Book cover

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EDITORIAL

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Oliver Schmidt, Chefredakteur

Liebe Freunde der Kreuzfahrt,

frischer Wind aus unterschiedlichen Richtungen ist der Seefahrt tägliches Brot. Bisweilen macht er Kurskorrekturen notwendig. Daher halten Sie mit Koehlers Guide Kreuzfahrt 2016 ein Buch in den Händen, das im fünften Jahrgang kein völlig neues Konzept verfolgt, aber an die Bedürfnisse des Boom-Marktes Kreuzfahrt angepasst ist, der sich ständig verändert.

Die Themenauswahl orientiert sich dabei an den Interessen unserer Leser. Wir stellen Ihnen die Flotten und Schiffe vor, die für Sie als Passagiere aus dem deutschsprachigen Raum am ehesten interessant sind, erzählen Ihnen Geschichten, die Sie live nacherleben können, und weisen auf Produkte hin, die Sie vielleicht noch nicht kennen. Wir zeigen Ihnen, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht, und blicken bei exklusiven maritimen Ereignissen über den Zaun, damit das Meer der Kreuzfahrt-Angebote für Sie über- und durchschaubar wird.

Zwanzig namhafte Autoren, Fotografen und Zeichner haben sich bei der Arbeit an diesem Buch von zwei Grundsätzen leiten lassen:

Jede Reportage muss für Sie als Leser einen echten Mee(h)rwert haben. Und:

Es gibt kein schlechtes Schiff. Es gibt nur Schiffe, die für den einen oder anderen Reisenden mehr oder weniger geeignet sind.

Wir möchten Ihnen so viel Einblick in die Kreuzfahrt-Szene geben, dass Sie selbst entscheiden können, in welchem Winkel der Weltmeere und der Angebotspalette Sie sich am wohlsten fühlen.

Kommen Sie mit auf unsere Lese-Reise durch das Kreuzfahrtjahr 2016!

Im Namen aller Autoren lade ich Sie herzlich dazu ein, wünsche Ihnen kurzweilige Lektüre und immer ein glückliches und gesundes «Rolling Home«.

Herzlichst,

Ihr

Oliver Schmidt

INHALT

TOP TEN

Karibik – Top Ten

RÜCKBLICK

125 Jahre – Die Kreuzfahrt wird 125

Historische Reise

SCHIFFSJUNGFERN

MEIN SCHIFF 4 – Erster Blick durch die Luke

ANTHEM OF THE SEAS – Es sind die kleinen Freuden ...

VIKING STAR – Neubau mit Erfahrung

ANESHA – Fünf Sterne, zwei Flüsse und ein Schiff

AUSBLICK

Neubauten – Kreuzfahrt-Entwicklung

Neubauten – Das größte Segelschiff der Welt

Neubauten – HARMONY OF THE SEAS

ROUTEN UND HÄFEN IM TREND

Havanna

Turku – Trendziel Turku

Kavala – Über 2000 Jahre Geschichte

Seine – Lebenswege am Seine-Ufer

VIER JAHRESZEITEN

Winterkreuzfahrt – Wüstenweihnacht

Frühlingskreuzfahrt – Polarlichtreise

Sommerkreuzfahrt – Wie herrlich ist das Nichts

Herbstkreuzfahrt – In Koblenz hart backbord

VOR & NACH DER KREUZFAHRT

Warnemünde – Stadt am Strom

Mallorca – Erst die Kreuzfahrt, dann Mallorca

BESONDERES

Besondere Schiffe – MS Serenissima

Verrückt nach Meer – Kiona

Flitterwochen – Heiraten auf Santorin

Fashion – Mode für die Crew

Traumschiff – MS AMADEA

Schiff mit Charme – QUEEN MARY

RUND UM DIE KREUZFAHRT

MANAGEMENT MS BERLIN – Julia Dieckhöner

JAHRHUNDERTPROJEKT Panamakanal – Maß oder Übermaß?

KULINARIK EUROPA 2 – Die Seele soll bleiben

BEGEGNUNGEN Inousses – Pater Nikolaos

KUNST AN BORD AIDA – Kussmund und Knollennase

EVENT TITANIC – Maritime Zeitreise

INTERVIEW Wybcke Meier – Die taffe Lady vom Anckelmannsplatz

GLOSSE Busanreise – Kreuzfahrt Nebensache

EVENT Captain‘s Table – Wann, was, warum?

SERVICE Butler – Mit Charme und weißen Handschuhen

KUGE KÖPFE John Maxtone-Graham – Grandseigneur auf dem Atlantik

INNOVATION Die Rückkehr des Schaufelrades

HAMBURG Terminals – Dreipunktlandung

RATGEBER Medizin – An alles gedacht?

RATGEBER Recht – Wenn eine Seefahrt gar nicht lustig ist …

KREUZFAHRTEN

Hochsee – AIDA – mein erstes Mal

Hochsee – Oceania: Südsee mit Super-Service

Hochsee – MS ARTANIA Drei Tage

Fluss – terranova: Per Rad und zu Fluss

Segeln – Silhouette Cruises: Garten Eden am Äquator

Segeln – Star Clippers: Trendziel Kuba

Expedition – Ponant: Das Gold liegt jetzt im Hafen

MINI-CRUISE

Bearmish – DFDS: Zeitreise per Fähre

MARKTÜBERSICHT, FLOTTEN-PHILOSOPHIE UND BEWERTUNG

KLASSISCHE KREUZFAHRT

Azamara Club Cruises

MS AZAMARA QUEST – Ein Top-Schiff, das in aller Welt zu Hause ist

Celestyal Cruises

MS CELESTYAL CRYSTAL – Ein kleines, gut gepflegtes Schiff für Neueinsteiger

Crystal Cruises

MS CRYSTAL SYMPHONY – Warmer Luxus, der von Herzen kommt

FTI Cruises

MS BERLIN – Ein Schiff, das immer mit der Zeit gegangen ist

Hansa Touristik

MS OCEAN MAJESTY – Ein gut modernisierter Oldie mit Charme

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten

MS EUROPA 2 – Eine legere Umsetzung allerhöchster Ansprüche

Oceania Cruises

MS INSIGNIA – Eine Weltenbummlerin mit gediegenem Interieur und höchstem Komfort

Phoenix Reisen

MS ALBATROS – Eine Grande Dame mit viel Platz

Plantours Kreuzfahrten

MS HAMBURG – Eine Weltentdeckerin für jedermann

Regent Seven Seas

MS SEVEN SEAS VOYAGER – Eine lockere Weltentdeckerin mit Flair und Luxus

Seabourn Cruise Line

MS SEABOURN SOJOURN – Eine Ultra-Luxusyacht, die nicht nur an Größe über sich hinausgewachsen ist

