frierend im Bett sitzen blieb. Also wappnete sie sich gegen den Schock und stand auf.
Der Fußboden war eisig, viel kälter, als er hätte sein dürfen. Schließlich handelte es sich um Holz und laut des Besitzers war alles frisch gedämmt worden. Außerdem lief die Heizung. Zumindest hoffte Marit das, sie hatte sie vorhin eigenhändig angestellt. Mit zusammengebissenen Zähnen lief sie über die Bohlen zum Kleiderschrank, öffnete ihn und zog ihre alte Fleecedecke heraus, die ihr schon in so mancher kalten Nacht gute Dienste geleistet hatte. Gerade wollte sie sich umdrehen und zum Bett zurückgehen, als sie etwas hörte.
Marit blieb stocksteif stehen, als hätte die Kälte sie eingefroren, und lauschte. Nichts. Oder? Dann wiederholte sich das Geräusch, ein leichtes Knarren, wie von jemandem, der leise über einen Holzfußboden lief. Es kam nicht aus dem Schlafzimmer, sondern von weiter unten, vielleicht aus dem Büro oder sogar der Küche.
Unsinn. Das bildest du dir ein. Erstens gibt es unten gar keine alten Bohlen, die knarren könnten, zweitens kann niemand ins Haus kommen. Du hast die Tür abgeschlossen.
Leider halfen solche Gedanken nicht. Zu oft hatte sie von Einbrüchen gehört, die in scheinbar sicheren Wohnungen vorgefallen waren. Marit biss die Zähne zusammen, hielt still und lauschte. Gleichzeitig fragte sie sich, wo sie ihr Handy hingelegt hatte. Wenn sie nun die Polizei rufen musste? Siedend heiß fiel ihr ein, dass sie es nach dem Ausschalten auf dem Esstisch deponiert hatte. Woher hätte sie denn auch wissen sollen, dass sie es brauchen könnte?
Das Knarren wiederholte sich nicht, aber vielleicht ging es auch in dem Geräusch des Windes unter, der jetzt lauter um den Turm brauste. Trotzdem wagte Marit nicht, sich zu rühren. Waren das Stimmen, die sie hörte, oder spielte ihr der Wind einen Streich?
Nein, keine Stimmen, beschloss sie. Das war albern. Sie war viel zu alt, um sich vor Geräuschen in der Nacht zu fürchten. Vermutlich hatte sie nur etwas schwache Nerven, weil es seit langer Zeit die erste Nacht war, die sie allein in einem Haus verbrachte. Wahrscheinlich war es am besten, wenn sie ihr Handy heraufholte und es wieder anschaltete. Natürlich würde sie es nicht brauchen, aber sie wusste, dass sie sich dann sicherer fühlen würde.
Marit holte tief Luft, warf die Fleecedecke auf ihr Bett und eilte entschlossen zur Treppe. Die Stufen waren aus Metall und womöglich noch kälter unter ihren Füßen als der Holzfußboden. Sie ließ sich nicht abschrecken, eilte die drei Stockwerke hinunter und versuchte, nicht darüber nachzudenken, was sie dort unten vielleicht erwarten würde.
Tatsächlich war dort - gar nichts. Das Esszimmer lag still und dunkel da, nur der Umriss des Handys hob sich als leichte Erhebung vom Tisch ab. Erleichtert eilte Marit hinüber, schnappte das Telefon und drehte sich wieder zur Treppe um.
Etwas bewegte sich. Es war nur ein Huschen am Rande ihres Blickfeldes, doch es reichte, um Marits Herz auf einmal bis in den Hals schlagen zu lassen. Sie wirbelte herum, das Handy erhoben, als wäre es eine Art Waffe. Nichts. Natürlich nichts. Einer der Vorhänge vor den großen Fenstern wehte leicht im Luftzug.

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