Inhaltsverzeichnis
Unterwegs mit Ralf Nestmeyer
Präambel
Impressum
Was haben Sie entdeckt?
Vielen Dank für Tipps und Briefe
Orientiert in London
Stadt und Stadtviertel
Sightseeing-Klassiker
Sightseeing-Alternativen
Essen gehen
Ausgehen
Shopping
Wege durch London
Tour 1
City of London
Tour 2
Strand, Fleet Street und Holborn
Tour 3
Clerkenwell
Tour 4
Bloomsbury
Tour 5
Camden Town und Primrose Hill
Tour 6
Hampstead
Tour 7
Marylebone
Tour 8
Soho und Covent Garden
Tour 9
Mayfair und St James’s
Tour 10
Westminster
Tour 11
Chelsea
Tour 12
Kensington
Tour 13
Notting Hill
Tour 14
Southwark
Tour 15
Lambeth und South Bank
Tour 16
East End
Tour 17
Docklands
Tour 18
Greenwich
Ausflüge in die Umgebung
Windsor und Windsor Castle
Kew Gardens
Hampton Court Palace
Richmond
Nachlesen &Nachschlagen
Stadtgeschichte
Wirtschaft und Politik
Modern British - die neue englische Küche
Kultur- und Nachtleben
Pubs, Bars und Cafés
Clubs
Livemusik
Veranstaltungskalender
Literaturtipps
London mit Kindern
London (fast) umsonst
Anreise
Unterwegs in London
Übernachten
London von A bis Z
London Kompakt
Museen
Restaurants
Shopping
Kleines Speiselexikon
Zusatzkarten und Pläne
Index
Alles im Kasten
Raben gut, alles gut
Die „Bewohner“ des Towers
Oliver Twist auf dem Smithfield Market
Intellektuelles Bloomsbury
Harry-Potter-Filmkulissen: Platform 9 ¾ und Co.
Raub oder Kauf?
Camden Market
Mister Goldfinger
Im Reich des Todes: Highgate Cemetery
Little Venice
Wachsfigurenpropaganda
Chinatown
Blackballing
King’s Road - Laufsteg modischer Provokationen
The Iron Duke
Harrods: eine Londoner Institution
Notting Hill Carnival
Wenn der Doktor mit der Säge kommt
Ein Mann namens Jack the Ripper
Graffiti und Street Art
Auf der Suche nach dem Längengrad
Sechs Frauen und ein Mann
Der Große Brand
Die Weltausstellung von 1851
The Blitz und Baedeker Raids
Multikulturelles London
„Last orders, please!“ - Londoner Pubkultur
Swinging London, Punk und New Wave
Schaltpläne für den Untergrund
Über den Dächern von London
Versicherung gegen Regen
Kartenverzeichnis
City
Strand
Clerkenwell
Bloomsbury
Camden
Hampstead
Marylebone
Soho/Covent Garden
Mayfair und StJames's
Westminster
Chelsea
Kensington
Notting Hill
Southwark
Lambeth
East End
Greenwich
Übernachten In London
Legende
London Underground
Der Postal Code
Umgebung von London
London
Unterwegs mit Ralf Nestmeyer
Ralf Nestmeyer ist Historiker und lebt seit 1995 als freier Autor in Nürnberg. Er hat nicht nur zahlreiche Reiseführer für den Michael Müller Verlag (»Südengland«, »Cornwall & Devon«, etc.) geschrieben, sondern auch einen Kriminalroman (»Roter Lavendel«) sowie mehrere Sachbücher, so beispielsweise »Hotelwelten« (Reclam Verlag).
Schlechte Schulnoten können durchaus das weitere Leben beeinflussen - dies kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Denn ich gehörte zu jenen Jugendlichen, die von ihren Eltern wegen mangelnder Englischkenntnisse zu einer Sprachreise „verpflichtet wurden“. Vier Wochen Südengland waren der Lohn dafür, dass mir nicht nur die erfüllbaren und nichterfüllbaren Bedingungen von If-Sätzen ein Mysterium geblieben waren. Auch wenn ich rückblickend befürchte, dass sich mir die Feinheiten der englischen Grammatik in jenem August 1978 noch immer nicht erschlossen hatten, so hat diese Englandreise, zu der auch ein dreitägiger London-Aufenthalt gehörte, meine Begeisterung für die englische Lebensart geweckt. Eine Leidenschaft, die ihren Niederschlag nicht nur in zahlreichen Reisen nach England fand, sondern die schließlich auch in einen London-Reiseführer mündete. Seither habe ich das Vergnügen, auf der Suche nach neuen Trends sowie hippen Restaurants und Shops regelmäßig durch London zu streifen. Und jedes Mal bin ich überrascht, in welch kurzer Zeit sich die Themsemetropole neu erfindet, ohne dabei aber ihre ehrwürdigen Traditionen zu verleugnen. Als ich zuletzt vom Primrose Hill fasziniert auf die Londoner Skyline blickte, habe ich mich gefragt, was wohl aus mir geworden wäre, wenn ich im Englischunterricht besser aufgepasst hätte ...
Viel Spaß an der Themse!
Präambel
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Grünes Blatt: Mit dem grünen Blatt haben unsere Autoren Betriebe hervorgehoben, die sich bemühen, regionalen und nachhaltig erzeugten Produkten den Vorzug zu geben.
Impressum
Fotoverzeichnis
Alle Fotos Ralf Nestmeyer außer: Florian Meister S. 31
(Hinweis: Die Seitenzahlen beziehen sich auf das gedruckte Buch).
Text und Recherche: Ralf Nestmeyer | Lektorat: Sabine Senftleben, Überarbeitung: Nikola Braun, Anja Elser, Ute Fuchs | Redaktion: Annette Melber | Layout: Christiane Bauer | Karten: Hans-Joachim Bode, Torsten Böhm, Theresa Flenger, Hana Gundel, Judit Ladik, Gábor Sztrecska | Covergestaltung: Karl Serwotka | Covermotive: vorne: Underground, Piccadilly Circus © INTERFOTO / Danita Delimont / Peter Adams, hinten: Die Londoner City im steten Wandel © Ralf Nestmeyer
Die in diesem Reisebuch enthaltenen Informationen wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt und von ihm und dem Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Dennoch sind, wie wir im Sinne des Produkthaftungsrechts betonen müssen, inhaltliche Fehler nicht mit letzter Gewissheit auszuschließen. Daher erfolgen die Angaben ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie der Autoren bzw. des Verlags. Autoren und Verlag übernehmen keinerlei Verantwortung bzw. Haftung für mögliche Unstimmigkeiten. Wir bitten um Verständnis und sind jederzeit für Anregungen und Verbesserungsvorschläge dankbar.