Sea Dream Yacht Club

MS SEA DREAM I – Ein Luxustempel im Matchbox-Format

Silversea Cruises

MS SILVER SPIRIT – Zwangloser Luxus, der alles Störende einfach weglässt

TransOcean Kreuzfahrten & CMV

MS ASTOR – Ein Klassiker, der eigentlich unter Artenschutz stehen müsste

MEGALINER

AIDA Cruises

MS AIDASOL – Ein Nicht-mehr-Clubschiff für jedermann

Carnival Cruises

MS CARNIVAL SPLENDOR – Ein Riesenschiff für ungezwungenen Urlaub

Celebrity Cruises

MS CELEBRITY SILHOUETTE – Ein Premium-Schiff für innovatives, exklusives Reisen

Color Line

MS COLOR FANTASY – Ein Riesenschiff, das jeden Tag verfügbar ist

Costa Kreuzfahrten

MS COSTA LUMINOSA – Ein etwas kleineres Costa-Schiff mit Charme

Cunard Line

MS QUEEN MARY 2 – Ein Linienschiff der Superlative nach alter Tradition

Holland America Line

MS EURODAM – Ein Megaliner, der lieber gemütlich sein will

MSC Kreuzfahrten

MS MSC SPLENDIDA – Ein Riesenschiff mit edler Yachtklasse

Norwegian Cruise Line

MS NORWEGIAN EPIC – Der ultimative Unterhaltungsspaß auf hoher See

Royal Caribbean

MS ANTHEM OF THE SEAS – Eine Schiffslady, die durch viel Platz verwöhnt

Princess Cruises

MS EMERALD PRINCESS – Ein großes Schiff für ruhige, entspannte Reisen

TUI Cruises

MS MEIN SCHIFF 3 – Ein idealer Urlaubsort für Individualisten

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten

MS BREMEN – Eine Weltentdeckerin, der niemand Vorschriften macht

Hurtigruten

MS MIDNATSOL – Ein eistaugliches Linienschiff, das durch jedes Wetter durchmuss

Ponant

MS LE BORÉAL – Eine französische Yacht, die (fast) jedes Ziel erreichen kann

GROSSSEGLER

Sea Cloud Cruises

SY SEA CLOUD – Die unbestrittene Grande Dame unter den Großseglern

Star Clippers

SY STAR FLYER – Ein Großsegler, auf dem Kinderträume wahr werden

Windstar Cruises

MS WIND STAR – Eine moderne, klassische Segelyacht ohne historisches Vorbild

FLUSSSCHIFFE

1AVista Reisen

MS BELLRIVA – Ein gemütlicher Oldie zu kleinen Preisen

A-Rosa

MS A-ROSA AQUA – Ein Flussschiff mit größtmöglicher Freiheit

CroisiEurope

MS PRINCESSE D’AQUITAINE – Eine Entdeckerin auf Genießerkurs

Lüftner Cruises

MS AMADEUS SILVER – Ein Flussschiff, das Luxus zuerst mit Platz definiert

Nicko Cruises

MS CASANOVA – Eine kleine Flusslady, die ihrem großen Namen gerecht wird

Phoenix Reisen

MS ARIANA – Ein freundliches, serviceorientiertes Schiff

Plantours Kreuzfahrten

MS SANS SOUCI – Ein elegantes Entdeckerschiff in Deutschlands Osten

TransOcean Kreuzfahrten

MS BELLEJOUR – Ein elegantes Entdeckerschiff im Herzen Europas

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TOP TEN

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TOP TEN

Karibikinseln, die Sie gesehen haben sollten

von Yvonne Schmidt

»Badewanne der USA« wird das weltweit beliebteste Kreuzfahrtrevier gerne genannt. Das verwirrt, denn es lässt vermuten, die Inseln seien alle gleich – Kirche, Palme, Strand drumrum. Wer sie bereist, erlebt aber jeden Tag eine Überraschung. Geprägt von den unterschiedlichen einstigen Kolonialmächten, wechseln naturschöne, vulkanische, wild gebirgige, romantische, steelbandfröhliche und »gute gewürzte« Eilande einander ab.

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Britisches Flair auf Grenada

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Grenada ist die Gewürzinsel

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Kleine Gewürzkunde

Grenada – Die Gewürzinsel

Wie die meisten Karibikinseln geizt auch Grenada nicht mit Naturschönheiten. Der viertkleinste Staat der Erde lockt mit Vulkanen, Bergregenwald und zauberhaften Stränden. Doch es ist vor allem der Duft, der die grüne Insel so unverwechselbar macht. Überall riecht es nach Zimt, Nelken und Kakao, besonders aber nach Muskatnuss, denn Grenada gehört zu den bedeutendsten Muskatnussproduzenten weltweit. Sogar die Flagge Grenadas ziert eine Muskatnuss. Nicht grundlos schmückt sich die Insel mit dem Beinamen »Gewürzeiland«. Nirgendwo sonst auf der Welt wachsen pro Quadratmeter so viele Gewürze wie hier. All diese Schätze türmen sich auf den Märkten der Inselhauptstadt St. George, einem der malerischsten Häfen der Antillen. Bunte Häuser klettern einen erloschenen Vulkanhang hinauf, während zwei Forts aus der Kolonialzeit wie anno dazumal über das Geschehen im Hafen wachen.

St. Barth – Die Diva

Mit vollem Namen heißt sie St. Barthélemy, die 21 km2 kleine Insel südöstlich von Saint Martin, die nur bis 2007 politisch zu Guadeloupe gehörte, aber noch immer französisches Überseegebiet ist. Sie ziert sich, die Schöne, wenn zu viele Touristen ihr den Hof machen wollen, und möchte lieber eine Insel für betuchte Individualisten sein, was ihr bisher auch ganz gut gelingt. Der Jetset kommt und spricht über das einstige Anwesen von David Rockefeller, das heute Roman Abramowitsch gehört. St. Barth ist bemüht, seinen Ruf als Steuerparadies zu etablieren. Passend zum Selbstverständnis und zum internationalen Ruf der Insel, sind die Geschäfte recht exklusiv und die Preise entsprechend. Das nicht zu viele Besucher die Inselidylle stören, dafür sorgt schon die nur 640 Meter kurze Landebahn des Flughafens, für die eine spezielle Pilotenlizenz verlangt wird.

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Koloniales aus dem 18. Jahrhundert

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Überbleibsel aus der »Plantagen-Aristokratie«

St. Kitts & Nevis – Die Nostalgischen

Zu seinem Namen kam Nevis dank Kolumbus, denn der fühlte sich beim Anblick des mächtigen Vulkans Nevis Peak mit seiner weißen Wolkenkappe an die schneebedeckten Gipfel der spanischen Sierra Nevada erinnert. Wegen der hier sprudelnden Mineralquellen öffnete das erste Hotel bereits im 18. Jahrhundert seine Pforten. Damals galt Nevis als Königin der Karibik. Heute wirkt die kleine Insel eher verschlafen. Genauso wie die nur wenig größere Schwester St. Kitts, die lediglich ein drei Kilometer langer Kanal vom kreisrunden Nevis trennt. Mit ihrer ländlichen Prägung ist die Miniatur-Nation Inbegriff karibischer Nostalgie und englischer Plantagen-Aristokratie. Kaum irgendwo gibt es so viele zu luxuriösen Landhotels umfunktionierte ehemalige Herrenhäuser, in denen sich Besucher ins Goldene Zeitalter des Zuckerrohranbaus zurückversetzen können.

Curaçao – Die Farbenfrohe

Unter den ABC-Insel (Aruba, Bonaire, Curaçao) belegt sie das hohe »C«, und den nach ihr benannten Likör gibt es bei Weitem nicht nur in Blau, sondern in allen Farben des Regenbogens. Desgleichen die Häuserfronten in der Hauptstadt Willemstad, die auf Befehl des Gouverneurs Peter Stuyvesant bunt gestrichen wurden, weil das grelle Weiß seine Augen blendete. Zwar bietet Curaçao die gleiche sehenswerte Landschaft wie ihre beiden kleineren Nachbarinnen mit den windgebeugten Dividivi-Bäumen, doch bleibt das Gros der Kreuzfahrer in der Hauptstadt und erkundet deren geschäftige Märkte, Cafés und die Uferpromenade. Hier ist es jedes Mal ein Erlebnis, wenn die 1888 aus Schwimmpontons konstruierte Königin-Emma-Brücke, welche die Hafeneinfahrt verschließt, aufgeschwenkt wird, weil ein Schiff ein- oder auslaufen will.

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Kleine, bunte Häuserfassaden von Willemstad

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Vulkanisches St. Lucia

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Holzhäuser auf St. Lucia

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Kolonialbauten auf Trinidad

St. Lucia – Die Vulkaninsel

Seine vulkanische Herkunft kann St. Lucia nicht verbergen. Imposantes Wahrzeichen sind zwei steil aus dem Meer aufragende, zuckerhutartige Vulkankegel namens Petit Piton und Gros Piton, die von der UNESCO unlängst zum Weltnaturerbe ernannt wurden. Nicht nur diese bizarren Vulkanszenerien, darunter ein »Drive-in-Krater«, machen St. Lucia zu einer der faszinierendsten Karibikinseln, sondern auch die schwarzen Sandstrände, der dichte Regenwald, das kristallklare Wasser und die spannende Vergangenheit. Einst war St. Lucia eine der am heißesten umkämpften Plantageninseln innerhalb der Karibik. Nicht weniger als 15-mal wechselte das Eiland zwischen den rivalisierenden Engländern und Franzosen hin und her, bevor sich England als stärker erwies. Daher ist noch heute neben britischem Flair das französische Erbe auf St. Lucia spürbar.

Trinidad – Die Vielseitige

Ihre Lage nur wenige Kilometer vor der Küste Venezuelas verrät bereits, dass die größte Insel der Kleinen Antillen eine Besonderheit aufzuweisen hat. Im Gegensatz zu den übrigen karibischen Brüdern und Schwestern verdankt Trinidad seine Existenz keinen Vulkanen. Vielmehr war die Insel einst mit dem südamerikanischen Festland verbunden, was sich in der abwechslungsreichen Flora und Fauna widerspiegelt. Mit ihren Savannen und teils unberührtem Regenwald einerseits und der bunten Tierwelt andererseits erscheint Trinidad wie eine Miniaturausgabe Südamerikas. Dennoch spielt der Tourismus hier noch eine untergeordnete Rolle, da Trinidad reich an Bodenschätzen ist. Auch hinsichtlich ihrer Bewohner beweist die Insel Sonderstatus, immerhin sind fast die Hälfte Nachfahren indischer Kontraktarbeiter. Die Hauptstadt Port of Spain glänzt mit hölzernen Kolonialbauten.

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British Virgin Islands

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Strandleben auf den BVI

Guadeloupe – Die Schmetterlingsinsel

Das Herz der französischen Karibik schlägt neben Martinique auf der Schwesterninsel Guadeloupe. Aus der Luft betrachtet, sieht Guadeloupe wie ein Schmetterling aus, dessen Flügel zwei ganz gegensätzliche Inseln bilden. Eine schmale Landbrücke verbindet das flache Grand-Terre mit dem gebirgigen Basse-Terre. Das nennt nicht nur üppigen Regenwald und rauschende Wasserfälle sein Eigen, sondern auch den Vulkan »La Soufrière«, den höchsten Berg der kleinen Antillen. Zusammen mit den anderen französischen Inseln bildet Guadeloupe ein Überseedepartement, dessen Lebensstandard eher an Europa als an die karibischen Nachbarn erinnert. Ende der 70er-Jahre hatte die Insel hohen Besuch, als Jimmy Carter, James Callaghan, Valéry Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt hier den Nato-Doppelbeschluss aus der Taufe hoben.

British Virgin Islands – Die Geheimnisvollen

Wie an einer Perlenkette aufgereiht liegen etwa 60 Inseln und Inselchen im Karibischen Meer, die auf den Namen Britische Jungferninseln hören. Bewohnt sind davon nur 15 Eilande wie Tortola, die größte Insel. Ihren Ruf als »Region der kleinen Geheimnisse« werden die BVI mehr als gerecht, schließlich diente der Inselwirrwarr mit den einsamen Buchten früher oft als Versteck goldhungriger Piraten. An einen von ihnen erinnert der Name der Mini-Insel Jost Van Dyke.