ISBN Print: 978-3-95654-432-3
ISBN ePub: 978-3-95654-514-6
© Copyright Michael Müller Verlag GmbH, Erlangen 2000-2017.
Alle Rechte vorbehalten.
Alle Angaben ohne Gewähr. Druck: Westermann Druck Zwickau GmbH.
11. komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage 2017
Was haben Sie entdeckt?
Haben Sie ein besonderes Restaurant, ein neues Museum oder ein nettes Hotel entdeckt? Wenn Sie Ergänzungen, Verbesserungen oder Tipps zum Buch haben, lassen Sie es uns gerne wissen! Schreiben Sie an: Ralf Nestmayer, Stichwort „London“ |
c/o Michael Müller Verlag GmbH | Gerberei 19, D - 91054 Erlangen |
ralf.nestmeyer@michael-mueller-verlag.de
Vielen Dank für Tipps und Briefe
Christina Aue, Reiner Bahr, Karin Bäuerle, Elizabeth Bayer, Anna Katharina Benz, Monika Berkholz, Judith Bertermann, Elsbeth Bieder, Isabel Birk, Susanne Blache, Gabriele und Daniel Bögli-Pfannes, Monia Boiro, Ralf Bomhauer, Martina Borgschulze, Dr. Franz-Hermann Brand, Georges Bremgartner, Ulrich Brückmann, Michael Bussmann, Dr. Jürgen Capell, Susanne Casimir, Christian Colli, Ekkehart Czysch, Burcu Demirci, Ekkehart Czysch, Kathrin Domeyer, Vilo Engels, B. Englmann, Elisabeth Erbach, Martin und Christine Erdelmeier, Othmar von Ettingshausen, Christine Fellinger, Dietmar Fey, Eberhard Fohrer, Sabine Freiwald, Detlef Garte, Jürgen Gauert, Regina Geißler, Carola Gerber, Katrin Giese, Veit Gilles, Dr. Thomas Glaser, Yves Goergen, Vanessa Grabe, Harald Gruhl, Dr. Christiane Haas, Nicole Hagen, Astrid Heckel, Alexa Honervogt, Maria Hilgert, Sarah Hofer, Marie-Luise Hoppert, Sandy Hotowetz, Monika und Anton Huber, Thomas Jäckle, Jochen Kahlo, B. Kajewicz, Susanna Kallisch, Mona Kern-Schürmann, Dr. Michael Kliem, Dagmar Kögel, Prof Dr. Koepp, Anita Koller-Fenk, Daniel Kracher, Ellen Kray, Helmut Kunz, Markus Maier, M. Kühbach, Charlotte Kugler, Kristin Lechneitner-Androschin, Petra Leibeck, Elke Leip, Frank Lennart, Sabine Löchner, Pascal Martin, Sonja McGough, Heike Meyburg, Barbara Müller, Dr. Jürgen Müller, Sabine Münchow, Werner Münz, Inge Mugler, Barbara Nanoff-Schediwy, Michael Netzer, Michaela Oberle, Heike Pätzold, Alexandra Panchenko, Eva Pitsch-Schweikert, Catherine Ponath, Holger Preutkowski, Heinz Rapp, Anne Räuchle, Thorsten Rass, Ulrike Reck-Obert, Silvia Reimer, Michael Reiner, Reinhard Riedel, Prof. Dr. Gerhard Reister, Dr. Tilman Rieß, Luise Ringler, Martin Ristl, Holger Rößner, Jan-Christoph Rülke, Eva Saurugg, Wolfgang Scharfenberger, Siegfried Scharkowski, Alexander Scharnagl, Barbara Schedding, Kay Schiemann, Charlotte Schlang, Christian Schleyer, Marcus X. Schmid, Susanne Schmid, Renate Schmiedl, Alexandra Schmidt, Karin Schmidt-Mattern, Jörg Schüttler, Petra Schuster, Richard Schrepfer, Monika Seidl, Regina Sihler, Andrea Singer, Katharina Slodczyk, C. Smotzek, Dr. Gisbert Soballa, Manuela Stadter, Daniel Steffen, Olaf Storbeck, Luise Strauch, Ulrike Strauss, Dr. Gerd J. Strube, Nikos Theodorakopoulos, Oliver Treubel, Gabi Tröger, Wilfried Wäschenfelder, Stefanie Wardow, Noémi Weber, Andreas Weck, Oliver Wedlich, Georg Wittmann, Martin Wörner, Eva Wybierek, Gregor Zemp, Monika Zender-Windeck und Annette Zimmermann.
Orientiert in London
Stadt und Stadtviertel
London ist die größte Stadt Europas. Was aber nicht bedeutet, dass die Orientierung vor Ort schwerfallen muss. Die touristischen Highlights konzentrieren sich auf die Innenstadt und sind mit der Tube schnell und unkompliziert zu erreichen. Vom Tower im Osten zur Westminster Abbey im Westen ist man weniger als eine halbe Stunde unterwegs.
Mit der Tube, der Londoner U-Bahn, lässt sich so ziemlich jede Ecke der Stadt in relativ kurzer Zeit erreichen. Einen Linienplan finden Sie im Kapitel Zusatzkarten und Pläne.
Great, Greater, London ...
Londons Ausmaße sind gigantisch. Greater London mit seinen über 8 Millionen Einwohnern weist einen Durchmesser von rund 50 Kilometern auf und erstreckt sich vom Bezirk Enfield im Norden bis nach Croydon im Süden, in westöstlicher Richtung vom Flughafen Heathrow bis zum Vorort Upminster. Ein Grund für die gewaltige Ausdehnung der Stadt ist unter anderem, dass auf der Wunschliste fast aller Briten ein eigenes Haus mit Garten steht ... Ringförmig umschlossen wird der Großraum London von der 188 Kilometer langen Autobahn M25 (London Orbital), die für ihre Staus berüchtigt ist. Es gibt Londoner, die sich stolz rühmen, diesen magischen Zirkel niemals verlassen zu haben.
Jede Ecke Londons hat ihren eigenen unverwechselbaren Charakter - gerade das macht den Reiz der englischen Metropole aus. Besucher sollten sich vielleicht vom Londoner Schriftsteller und Drehbuchautor Hanif Kureishi inspirieren lassen: „London kam mir vor wie ein Haus mit fünftausend verschiedenen Zimmern; der ganze Reiz lag darin, zu entdecken, wie die Zimmer untereinander verbunden waren, und sie allmählich alle zu durchlaufen.“
Ein Fluss, zwei Welten?