Auch was das Jungfräuliche betrifft, machen die Inseln ihrem Namen alle Ehre. Unbefleckt vom Massentourismus, konnten sich die BVI ihre ländlich geprägte Atmosphäre erhalten. Statt Duty-free-Shoppingmalls und Strömen von Kreuzfahrern trägt die Inselgruppe noch immer ihr typisch karibisches Flair zur Schau.

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Dominica: mit dem Mietboot in den Dschungel

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Natur pur auf Dominica

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Sehr britisch: Barbados

Dominica – Die Dschungelinsel

Auf die gebirgigste aller Antillen-Inseln zieht es keine Massen von Touristen, sondern Individualisten. Dominica ist ein Paradies für Naturliebhaber, die hier einen der letzten noch unberührten Regenwälder erleben können. Dichte exotische Vegetation wächst steile Vulkanhänge empor, dazwischen heiße Quellen, brodelnde Schlammlöcher und nach Schwefel riechende Fumarolen. Gesäumt wird die Dschungelinsel von schwarzen Sandstränden, vor denen traumhafte Tauchgründe mit Unterwasservulkankratern und Korallenriffen liegen. Was Dominica aber besonders einzigartig macht, sind ihre Bewohner. Während die Indianer auf allen Inseln längst ausgerottet sind, haben sie in Dominicas undurchdringlichem Landesinneren überlebt.

Somit ist die kleine grüne Vulkaninsel Heimat der letzten Ureinwohner der Karibik: der Kariben.

Barbados – das kleine England

Etwas abseits, mehr im Atlantik als in der Karibik, liegt Barbados. Obwohl die Koralleninsel nicht viel größer als Usedom ist, birst sie vor landschaftlicher Vielfalt. Während an der Westküste kilometerlange feinste Sandstrände auf sonnenhungrige Touristen warten, ist der Osten dem rauen Atlantik ausgesetzt. Hier erinnert Barbados eher an Schottland als an die Karibik. Überhaupt wirkt die Insel vielerorts englischer als England mit Krickett, Five o’clock Tea und roten Briefkästen. Beistand von »oben« erhofften sich die Kolonialherren von Heiligen wie St. James, St. Peter oder St. Andrew, nach denen sie die einzelnen Inselbezirke benannten.

Hier ist die englische Vergangenheit überall noch lebendig; sowohl in den Dutzenden Kirchen, den imposanten Kolonialbauten und prächtigen Plantagen häusern.

RÜCKBLICK

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Die erste Kreuzfahrt fand 1891 auf der AUGUSTA VICTORIA statt

DIE KREUZFAHRT WIRD 125

Geschichte einer deutschen Erfindung

von Yvonne Schmidt

Als am 22. Januar 1891 die AUGUSTA VICTORIA den Hafen von Cuxhaven verlässt, hätte wohl niemand gedacht, dass damit eine neue Ära in der Seefahrt beginnt. Normalerweise sind es Auswanderer, die mit dem Passagierschiff eine Seefahrt wagen; voller Hoffnung blicken sie auf ein neues Leben in Amerika. Die Motivation der Passagiere, die nun an Bord gehen, sind Reiselust und Fernweh. Und so bricht mit der AUGUSTA VICTORIA zum ersten Mal ein Schiff um des reinen Vergnügens willen zu fernen Ufern auf.

Von der Not zur Tugend

Eigentlich ist es wirtschaftliche Not, welche die Geburtsstunde der klassischen Kreuzfahrt einleitet. Schon seit den 1850er-Jahren versehen zahlreiche Linienschiffe die Passage zwischen Europa und Amerika. Doch der Preiskampf auf der Transatlantikroute ist hart. Viele Reedereien bangen ums Überleben, zumal das Geschäft in den Wintermonaten, wenn der Nordatlantik stürmisch und unberechenbar ist, ohnehin sehr schleppend verläuft.

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1891: Man reiste mit großem Gepäck

Auch die größte Reederei Europas, die 1847 gegründete Hamburg-Amerikanische-Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (kurz HAPAG), hätte wohl weiterhin hohe Verluste zu beklagen gehabt, wäre ihrem Generaldirektor Albert Ballin nicht eine brillante wie auch wagemutige Geschäftsidee gekommen. Statt der üblichen Linienfahrt annonciert Ballin erstmals eine »Bildungs- und Vergnügungsreise« in wärmere Gefilde.

Die Nachfrage ist überraschend groß. Innerhalb kurzer Zeit sind alle Plätze ausgebucht, sodass der gerade zwei Jahre alte Schnelldampfer AUGUSTA VICTORIA mit 241 Passagieren an Bord zur ersten Luxuskreuzfahrt in See sticht. Fast zwei Monate dauert die Fahrt, bei der unter anderem Gibraltar, Kairo, Beirut, Konstantinopel, Damaskus und Athen auf dem Programm stehen. Um dem Anspruch an die »Bildungsreise« gerecht zu werden, können die Passagiere organisierte Landausflüge in den jeweiligen Häfen unternehmen. So wie heute.

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Albert Ballin gilt als Erfinder der Kreuzfahrt

Der erste »Boom«

Mit seiner Traumreise in den Orient bringt Ballin einen Stein ins Rollen, der nicht mehr aufzuhalten ist. Schon bald bekommt die AUGUSTA VICTORIA Verstärkung durch ihre Schwesterschiffe COLUMBIA, NORMANNIA und die FÜRST BISMARCK. Je mehr Schiffe auf Kreuzfahrt gehen, desto vielfältiger werden die Destinationen. Neben dem Mittelmeer entdeckt HAPAG nun auch den hohen Norden und die Karibik für ihr neues Geschäftsmodell.

So interessant die angesteuerten Ziele sind, lassen die eingesetzten Schiffe nicht vergessen, dass sie ursprünglich als reine Transportmittel konzipiert waren. Also wagt Ballin eine zweite Innovation, indem er bei der Hamburger Werft Blohm & Voss den Bau des ersten reinen Kreuzfahrtschiffes der Welt in Auftrag gibt. Im Jahr 1900 ist es so weit: Die PRINZESSIN VICTORIA LUISE läuft vom Stapel, auf der sich 192 Passagiere in großzügigen Kabinen, im bordeigenen Fitnessraum, in der Bibliothek und in edel ausgestatteten Salons verlustieren können.