Wie ein breites Band schlängelt sich die Themse durch London und teilt die Stadt in zwei Hälften, in Nordufer (North Bank) und Südufer (South Bank). Bereits die Römer ließen sich am Nordufer der Themse nieder und gründeten Londinium. Auch den Normannen und allen englischen Königen diente das nördliche Ufer als Machtzentrum, hier findet man Tower, Westminster Abbey und Saint Paul’s Cathedral. Und das Herz der Londoner Finanzwelt schlägt hier ebenfalls seit Jahrhunderten.
Das Südufer der Themse, die South Bank, hatte lange Zeit einen eher schlechten Ruf. Hier standen die zur Zeit des Puritanismus als lasterhaft geltenden Theater, an die heute noch der Nachbau des Globe-Theaters erinnert. Städtebaulich ist das Südufer lange Zeit vernachlässigt worden, erst durch die Eröffnung der Tate Gallery of Modern Art oder den Bau des gläsernen Shard-Wolkenkratzers zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde es aufgewertet. Auch das London-Eye-Riesenrad ist hier zu finden, von dem aus man den wohl eindrucksvollsten Blick auf die Themse genießen kann.
Lange Zeit führte mit der London Bridge nur eine einzige Brücke über den Fluss, erst im Industriezeitalter kamen weitere Brücken hinzu, so die viel besungene Waterloo Bridge oder die Tower Bridge, die schnell zum Wahrzeichen der Stadt aufstieg. Zuletzt entstand die filigrane Millennium Bridge. Und im Osten der Docklands führt seit 2012 mit der Emirates Air Line sogar eine Seilbahn über den Fluss. Die vielen Brücken und andere am Wasser gelegene Wahrzeichen der Stadt betrachtet man am besten während einer Bootstour, beispielsweise von Westminster bis hinunter nach Greenwich.
City, Boroughs und Stadtteile
Das historische, wirtschaftliche und geografische Zentrum der Stadt ist der Bezirk City of London. Er besitzt aus historischen Gründen noch heute einen politischen und verwaltungstechnischen Sonderstatus. Um ihn herum gruppieren sich die übrigen 32 Stadtbezirke, die so genannten Boroughs, die man in Inner und Outer London unterteilt. Sie setzen sich jeweils aus mehreren Stadtteilen zusammen. Touristisch relevant sind lediglich einige Stadtteile aus den Inner London Boroughs.
Wer noch nie da war, für den sind die City und der Bezirk Westminster mit Stadtteilen wie Soho und Covent Garden natürlich Pflicht. Aber auch das ehedem berüchtigte East End wird immer attraktiver, und das verhältnismäßig unbekannte Viertel Primrose Hill lohnt ebenfalls einen Besuch. In der City of London sind die St Paul’s Cathedral und der Tower die touristischen Highlights, Kensington lockt mit dem Hyde Park und seiner Museumsvielfalt, und im alternativ-bunten Stadtteil Camden Town muss man sich einmal durch den Camden Market treiben lassen.
Natur pur
Durch rund 1700 Parks, die im Großraum London zu finden sind, herrscht kein Mangel an Natur in der Hauptstadt. Mehr als 80 Quadratkilometer von Greater London sind als Grünflächen ausgewiesen. Die Ausdehnung mancher Parks ist beeindruckend und rührt daher, dass sie aus königlichen Jagdgründen hervorgingen, wie beispielsweise der berühmte Hyde Park oder auch der Richmond Park. In London finden sich aber auch zahlreiche kleinere lauschige Plätze wie der Berkeley Square oder der Chelsea Physic Garden mit seinen Heilpflanzen. Auch die gestalterische Vielfalt ist verblüffend: Unweit der akkurat gestutzten Mustergültigkeit des Regent’s Park kann man sich in der nordumbrischen Wildnis von Hampstead Heath vergnügen.
Orientiert in London
Sightseeing-Klassiker
Tower, Tate und Madame Tussauds - das sind die Klassiker an der Themse. Je nach persönlichen Vorlieben kann man London von Highlight zu Highlight erkunden. Selbstverständlich gilt: Man muss sich nicht für jeden touristischen Hotspot interessieren.
UNESCO-Welterbe
Mit dem Tower of London, mit Westminster Abbey und Westminster Palace, dem maritimen Greenwich sowie den botanischen Gärten Kew Gardens besitzt London vier Kulturdenkmäler, die von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurden.
Im Museumsrausch
British Museum: Das kulturhistorisch bedeutendste Museum Großbritanniens lockt mit seiner geradezu unüberschaubaren Vielfalt an archäologischen und ethnographischen Schätzen, allen voran den Elgin Marbles und dem Rosetta Stone, mit dessen Hilfe es gelang, die Hieroglyphen zu entziffern. Wer will, kann hier ganze Tage verbringen. → Tour 4
Tate Gallery of Modern Art: ein Muss für alle Freunde moderner Kunst! Die in einem ehemaligen Kraftwerk untergebrachte Tate Modern gilt als „Kathedrale der modernen Kunst“. → Tour 14
National Gallery: eines der meistbesuchten Museen der Welt! Zum Fundus der National Gallery gehören mehr als 2000 Gemälde aus der Zeit vom Spätmittelalter bis 1900. Egal ob Dürer, Breughel, Renoir oder Picasso - alle sind hier vertreten. → Tour 9
Museum of London: Das größte stadtgeschichtliche Museum der Welt ermuntert zu einem so kurzweiligen wie gelehrsamen Spaziergang durch die Historie Londons, zudem gibt es immer wieder interessante Sonderausstellungen. → Tour 1
Flanieren und Amüsieren
Soho und Chinatown: Soho ist ein ungebrochen beliebter Treffpunkt im Londoner Nachtleben. Doch aufgrund seiner hippen Geschäfte und stylischen Restaurants ist der Stadtteil zu allen Tageszeiten viel besucht. Im Süden Sohos öffnet sich Londons Chinatown mit ihren Restaurants als eine eigene Welt, die man durch drei mit viel Gold und Rot dekorierte Torbögen betritt. Am westlichen Rand von Soho lockt mit der Regent Street eine der prunkvollsten Einkaufsstraßen Londons, in der die großen Ketten alles feilbieten, was das Herz begehrt. → Tour 8

City of London
: Bekannt als europäisches Finanzzentrum wird die Londoner City von Wolkenkratzern dominiert, aber auch der Tower und St Paul’s Cathedral sind hier zu entdecken - am Wochenende ruhen Börse & Co., und dann herrscht fast Friedhofsruhe. → Tour 1
Für Royalisten und Schlossliebhaber
Tower of London: Der Tower ist nicht nur die am besten erhaltene mittelalterliche Festung Großbritanniens, sondern bis heute ein mystischer Ort - Kronjuwelen inklusive. → Tour 1
Buckingham Palace: Wenn die königliche Standarte weht, dann ist die Queen zu Hause. Der königliche Palast mit seinen 600 Räumen ist allerdings nur zwei Monate im Jahr für das Publikum geöffnet. → Tour 10
Windsor Castle: Ein Ausflug nach Windsor gehört zum Pflichtprogramm aller Royalisten. Der Round Tower, die State Apartments und die St George’s Chapel besitzen viel historisches Flair.
Grünes London
Hyde Park: Was wäre London ohne seinen Hyde Park? Die grüne Lunge im Herzen der Themsemetropole eignet sich zum Joggen, Spazierengehen oder Picknicken. → Tour 12
Regent’s Park: Die größte und schönste Londoner Gartenanlage wird von prächtigen Wohnpalästen eingerahmt. Im nordöstlichen Teil findet sich der Londoner Zoo. → Tour 7

Kew Gardens: Mit ihren riesigen viktorianischen Gewächshäusern und der weltweit größten Orchideensammlung sind die königlichen Gärten zu jeder Jahreszeit ein reizvolles Ziel für Gartenliebhaber.
Kirche und Kommerz
Westminster Abbey: Wie kein anderes Bauwerk erinnert das altehrwürdige Gotteshaus an die Königshäuser und den Glanz der englischen Nation. Bis auf wenige Ausnahmen wurden hier alle englischen Könige und Königinnen gekrönt. Mehr als hundert Mitglieder des englischen Königshauses liegen zudem in der Abbey begraben. → Tour 10
St Paul’s Cathedral: Viele Jahrhunderte dominierte die Kuppel der Kathedrale die Londoner Stadtsilhouette, doch inzwischen wird sie von den gläsernen Bürotürmen mehr und mehr eingezwängt. → Tour 1
London Eye: 30 Minuten dauert die Reise mit dem 135 Meter hohen Riesenrad, wobei sich immer wieder herrliche Panoramablicke über die Themsemetropole bieten. → Tour 15
Madame Tussauds: Die Marketingmaschine läuft, und so zieht das berühmteste Wachsfigurenkabinett der Welt mit seinen Nachbildungen berühmter Persönlichkeiten die Massen weiter in Scharen an. → Tour 7
Orientiert in London
Sightseeing-Alternativen
Glücklicherweise besitzt London mehr Sights als die üblichen Verdächtigen Tower, Tate oder Madame Tussauds. Die Themsemetropole hat abseits der Haupttouristenpfade viele unbekanntere Ecken und Sehenswürdigkeiten zu bieten, etwa den Highgate Cemetery oder das Museum of London Docklands.
Eintritt frei!
Der Besuch des Museum of London Docklands sowie der des National Maritime Museum in Greenwich ist kostenlos.
Versteckte Museen
Dickens House: In Charles Dickens ehemaligem Wohnhaus wird nicht nur an Englands Lieblingsschriftsteller erinnert, sondern auch die Atmosphäre des viktorianischen Zeitalters eindringlich heraufbeschworen. Neben einer umfangreichen Dickens-Bibliothek sind vor allem Portraits, Fotos, Manuskripte, Briefe und weitere Gegenstände aus Dickens persönlichem Besitz zu sehen. → Tour 4
Museum of London Docklands: Etwas abseits in einem ehemaligen georgianischen Zuckerspeicher gelegen, erinnert dieses Museum eindrucksvoll daran, dass die Themse jahrtausendelang die wichtigste Verkehrs- und Lebensader der Stadt war. Vom Alltag der Dockarbeiter bis zur Sklaverei spannt sich der Bogen der faszinierenden Dauerausstellung. → Tour 17
Cabinet War Rooms: In diesen im Originalzustand erhaltenen Bunkerräumen koordinierte Winston Churchill im Zweiten Weltkrieg den Kampf gegen Hitler. Der Besucher kann mit einer Audioguide-Tour die ehemaligen „Kabinettsräume“ samt dem berühmten Kartenraum erkunden, Churchills Schlafzimmer inklusive. → Tour 10
Quirlige Märkte
Camden Market: Der Camden Market ist Londons buntester Straßenmarkt. Am Wochenende stöbern fast eine halbe Million Menschen nach den neuesten Modetrends, und der gesamte Stadtteil vibriert. → Tour 5
Portobello Market: Die Marktstände auf der Portobello Road in Notting Hill locken vor allem freitags und samstags massenhaft Besucher an, wenn der Schwerpunkt auf Antiquitäten liegt. Es gibt zwar viel Ramsch, doch lässt sich durchaus auch das eine oder andere Schnäppchen machen. → Tour 13
Out and about
Greenwich: Durch seine Königliche Sternwarte und den Nullmeridian ist Greenwich gewissermaßen zum Nabel der Welt geworden. Besonders lohnend ist eine Bootsfahrt auf der Themse nach Greenwich. Dort spaziert man dann durch den Greenwich Park zum Observatorium hinauf. Das Old Royal Naval College und das National Maritime Museum erinnern an die glorreichen Zeiten der englischen Seefahrt, zudem liegt mit der „Cutty Sark“ der wohl schönste Teeklipper des 19. Jahrhunderts auf einem Trockendock. → Tour 18
Thames Path: Ein Spaziergang am Südufer der Themse ist eine der schönsten Möglichkeiten, die Stadt zu erkunden. Ungestört vom Autoverkehr, bietet der Weg tolle Blicke auf den Fluss und die Londoner Skyline, zudem kommt man direkt an der Tate Modern vorbei, so dass man ein wenig Kunstluft schnuppern kann. → Touren 14/15
Hampstead Heath: Nur ein paar Tube-Stationen vom Zentrum entfernt findet man in Hampstead eine riesige Grünanlage mit Weihern, Grashügeln und kleinem Wald, selbst drei Badeseen gibt es. Man will gar nicht glauben, wie ländlich London sein kann. Schon John Constable hat hier seine Staffelei aufgestellt. Sehenswert ist dort auch das kostenlos zu besichtigende Kenwood House, ein neoklassizistisches Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, das von einem herrlichen Park umgeben ist und mit einer Gemäldesammlung lockt. → Tour 6
Highgate Cemetery: Ein Spaziergang über den berühmtesten Friedhof Londons ist ein stimmungsvolles Erlebnis. Die alten Steingrabmäler sind mit Efeu und Farnen überzogen, schmale Pfade schlängeln sich durch die Anlage. Immer wieder stößt man auf beeindruckende Mausoleen und Katakomben. Die meisten Besucher wollen das monumentale Grabmal von Karl Marx sehen, aber auch George Eliot und Herbert Spencer haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. → Tour 6
Szeneviertel
East End: Jack the Ripper treibt hier schon lange nicht mehr sein Unwesen, stattdessen hat sich das East End zusammen mit den angrenzenden Stadtteilen Shoreditch und Hoxton zu einem der beliebtesten Londoner Szeneviertel gemausert. Es gibt noch immer alte Fabrikhallen, verwilderte Grundstücke, viel Graffiti und den Brick Lane Market, aber die Gentrifizierung ist in vollem Gange. Fast wöchentlich eröffnen neue Clubs und coole Bars, denn durch die hohen Mietpreise werden die alten Geschäfte und die zumeist aus Bangladesch stammenden Immigranten verdrängt. → Tour 16
Clerkenwell: Der lebendige Stadtteil mit zahlreichen Architekturbüros und Werbeagenturen liegt nördlich der City of London. Aufgrund der günstigen Mieten und der vorteilhaften Nähe zur Innenstadt richteten sich hier Künstler ihre Ateliers ein, Galerien und Szenekneipen folgten nach. Inzwischen wohnen hier aber auch Banker in schicken Lofts und genießen die Nähe zum lebendigen Exmouth Market. → Tour 3
Orientiert in London
Essen gehen
In London kann man sich auf eine kulinarische Weltreise begeben: Von Italienisch über Thailändisch und Türkisch bis hin zu den allgegenwärtigen Indern gibt es kaum ein Nation, die nicht in Form von Lokalen an der Themse vertreten ist. Selbstverständlich kredenzen Restaurants auch die klassische englische Küche, die heute meist unter der Bezeichnung „Modern British“ serviert wird.