Dem Vorbild der HAPAG folgend, ziehen andere Reedereien nach, auch wenn sich diese Vergnügungsreisen zunächst nur Gutbetuchte leisten können. Man schwelgt im Luxus, genießt Austern, Kaviar und Champagner, putzt sich heraus für Galaabende und Kapitänsempfänge. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges setzt dieser Ära ein jähes Ende. Kreuzfahrtschiffe werden nun zu Truppentransportern umfunktioniert. Viele überstehen das Kriegsende nicht; genau wie Albert Ballin. Seines Lebenswerkes beraubt, nimmt sich der Pionier der Kreuzfahrt 1918 mit einer Überdosis Tabletten das Leben.

Goldies und Brownies

Erst in den Goldenen Zwanzigern brechen auch für Reeder wieder goldene Zeiten an. Besonders hoch im Kurs stehen nach wie vor Luxuskreuzfahrten auf deutschen Schiffen, auf denen sich ein illustres internationales Publikum tummelt. Kurz darauf beginnen die Nationalsozialisten, die Sehnsucht nach fernen Ländern und Luxus für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Frei dem Motto »Kreuzfahrten für jedermann« soll unter der Ägide der NS-Organisation »Kraft durch Freude« (KdF) eine Hochseeflotte von zwölf Schiffen entstehen, von denen immerhin elf bis 1939 in Dienst gestellt werden – darunter die ROBERT LEY und die WILHELM GUSTLOFF. Eigentlich sollen wohlverdiente Arbeiter mit einer Schiffsreise belohnt werden. Tatsächlich sind es vornehmlich NS-Angehörige oder vermögende »Volksgenossen«, die zwischen 1934 und 1939 nach Norwegen, Madeira oder Italien schippern.

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Die ehemalige VÖLKERFREUNDSCHAFT (Bj. 1948) ist noch immer im Kreuzfahrtdienst

Unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg, der vor allem die deutsche Flotte fast vollständig auf den Grund der Meere schickt, erfährt das Kreuzfahrtgeschäft in Friedenszeiten ein Comeback. Dank Wirtschaftswunder nimmt die weiße ARIADNE ab 1958 als erstes deutsches Schiff Kurs auf die schönsten Häfen des Mittelmeers. Zur selben Zeit tritt das Passagierflugzeug zunehmend an Stelle der traditionellen Linienschifffahrt. Um gegenüber der neuen Konkurrenz bestehen zu können, wandeln viele Reedereien wie Cunard, Holland-Amerika-Linie oder HAPAG ihre einst stolzen Flaggschiffe in Kreuzfahrtschiffe ohne Klassendünkel um. Auf der S.S. NIEUW AMSTERDAM etwa verschwindet die gläserne Wand zwischen den beiden Speiseräumen erster und zweiter Klasse, wenn das Schiff Kurs auf die Karibik nimmt.

Die echte »Kreuzfahrt für jedermann«

Kreuzfahrten sind nicht länger das Privileg einer wohlhabenden Schicht. Besonders ab den 1960er-Jahren geht der Trend dahin, auch für Normalverdiener erschwingliche Fahrten in die Sonne anzubieten. Bestens geeignet für Luxusreisen zu Volkspreisen sind die soliden (aber keineswegs luxuriösen) Kreuzfahrtschiffe der Sowjets namens ALEKSANDR PUSHKIN oder TARAS SHEVCHENKO. Unter karibischer Sonne lässt sich leicht vergessen, dass die Kabinen ohne Bad und Toilette eher Matrosenkammern gleichen. Komfort nach westlichem Geschmack zieht auf den Russendampfern erst ein, als die Sowjetunion im Zuge der weltweiten Ölkrise 1974 zur größten Passagierschiff-Flotte der Welt aufsteigt. Während westliche Reeder mit hohen Ölpreisen und steigenden Personalkosten zu kämpfen haben, lassen Reiseveranstalter wie Neckermann ihre Kundschaft nun auf der MAXIM GORKI, der früheren deutschen T.S. HAMBURG oder der BELORUSSIYA, der späteren DELPHIN, über die Weltmeere fahren. Im Mittelmeerraum warben die italienische Costa und der Grieche Chandris um die Gunst europäischer Kreuzfahrer, oft mit prominenter Alttonnage, darunter die legendäre Nachkriegs-BREMEN des Norddeutschen Lloyd (vgl. Seite 24–27).

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Einrichtung im Stil der 50er (Hotelschiff ROTTERDAM)

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Schiffskabine der 50er-Jahre (Maritimes Museum Hamburg)

Sogar die DDR setzt auf das Konzept des »Klassenfeinds« und schickt drei Schiffe unter sozialistischer Flagge auf Kreuzfahrt, darunter die 1960 erworbene »Völkerfreundschaft« – ungeachtet der Tatsache, dass das schwedische Schiff unter dem Namen STOCKHOLM vier Jahre zuvor den Luxusliner ANDREA DORIA im Nebel vor New York gerammt und versenkt hat. Reiseziele sind nunmehr die sozialistischen Bruderstaaten in der Ostsee, dem Schwarzen Meer oder Kuba, wo verdiente Werktätige Sonne und See genießen sollen. So weit die Theorie. In der Praxis sonnen sich statt der Arbeiterklasse vor allem SED-Funktionäre und wohlhabendere DDR-Bürger auf den Decks. Geld werfen die sozialistischen Traumschiffe kaum ab, die daher gegen Devisen bisweilen an westliche Veranstalter verchartert werden. Jedoch erweisen sie sich als erstaunlich langlebig. Die 25 Jahre im Dienst der DDR stehende ehemalige VÖLKERFREUNDSCHAFT gibt es noch heute: Nach Episoden unter anderem als ATHENA und AZORES soll sie ab 2016 als ASTORIA unterwegs sein, womit sie das am längsten im Dienst befindliche ehemalige Transatlantik-Schiff der Welt ist.

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Hapag-Lloyd steht noch heute für weltweite Kreuzfahrten

Kreuzfahrt ohne Grenzen

Gleich welcher Flagge und Nationalität steuern Kreuzfahrtschiffe längst nicht mehr nur das Mittelmeer, die Karibik und Norwegen an. Seit den 1970ern kommen auf der Beliebtheitsskala neue Zielgebiete hinzu wie die Kanaren, Westafrika oder Asien. Wem das zu normal ist, dem versprechen die Reedereien Abenteuer bei Expeditionskreuzfahrten in die Arktis und Antarktis, auf dem Amazonas oder entlang der legendären Nordwestpassage.