Mehr zur neuen englischen Küche
Ausführliche Restaurantbeschreibungen befinden sich am Ende jeder Tour
Eine Liste aller Restaurants finden Sie hier
Mehr als Fish & Chips
London hat sich längst vom kulinarischen Entwicklungsland zum gastronomischen Trendsetter gemausert. Nicht nur wegen Jamie Olivers nimmermüden Bemühungen ist das Vorurteil, die englische Küche sei ungenießbar, längst widerlegt. Die traditionelle englische Küche hat erhebliche Fortschritte gemacht. Jenseits von „Steak and Kidney Pie“ bietet innovative Kochkunst unter dem Namen „Modern British“ heute so manchen Gaumenkitzel: In puristischem Ambiente werden traditionelle Gerichte mit mediterraner Leichtigkeit und internationaler Nouvelle Cuisine kombiniert. Das Ergebnis sind dann auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftige Kreationen, beispielsweise gebratenes Knochenmark auf Vollkornbrot mit Petersiliensalat, Lammherzen mit Kohlrüben oder ein lauwarmer Schweinskopfsalat ...
Dafür, dass sich die englische Küche so verändert hat, ist auch die kulturelle Vielfalt der Hauptstadt verantwortlich: Unter den mehr als 6000 Londoner Restaurants finden sich zahlreiche indische, chinesische, karibische, afrikanische und thailändische Lokale, deren Küchen im Geschmack der Londoner Spuren hinterlassen haben. Inzwischen gilt nicht mehr Fish & Chips, sondern Chicken Tikka Masala als Lieblingsgericht der Londoner. Und die Londoner lieben nicht einfach nur indische Currygerichte, sie lieben vor allem scharfe indische Currygerichte. Es gibt da richtige Hardcore-Fans, die, wenn bei den anderen Tischgenossen der Mund bereits in Flammen steht und der Schweiß in großen Perlen von der Stirn tropft, nur müde lächelnd fragen: „You think that’s spicy?“
Eating out
Prinzipiell kann man in London zu jeder Tageszeit essen gehen. Abends empfiehlt sich bei den angesagtesten Restaurants eine rechtzeitige Tischreservierung. Auf der Speisekarte an der Eingangstür sind die Preise inklusive Mehrwertsteuer (VAT) verzeichnet. In manchen Lokalen wird auf der Rechnung automatisch noch eine Service Charge von 10 bis 15 % erhoben. Ist dies nicht der Fall, erwartet das Personal ein Trinkgeld (tip) von gleicher Höhe. Andere wiederum berechnen eine Cover Charge von £ 1 oder £ 2, man bezahlt also für Gedeck, Brot, Butter usw. Interessant zu wissen ist, dass es auch ein paar Restaurants gibt, die keine Lizenz für den Ausschank von alkoholischen Getränken besitzen.
Übrigens wird nicht nur in Restaurants, sondern auch in den zahlreichen Londoner Pubs meist eine ansprechende Küche geboten.
Schnelle Küche für zwischendurch
Es gibt keine andere Stadt in Europa, in der Schnellrestaurants so stark verbreitet sind wie in London. Die Rede ist hier allerdings nicht von McDonald’s & Co, sondern von Unternehmen, die sich der japanischen, indischen oder italienischen Küche verschrieben haben und mit einem oft sehr ansprechenden gastronomischen Konzept um Gäste werben. Die derzeit beliebtesten Restaurantketten sind Wagamama, Bill’s, Aubaine, Brasserie Blanc, Giraffe, Nando’s, Itsu, Yo! Sushi, Kulu Kulu, busaba eathai, Thai Square, The Real Greek oder Jamie’s Italien, Spaghetti House, Carluccio’s, Ask und Pizza Express.
Gegen den kleinen Hunger zwischendurch helfen Sandwichbars wie beispielsweise Pret-a-manger, EAT. oder Benjy’s mit frisch zubereiteten Häppchen ein - das ganze täglich frisch; was am Abend nicht verkauft ist, wird an Suppenküchen und Obdachlose verschenkt. Wer sparen will, bestellt „take-away“, denn dann wird auf die kalten Speisen keine Mehrwertsteuer erhoben.
Selbstversorger können sich zudem mit leckeren Häppchen und exotischen Delikatessen bei Marks & Spencer Simply Food oder einem anderen Foodstore eindecken. Wer Lust auf einen Café verspürt, findet an fast jeder Londoner Straßenecke einen der allgegenwärtigen Coffeeshops wie Starbucks, Costa oder Caffè Nero.
5 Tipps für 5 Abende
The Churchill Arms: Ein uriger Pub in Notting Hill mit vielen Churchill-Devotionalien und leckerem Thaiessen. → Tour 13
St John: Englische Küche auf hohem Niveau in Clerkenwell, getreu dem Motto from nose to tail. → Tour 3
Nopi: Kochbuchautor Yotam Ottolenghi bittet in Soho zu Tisch - auf den kommen mediterrane und asiatische Gerichte. → Tour 8
Masala Zone: Authentische indische Küche in modernem Ambiente in Soho. → Tour 8
Fifteen: Fernsehkoch Jamie Oliver führt dieses italienische Restaurant als Sozialprojekt für benachteiligte Jugendliche im East End. → Tour 16
Orientiert in London
Ausgehen
Egal, ob Szeneclub im East End, Theater oder Musical im West End, Konzert oder Kino im Art-déco-Ambiente oder einfach ein Pint in gemütlicher Runde im Pub - die Möglichkeiten zur Abendgestaltung sind in London mehr als vielfältig.
Alle Clubs, Pubs und Bars sowie Theater- und Musicalbühnen finden Sie im Kapitel Kultur- und Nachtleben
Soho und andere Szeneviertel
Soho ist der Klassiker im Londoner Nachtleben. Hier finden sich angesagte Clubs und Pubs, darunter auch Privatclubs wie das Soho House, zu denen nur Mitglieder Zugang haben. In der Old Crompton Street und ihrer Nebenstraße schlägt das Herz der Gay Community, bei Ronnie Scott’s geben die Stars der Jazz-Szene Konzerte, und am frühen Morgen treffen sich die Nachtschwärmer in der rund um die Uhr geöffneten Bar Italia in der Frith Street.
Neben Soho gibt es aber auch noch weitere Viertel, in denen man sich abends einfach durch die Straßen treiben lassen und dabei coole Clubs entdecken kann, zum Beispiel im East End, in Shoreditch, Hoxton, Notting Hill oder Clerkenwell, wo in den letzten Jahren zahlreiche neue Locations eröffnet wurden.
Pubs, Clubs und Megadiscos
Pubs gehören zu London wie die roten Doppeldeckerbusse - die Pub-Kultur ist legendär. Dementsprechend reicht das Spektrum von historischen Pubs wie dem The Princess Louise über Gastro-Pubs bis hin zu coolen Pubs mit DJ. Nach der Arbeit oder am Wochenende trifft man sich hier bei entspannter, geselliger Atmosphäre mit Freunden zum Essen oder einfach nur auf ein Pint. Auch Fußball- oder Rugbyspiele kann man sich in vielen Pubs gemeinsam ansehen.
Wer will, kann sich in einer der Megadiscos wie dem Home, dem Ministry of Sound oder der Fabric die Nacht um die Ohren schlagen. Im Home wird auf mehreren Etagen jeweils eine andere Musikrichtung gespielt, so dass jeder den passenden Sound findet. Zu den beliebtesten Clubs und Bars der Stadt zählen der Notting Hill Arts Club sowie das 93 Feet East oder die Big Chill Bar im East End.
Bühnen im West End
Neben dem New Yorker Broadway gilt das Londoner West End als Zentrum des modernen Musicals, und für viele Reisende ist der Besuch eines der vielen West-End-Theater fester Bestandteil im Abendprogramm eines London-Trips. Die gebotene Palette reicht von Rockmusicals wie „Jesus Christ Superstar“ über Musicals der 1980er-Jahre („Cats“, „Starlight Express“, „Phantom of the Opera“) bis hin zu „Mamma Mia“ und „Lion King“.
Theaterkarten zum halben Preis für nicht ausverkaufte Vorstellungen des jeweiligen Abends gibt es am Half Price Ticket Booth (TKTS) auf dem Leicester Square.
Livemusik
Es gibt wohl keinen einzigen Pop- oder Rockstar von Bedeutung, der nicht schon einmal auf einer Londoner Bühne gestanden hat. Für viele Musiker waren die Auftritte in London der Beginn ihrer Weltkarriere, etwa für die Rolling Stones, die im Juli 1962 ihr erstes Konzert im legendären Marquee Club in Soho gaben. Auch David Bowie, The Clash und George Michael debütierten in London.
Die englische Hauptstadt verfügt über zahllose kleinere und größere Konzertsäle, darunter so bekannte wie die Brixton Academy oder das Roundhouse in Camden. Jeden Abend kann man zudem aus mehr als 50 verschiedenen Konzerten auswählen. Egal, ob man Jazz, Reggae, Hardrock oder Folkmusik bevorzugt, für jeden Geschmack ist etwas Passendes dabei. Und es vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendein Superstar in der „musikalischen Hauptstadt der Welt“ ein Konzert gibt. Über das aktuelle Konzertprogramm informiert das kostenlose Stadtmagazin Time Out (auch online unter www.timeout.com/london).
5 Tipps für 5 Abende
Heaven: In Europas größter Gay-Disco unter den Bögen des Charing-Cross-Bahnhofs tanzt ausgelassen die Schwulenszene, es mischen sich aber auch viele Heteros unter die Gäste.
Ronnie Scott’s: Der Jazz-Club in Soho gehört zu den ältesten und renommiertesten weltweit und bringt regelmäßig die Topstars der Szene auf die Bühne. Am besten sichert man sich hier einen Platz im Voraus.
Ministry of Sound: In dem Club in Lambeth legen die bekanntesten DJs aus dem In- und Ausland auf, bis die beiden Tanzflächen vibrieren - eine der besten Discos der Stadt!
Club Aquarium: Der Club im East End verfügt tatsächlich über einen Swimmingpool - und ist nicht nur deshalb ziemlich cool.
Culpeper: Sehr angesagter Pub im Industrial-Design in der Commercial Street. Bis 2 Uhr nachts ist hier der Tresen am Wochenende dicht umlagert.
Orientiert in London
Shopping
„Shop until you drop“ - kein Problem in London! Vom Luxusaccessoire bis zur Vintage-Mode gibt es wirklich alles. Die einen finden ihr Eldorado in den zahlreichen Secondhand-Shops im East End oder auf dem Camden Market, die anderen bummeln lieber durch die exklusiven Boutiquen und Warenhäuser. Und wer unbedingt das Neueste vom Neuesten erhaschen möchte, ist in London auch goldrichtig - in Sachen Trends hat die Stadt die Nase ganz vorn.
Ausführliche Beschreibungen einzelner Einkaufsmöglichkeiten in den Vierteln befinden sich am Ende jeder Tour
Eine Liste aller Geschäfte und Märkte finden Sie hier
Shoppingstraßen und -viertel
In der Sloane Street und der Bond Street haben sich die großen Namen der Modewelt wie Gucci, Versace und Chanel niedergelassen. In der Oxford Street und in der Regent Street findet man in den Megastores der international vertretenen Ketten alles von der Designerjeans bis zur Socke. Angenehmer ist aber das Einkaufen auf der Kensington High Street, an der sich ebenfalls die einschlägigen Ketten angesiedelt haben. Die legendäre Carnaby Street, die durch diverse Modedesigner der Swinging Sixties berühmt wurde, ist heute Fußgängerzone. Noch heute finden sich dort zahlreiche individuelle Modeläden. Ein Klassiker ist und bleibt die langgestreckte King’s Road in Chelsea, wo einst die Hippie- und Punk-Kultur „erfunden“ wurde.