Neben den Destinationen wandeln sich auch die Schiffe und deren Konzept. Anstelle der traditionellen Erholungsreisen mit Teekränzchen und Tanzabend im Frack treten zunehmend Themen- und Eventkreuzfahrten. Mitreisende Experten und Lektoren sollen die Attraktivität einer Kreuzfahrt ebenso erhöhen wie bekannte Künstler und Prominente. Auf amerikanischen Schiffen wie bei Carnival sorgt vor allem das bordeigene Kasino für volle Kabinen und volle Kassen. Familien mit Kindern sprechen wiederum die zwangloseren »Clubschiffe« an, deren Karriere mit Stapellauf der ersten »AIDA« (heute AIDACARA) 1996 beginnt.

Diese Vielfalt in der Kreuzfahrtbranche ist bis heute ungebrochen. Mittlerweile finden sich für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel das passende Schiff und die passende Reise. Jährlich kommen neue Kreuzfahrtschiffe auf den Markt, die das Angebot bereichern. Im selben Maß wachsen auch die Schiffe. Einer schwimmenden Kleinstadt gleich kreuzt derzeit die ALLURE OF THE SEAS von Royal Caribbean mit Platz für 5.400 Passagiere als größtes Kreuzfahrtschiff der Welt über die Meere. Selbst das soll noch getoppt werden durch die 2016 vom Stapel laufende Nachfolgerin HARMONY OF THE SEAS (vgl. Seite 52–55), die unter anderem mit mehrstöckigen Wasserrutschen, Cocktails mixenden und tanzenden Robotern sowie Innenkabinen mit virtuellen Balkonen lockt.

Längst sind Kreuzfahrten zu einem Milliardengeschäft geworden. Auch die Deutschen mischen noch immer ganz vorn mit. Nicht die Lloyd Werft in Bremerhaven oder Blohm & Voss in Hamburg hat sich den Ruhm erworben, die besten Kreuzfahrtschiffe der Welt zu bauen, sondern die Privatwerft Meyer im binnenländischen Papenburg. Der hiesige Kreuzfahrtmarkt wächst doppelt so stark wie in anderen europäischen Ländern. Ob es daran liegt, dass die Kreuzfahrt eine deutsche Erfindung ist? Das Geschäft jedenfalls boomt. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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Neues AIDA-Schiff im Baudock der Meyer Werft

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Eine Legende: die QUEEN ELIZABETH 2

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MS REGINA MAGNA, die alte BREMEN des NDL (1974)

HISTORISCHE REISE

In der Ölkrise auf Nordlandkreuzfahrt

von Jürgen Saupe

Bei der Planung des Sommerurlaubs im Jahre 1974 fiel die Aufmerksamkeit auf einen Katalog der Reederei Chandris, die zu günstigen Preisen Nordlandkreuzfahrten mit dem Turbinenschiff REGINA MAGNA offerierte. Bei diesem Schiff handelte es sich um die ehemalige BREMEN (5) der Hapag-Lloyd AG.

Einschiffung in Amsterdam

Ein Sommerwochenende in Hollands Hauptstadt. An der Pier lag ein weißes »Traumschiff«, obwohl es das Wort damals noch gar nicht gab. Auf dem Bug konnte man, obwohl übermalt, noch deutlich die erhabenen Buchstaben mit dem Namenszug »Bremen« erkennen. Die Einschiffungsprozedur verlief entspannt und ohne Warteschlangen. Bereits am späten Vormittag ließ man anreisende Gäste auf das Schiff. Die REGINA MAGNA hinterließ einen hervorragenden ersten Eindruck, der sich auch im Verlauf der Reise nicht zum Nachteil änderte.

Rückblick

Im Spätherbst 1971 gab Hapag-Lloyd überraschend bekannt, dass man sich im Januar des Folgejahres vom Fahrgastschiff BREMEN (ex PASTEUR) trennen wollte, und zwar nach der 300. Nordatlantiküberquerung und nach Absolvierung einer letzten Abschieds-Silvesterkreuzfahrt. Der Norddeutsche Lloyd hatte die 32.360 BRT große fünfte BREMEN 1957 aus Frankreich gekauft und beim Bremer Vulkan gründlich entkernen und umbauen lassen. Neu ausgestattet und mit einer moderneren Linienführung versehen, war das Schiff im Juli 1959 unter der Lloyd-Flagge in Dienst gestellt worden. Das Vierschrauben-Turbinenschiff hatte bei Atlantiküberfahrten eine Kapazität von 1122 Passagieren, davon 216 in der 1. Klasse.

Unter neuer Reedereiflagge

Am 28. Oktober 1971 verkaufte Hapag-Lloyd das Schiff für 40 Millionen DM (rund 20 Mio. Euro) nach Griechenland. Im Januar 1972 wurde es an den neuen Eigner Chandris übergeben. Was Hapag-Lloyd damals nicht publik machen wollte: Ihre BREMEN war ein Ölfresser. Der Tagesverbrauch der 53.000 PS starken Turbinenanlage lag bei rund 550 Tonnen. Ein vergleichbarer Dieselantrieb schluckt heute nur rund 60 Tonnen. Interessant ist in diesem Zusammenhang die aktualisierte Vermessung unter Chandris von nur noch 23.801 BRT. Dies war möglich durch die Öffnung bisher geschlossener Räume, die damit nicht mehr zum »umbauten Schiffsraum« zählten. Nicht mehr die Prestige-Größe, sondern die ökonomische Schiffsgröße war wichtig.

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GOODBYE, BREMEN!

Böse Überraschung vor Reiseantritt

Bei aktuell fallenden Ölpreisen ist es kaum mehr vorstellbar, doch damals, kurz vor Reiseantritt, fiel der zu bezahlende Reisepreis plötzlich höher aus, als im Prospekt ausgeschrieben. Grund dafür war die Ölkrise Anfang der 1970er-Jahre. Sie ließ 1973/1974 die Preise für ein Barrel Bunkeröl von bislang rund 30 US$ auf mehr als 170 US$ hochschnellen. Für viele alte Turbinenschiffe mit entsprechend hohem Treibstoffverbrauch bedeutete dies damals das Aus. Einige Reedereien, die ihre Oldies in Fahrt hielten, versuchten, die derart gestiegenen Betriebskosten mit einem Bunkerzuschlag zumindest teilweise auf die Passagiere abzuwälzen. So erhöhte sich auch auf der REGINA MAGNA der Fahrpreis um stolze 20 Prozent. Es gab zwar kurzzeitige Überlegungen, auf ein anderes Schiff ohne Bunkerzuschlag auszuweichen, aber die EX-BREMEN lockte dann doch zu sehr.