Ein Paradies speziell für Bücherfreunde ist die Charing Cross Road: Zwischen Leicester Square und Cambridge Circus reiht sich dort eine Buchhandlung an die andere, vor allem Fachbuchhandlungen und Antiquariate sind vertreten.
Viele Boutiquen und kleinere, individuelle Geschäfte finden sich in Soho, mehr noch im East End sowie in Clerkenwell und den angrenzenden Stadtbezirken. Eine Art Shopping Guide für solche Läden ist die Website www.independentlondon.com, auf der man sich über Angebot und Lage informieren kann.
Kaufhäuser: „All Things for All People, Everywhere“
Wer weite Wege scheut, kann sicher sein, dass alle seine Wünsche in den 230 Abteilungen des Nobelkaufhauses Harrods erfüllt werden. Vor allem die Food Halls verursachen mit ihrem kunstvoll drapierten Überangebot einen wahren Sinnesrausch. Gleich nebenan gilt Harvey Nichols als Paradies für Modefans, was bereits die kreativen Schaufensterdekorationen erahnen lassen. Peter Jones am Slone Square begeistert ebenso wie Selfridges in der Oxford Street mit seinem üppigen Angebot. Dort findet sich auch der Flagship-Store von Marks & Spencer, der von vielen Kunden vor allem für seine hervorragende Lebensmittelabteilung geschätzt wird.
Und ein echtes Buchkaufhaus gibt es auch: Mit sechs Etagen ist die Waterstones-Filiale am Piccadilly die größte Buchhandlung Europas - es gibt kaum ein lieferbares englisches Buch, das hier nicht in den Regalen steht.
Erste Adressen
Jenseits der großen Kaufhäuser und Ketten gibt es in London natürlich zahlreiche Spezialgeschäfte sowie kleinere Boutiquen und Läden, die mit einem besonderen Angebot locken. Ein Klassiker ist sicherlich der Hoflieferant Fortnum & Mason in der Piccadilly Street, dessen Delikatessen schon vor zweihundert Jahren auf den Tischen der englischen Adeligen landeten. Von dort ist es nur ein Katzensprung zur Savile Row mit ihren Herren-Maßschneidern oder zu John Lobb, Londons berühmtesten Schuhmacher. In unmittelbarer Nähe gibt es selbstverständlich auch die Nobelboutiquen von Stella McCartney sowie von Vivienne Westwood, der schrillen Queen unter den englischen Modemachern. Dazu passt auch das Kaufhaus Liberty in der Regent Street, das für seine hochwertigen Baumwoll- und Seidenstoffe bekannt ist. Und da es in England bekanntlich häufig regnet, sollte man bei James Smith & Sons in der New Oxford Street vorbeischauen - dort werden seit 1830 noble handgefertigte Regenschirme verkauft. Außerdem gibt es noch viele kleine Spezialgeschäfte für Normalsterbliche wie etwa den auf Reiseliteratur spezialisierten Buchladen Daunt Books oder Rough Trade, ein kultiges Musikgeschäft.
Markttreiben
Jedes Wochenende strömen wahre Menschenmassen zum Camden Market sowie zum Portobello Market nach Notting Hill, die beide Kultstatus genießen und neben Klamotten so allerlei Nippes und Antiquitäten anbieten. Am Sonntag locken aber auch der Brick Lane Market sowie der für seine Blumen bekannte Columbia Road Market im East End. Der ebenfalls im Londoner Osten angesiedelte Petticoat Lane Market ist ein wenig heruntergekommen, während der Spitalfields Market mit viel Glas architektonisch aufgepeppt wurde. Nobel ist das Flair vor allem im gusseisern und glasüberspannten Leadenhall Market, der vorwiegend von Londoner Bankern frequentiert wird.
Wer sich für ebenso leckeres wie schön präsentiertes Essen begeistert, der sollte unbedingt den Borough Market oder den Maltby Street Market am Südufer der Themse besuchen. Vor allem der Borough Market steht hoch im Kurs, seitdem Jamie Oliver in seinen Fernsehsendungen wiederholt an den unter einem Eisenbahnviadukt aufgebauten Marktständen vorbeigeschlendert ist.
Wege durch London
Im Herzen der Stadt
Tour 1
Das Herz der Stadt ist die City of London. Eine Welt aus Glas, Stahl und Beton, die vorzugsweise von Börsenmaklern, Bankern und Versicherungsagenten in Nadelstreifenanzügen bevölkert wird. Nur am Wochenende herrscht Friedhofsruhe.
Tower, Kronjuwelen und Kerker
Tower Bridge, schiffsdurchlässiges Wahrzeichen
Museum of London, Stadtgeschichte ansprechend aufbereitet
St Paul’s Cathedral, symbolträchtiger Bischofssitz
Londons Finanzzentrum
City of London
Die City of London erstreckt sich nur über wenig mehr als eine Quadratmeile. Sie wird von der Temple Bar im Westen begrenzt, im Norden von der Smithfield Long und der Chiswell Street (bis zur Liverpool Station), östlich von der Middlesex Street (bis zum Tower Hill) und im Süden von der Themse. Vermutlich befand sich hier schon vor Ankunft der Römer eine Ansiedlung mit einem kleinen Hafen. Die Eroberer nannten sie Londinium und befestigten sie mit einer Mauer. In der Folgezeit entwickelte sich daraus ein blühendes Handelszentrum, dessen Zeugnisse heute in den hiesigen Museen zu besichtigen sind. Seit dem Jahr 1215 ist die City durch die Magna Carta in rechtlicher Hinsicht weitgehend unabhängig; der Bürgermeister genießt seither zahlreiche Privilegien und hat einen direkten Zugang zum Königlichen Hof. Zweimal wurde das Gesicht der City of London entscheidend verändert: 1666 zerstörte ein Großfeuer zwei Drittel der überwiegend aus Holz errichteten Stadt; ähnlich verheerend waren die Verwüstungen durch die deutschen Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg.
Das jetzige Stadtbild wurde an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert geprägt. Sofort fallen dem Besucher die Gebäudekomplexe der Banken und Versicherungsgesellschaften ins Auge. Wohnraum ist hier eine Seltenheit. In der City wird nicht gewohnt, sondern gearbeitet. Nur noch rund 9000 Menschen - fast zwei Drittel in den begehrten Eigentumswohnungen des Barbican Centre - leben im historischen Zentrum Londons; den City-Bewohnern stehen mehr als 350.000 Pendler (commuters) gegenüber, die Tag für Tag aus den Vorstädten hereinfahren. Nachts und am Wochenende ist das Viertel vollkommen ausgestorben, doch nach Feierabend und während der Mit-tagspause, wenn die Angestellten in die umliegenden Cafés und Sandwich-Bars strömen, geht es richtig hektisch zu. Etwa die Hälfte der Büroflächen der City wurde in den Boomjahren der Thatcherregierung errichtet.