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Chandris war berühmt für guten Service

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Gala-Buffet an Bord der REGINA MAGNA

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Touristen-Kabine

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Bordrestaurant

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Moderne Lounge (1974)

Auf Kreuzfahrtkurs

Umgetauft auf den Namen REGINA MAGNA, wurde im Chandris-Prospekt deutlich mit der Herkunft des Schiffes geworben. Zahlreiche weniger betuchte Kreuzfahrer buchten damals die »große Göttin«, die sie sich jetzt endlich leisten konnten. Versprochen wurde nicht zu viel; das echte BREMEN-Gefühl stellte sich alsbald ein. Beeindruckend war die räumliche Großzügigkeit, die das Schiff bot. Besonders die breite, geschlossene Promenade und die Laufruhe des Turbinenschiffes fielen positiv auf. Überraschend war jedoch die Einsicht, dass auch ein 30.000-Tonner bei bewegter See im Skagerrak kräftig stampfen und rollen konnte.

Begeistern konnten auch die Bordleistungen mit schmackhaftem Essen, günstigen Getränken und einem geschulten, aufmerksamen Service. Damals war Chandris dafür bekannt, ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Dazu noch eine freundliche griechische Crew, die es verstand, die Kreuzfahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen.

Schicksal

Unverändert hohe Ölpreise und die zunehmende Anfälligkeit der Maschinenanlage führten bei Chandris zur gleichen Entscheidung wie drei Jahre zuvor bei Hapag-Lloyd. Die Saison 1974 war die letzte der REGINA MAGNA. Nach einer mehrjährigen Aufliegezeit in der Bucht von Perama nahe Piräus fand man für das inzwischen 37 Jahre alte Schiff einen Käufer. Die Regierung von Abu Dhabi erwarb es als Wohnschiff für Gastarbeiter. Hier vergammelte der einstige Nachkriegsstolz des Norddeutschen Lloyd mehr und mehr und wurde schließlich zum Schrottwert von knapp 6 Mio. DM (rund 3 Mio. Euro) zum Abwracken nach Taiwan verkauft. Im Juni 1980 trat das Schiff seine letzte Reise an. Ein holländischer Schlepper nahm es auf den Haken. Nach fünftägiger Fahrt im Indischen Ozean bei Winden der Stärke 9 bekam die alte Dame sechs Grad Backbord-Schlagseite, die sich täglich verdoppelte. Vermutlich wegen undichter Seeventile versank schließlich am 9. Juni 1980 die ehemalige BREMEN nach insgesamt 42 Dienstjahren am Ausgang des Golfs von Aden.

Die Reederei Chandris

1915 von John D. Chandris aus Chios gegründet, stieg die Reederei 1922 in die Passagierschifffahrt ein. Das Firmenlogo, ein weißes »X« auf blauem Schornstein, ist im Griechischen der Anfangsbuchstabe für die Insel Chios. In den 1970er-Jahren gehörte Chandris zu den weltweit größten Passagierschiffsreedereien; zehn Jahre später wurden daraus Fantasy- und Celebrity Cruises. Letztere verlegte ihren Sitz nach Miami und fusionierte später mit der Royal Caribbean Cruise Line, an der seitdem Chandris Minderheitsaktionär ist. Celebrity Cruises ist als Marke erhalten geblieben und fährt weiterhin mit dem charakteristischen »X« im Schornstein.

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SCHIFFSJUNGFERN

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Der Pool der MEIN SCHIFF 4 ist 25 Meter lang

ERSTER BLICK DURCH DIE LUKE

Die MEIN SCHIFF 4 – ein Riesenschiff für Individualisten

von Janine Mehner

Der erste Blick in die eigene Kabine macht sprachlos. Es warten ein geradezu riesiger Raum mit einem gigantischen Bett, einem Arbeits- und Schminkplatz, ein hübsches, funktionales Bad, drei Gemälde pro Kabine, die individuell gestaltet sind. Und natürlich der Balkon. Zumindest bei über 80 % der Kabinen!

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Modern und gemütlich: Balkonkabine

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Die Kissen sind mit Absicht »zusammengewürfelt« – wie zu Hause

Ohne Fleiß kein Preis

Vor dem Erreichen der Kabine warten Sicherheitskontrolle und Check-in. Das dauert lange, denn es gibt einen zweistündigen Slot, in dem man einchecken darf. Somit kommen alle 2506 Seelen auf einmal. Doch TUI Cruises hat vorgesorgt. Ein charmanter, junger Mann reicht gekühltes Wasser und Tee. Da wartet man gern einen Moment länger.

Ich bin auf Mein(em) Schiff ankommen. Schon ertönt das Signal für die Sicherheitsübung. Sammelplatz ist die »Casino & Lounge«. Der Sicherheitsfilm wird über zwei Bildschirme gezeigt, die von einer Menschenmenge verdeckt werden. Besser durchdacht ist die neue Methode, um alle Passagiere durchzuzählen. Statt auf Papier setzt TUI Cruises hier auf Nachhaltigkeit und hakt die Anwesenden per Tablet ab. So wird man auch an der falschen Sammelstation gefunden, und besorgte Eltern wissen auf Knopfdruck, dass es den Kleinen im Kids Club gut geht.

Apropos Kids

»Mama, bleibst du hier?« Die Frage ist rasch vergessen, und am Ende des Tages gibt es eher Tränen, wenn man sich von den neuen Freunden losreißen muss. Generell zieht der Kids und Teens Club die Kinder magisch an. TUI Cruises ist sehr kinderfreundlich. Vom Nest für die Minis (mit Eltern), über den Kids Club mit verschiedenen Altersgruppen (Krabben: 3 bis 6 Jahre, Seeteufel: 7 bis 9 Jahre, Piranhas: 10 bis 11 Jahre) bis hin zum Teens Club gibt es Tagesprogramme, Workshops, Spielekonsolen und sogar Ausflüge für Familien oder nur für Kinder. Man hört von Eltern, die ihre Kinder während des Urlaubs gar nicht sehen, weil diese nur noch dort »abhängen«. Zumindest wird den Kindern ganz in Ruhe beigebracht, was die Rettungsweste für Eigenschaften hat, wie die Pfeife funktioniert und warum ein Licht leuchtet, sobald die Weste mit Wasser in Berührung kommt. Im Ernstfall können sie ihren Eltern erklären, wie das alles funktioniert.