Wolfgang Koeppen beobachtete in den 1950er-Jahren noch ein gemütliches Geschäftsgebaren: „Sie trugen ihre Citytracht natürlich und anständig, und ihr Anblick weckte sogleich Vertrauen, Vertrauen zur englischen Währung, Vertrauen zum Britischen Weltreich, und die Überzeugung, dass, Indien hin, Suez her und Cypern und Malta dazwischen, der Löwe weiterleben wird.“ Heute würde sich Koeppen wahrscheinlich die Augen reiben angesichts der jungen, modisch gestylten Börsianer, die mit Handy - oder besser: Mobile Phone - bewaffnet durch die City hetzen und in ein paar Minuten mehr verdienen als andere im ganzen Jahr. Diese City Whizz Kids üben einen hoch bezahlten Job aus, der zahlreiche Gefahren und Risiken birgt - für sich selbst und den jeweiligen Auftraggeber. Das bekannteste Beispiel ist der 28-jährige Nick Leeson, der 1995 die renommierte Barings Bank in den Konkurs trieb, nachdem er auf dem asiatischen Markt Verluste von über einer Milliarde (!) US-Dollar angehäuft hatte. Mit ein paar Jahren Gefängnis kam Leeson noch vergleichsweise glimpflich davon.
Spaziergang
Bei einem Spaziergang durch die Londoner City muss auch Zeit für eine Gedenkminute am Monument sein, das an den verheerenden Brand von 1666 erinnert. Von der Aussichtsplattform des Monuments bietet sich ein schöner Blick auf die nahe London Bridge, deren mittelalterlicher Vorgängerbau noch von zwei Häuserreihen gesäumt war und einer Kapelle Platz bot. Einen noch besseren Blick hat man allerdings vom 155 Meter hohen Sky Garden in der nahen Fenchurch Street. Über die Straße Eastcheap und entlang der Great Tower Street nähert man sich dem Tower of London, vor dessen Eingang sich die Besucher in langen Warteschlangen gedulden müssen. An der südöstlichen Ecke des Towers spannt sich die Tower Bridge über „den schönsten Fluß Europas“ (Heinrich Heine). Wer anschließend den Tower umrundet, stößt auf die Reste der römischen Stadtmauer, die mit einer Höhe von mehr als sechs Metern noch immer von der Macht des Römischen Imperiums zeugt.
Innerhalb weniger Minuten gelingt ein architektonischer Zeitsprung ins 21. Jahrhundert. Besonders postmodern ist das im Industriedesign glänzende Lloyd’s Building, provozierend phallisch das von Lord Norman Foster zu Beginn des 3. Jahrtausend für Swiss Re errichtete Bürogebäude (The Gherkin). An dem nach der gleichnamigen Versicherungsgesellschaft benannten Gebäude vorbei geht es zum Leadenhall Market, einer viktorianischen Marktarkade, die Sir Horace Jones 1881 entworfen hat. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen mit dem Leadenhall Building und dem Bishopsgate Tower zwei weitere futuristische Hochhäuser. In der City dreht sich (fast) alles um das Geld, konsequenterweise hat auch die Bank of England hier ihren angestammten Hauptsitz.
Raben gut, alles gut
Nicht zu überhören ist das ständige Krächzen im Tower und um ihn herum. In den Fenstern und auf dem Rasen sitzen nämlich viele und vor allem riesige Raben. Eine Legende besagt, dass das Gebäude geschützt ist, solange hier Raben zu finden sind. Ist dies einmal
nicht mehr der Fall, soll das gesamte Empire zerfallen. Verständlich, dass man sich besonders um die gefiederten Genossen bemüht. Damit sie nicht wegfliegen, wurden ihnen vorsichtshalber die Flügel etwas gestutzt ...
Seit 1844 fungiert die „Old Lady of Threadneedle Street“ als Währungs- und Notenbank des Königreichs und setzt den jeweiligen Leitzins fest. In den Kellergewölben lagern die gut gesicherten Goldreserven Großbritanniens. Über die Anfänge der Bank of England und ihre Bedeutung für das englische Wirtschaftsleben informiert das Bank of England Museum. Schräg gegenüber liegt die Royal Exchange, die alte Londoner Warenbörse. Die Reiterstatue auf dem dreieckigen Platz vor der Royal Exchange zeigt den Herzog von Wellington. Auch die Londoner Börse (Stock Exchange) und das Mansion House, der Amtssitz des Lord Mayor, sind nur einen Katzensprung entfernt. Ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft wurden an der Queen Victoria Street die Grundmauern einer römischen Tempelanlage entdeckt. Archäologische Grabungen förderten mehrere Marmorbüsten zu Tage, die darauf schließen ließen, dass es sich um einen Mithrastempel gehandelt haben muss. Die Queen Street und ihre Verlängerung, die King Street, führen direkt auf die Guildhall zu, die auch die Guildhall Art Gallery beherbergt. Die gegenüberliegende Kirche St Lawrence Jewry ist einer von zahlreichen Sakralbauten, die Christopher Wren nach dem Großen Brand geplant hat. Mehr über das verheerende Feuer erfährt man im Museum of London, dessen runder Grundriss an einen längst abgerissenen Stadtmauerturm erinnert, der dem Barbican seinen Namen gab. Ein Besuch sollte für alle Geschichtsinteressierten zum Pflichtprogramm eines Londontrips gehören. Das sich nordöstlich des Museums erhebende Barbican Centre präsentiert sich als ein fast verwirrender, ineinander verschachtelter Bau. Aufgrund seiner futuristischen Konzeption ist es aber durchaus sehenswert. Die elegante Silhouette der St Paul’s Cathedral hat durch die umliegenden Bürobauten viel von ihrer einstigen Wirkung verloren, doch eignet sich die Kuppel noch immer gut als Orientierungshilfe. Man geht davon aus, dass der Dom die vierte oder sogar fünfte Kirche an dieser Stelle ist. Von dem Vorgängerbau existieren noch alte Stiche. Bereits 1561 wurde sie durch ein Feuer beschädigt, 1666, beim großen Brand von London, dann fast völlig vernichtet. Eine kleine Grünanlage neben der Kirche lädt zum Verweilen ein, bevor der Spaziergang durch die City am Gerichtshof Old Bailey, wo einst Oscar Wilde wegen seiner gleichgeschlechtlichen Neigungen zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, seinen Abschluss findet. Kunsthistorisch Interessierte können noch unter dem 1869 als Eisenbahnbrücke errichteten Holbrun Viadukt hindurch einen Abstecher zur romanischen Kirche St Bartholomew the Great unternehmen.