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Maskottchen

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Leseplatz vor der »Waterkant Bar«

Große Freiheit der Kulinarik

Für den ersten Abend ist das Hauptrestaurant »Atlantik« die beste Wahl. Eigentlich beherbergt es gleich drei Restaurants: Klassik, Mediterran und die Brasserie mit französischen Spezialitäten wie Zwiebelsuppe, Coq au Vin und Maronenmousse mit Orangengelee. Das alles wird am Platz serviert. Auf der »Großen Freiheit« gibt’s zum Essen die große Auswahl. Wer feine Küche bevorzugt, sollte die Chance nutzen, um im »Richards« zu speisen. Dieses Restaurant wird es auf den nächsten Schiffen der Flotte nicht mehr geben. Bleiben wird das »Surf & Turf Steakhouse«, das mittlerweile seine Stammgäste hat. Zwischen zartem Wagyu-Fleisch, edlem Pommernrind oder nussigem Iberico-Schwein kann der Gast wählen. Nach der Fleischauswahl darf man sich noch ein passendes Messer ordern und das Essen mit Salzen aus Dänemark oder dem Iran verfeinern. Da schmeckt selbst die Vorspeise aus Brot, Öl und Salz fantastisch.

Speisen ohne Fleisch gibt es selbstverständlich auch. Kandierter Schafskäse und Spargel locken den einen oder anderen Vegetarier ins Steakhouse – ein Abend in Familie ist doch gemütlicher, als wenn man sich trennen müsste. Fleischanbeter kommen hier voll auf ihre Kosten. Und die sind im Übrigen erschwinglich. Hinterher warten unzählige Bars mit einem Cocktail. Am beliebtesten ist die »TUI Bar«, dicht gefolgt von der »Überschaubar« am Pool und der »Außenalster« am Heck. Je nach Tageszeit. Kleiner Geheimtipp rund um die Uhr: das Tag & Nacht-Bistro. Hier gibt es nicht nur Currywurst und Pizza.

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Das Hauptrestaurant

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Heckbar »Außenalster«

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Naschereien beim Italiener an Bord

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Es gibt auch einen Pool mit Glasdach

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Joggingstrecke

Fit für den Tag

Die Geräte im Spa & Sport-Bereich sind morgens um acht Uhr gut gefüllt, aber man bekommt einen Platz. Handtücher gibt es vor Ort, obwohl es einem fast leid tut, die zu kleinen Elefanten gefalteten Kunstwerke auseinanderzunehmen. Vier verschiedene Saunen laden zum Entspannen ein. Besonders die finnische Sauna mit dem gigantischen Blick auf die Weiten des Meeres lockt die Besucher reihenweise. Großen Andrang gibt es allerdings beim Yoga. Kein Wunder bei dem Ausblick! Sanft wippen die kleinen Wellen vorbei, während die Teilnehmer den »Herabschauenden Hund« vollführen. Der »Fisch« wäre angesichts des Elements passender gewesen, ist aber sehr anspruchsvoll. Und im Sportkurs soll sich schließlich jeder wohlfühlen. Positive Resonanz finden auch Zumba und Latin Dance. Hier dürfen Kalorien verbrannt werden – schließlich geht’s von hier gleich weiter zum Frühstück ...!

Frühstückern lässt die Backstube frische Brötchen und das Herz aufgehen. Zig verschiedene Brot- und Brötchensorten, Croissants, Laugenbrezeln und Co. warten in ihren Körbchen darauf, vertilgt zu werden. Dazu gibt es selbst gemachte Sommermarmeladen, Waldhonig und Frisches von der Theke.

Das Schiffsmodell als Kompass

Eine Orientierungshilfe an Bord steht in der »Waterkant Bar«: ein zehn Meter langes Modell der MEIN SCHIFF 4. Passagiere bekommen nicht nur Über-, sondern auch Einblicke in Bereiche, die sonst verborgen bleiben. Laundry, Maschinenraum und Lager stehen offen. Hier staunt man über den Pool, der knapp ein Zehntel der Schiffslänge einnimmt. Wer einmal am Pool ist, kann gleich noch einen Abstecher zur Eisbar machen. Empfohlen wird die Geschmackssorte »Mandel«. Zum Mittagessen ruft das »Gosch«. Eingefleischte oder »eingeshrimpste« Fans kommen jeden Mittag her.

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»Public Viewing« hinterm Schornstein

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Abtanzen bis in die Nacht

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Schiffsmodell als Wegweiser

Das Schiff – ein Kunstwerk

Der imposante »Diamant« am Heck, der das Schiff unverwechselbar macht, ist Heimat einer Figur, die abends golden leuchtet. An Bord befinden sich über 6.000 Kunstwerke mit einem Wert von über 1,5 Millionen Euro. Ein schwimmendes Museum mit Gemälden in den Kabinen und auf den Gängen; an der Rezeption stehen mannshohe Figuren aus Holz, und im Atlantik-Restaurant staunt man über mutmaßliche Seeigel, die aus Bleistiftminen konzipiert wurden. Neben den Werken befindet sich ein Schild mit einer Nummer, die über Bord-TV oder App über die Werke informiert. Oft hat man schon gehört, dass Kreuzfahrtschiffe bessere Soundanlagen besitzen als so manches Theater an Land. So staunt man nicht schlecht über die Vielfältigkeit des Klanghauses. Lesungen, Comedy-Veranstaltungen, Sprechtheater und klassische Konzerte – hat TUI Cruises einen Bildungsauftrag, an den man die Passagiere in homöopathischen Dosen heranführt?

Abtanzen

Hinter dem Klanghaus das Kontrastprogramm: Hier befindet sich die Abtanzbar. Verschiedene Bands spielen ihre Lieder in einer Blackbox ein und erscheinen auf vier Flatscreens. So spielen sie an 365 Tagen im Jahr und werden nie krank. Der Sound ist traumhaft und die Musik nicht zu aufdringlich. Ruhe gibt es in der »Himmel & Meer Lounge«. Für Suitenbewohner in der »X-Lounge«. Dort werden ständig kleine Snacks serviert und Champagner kredenzt. Und kostenfreies Internet. Das lohnt sich. Denn für 24 Stunden Verbindung mit der Außenwelt greift man sonst 19,90 € tief in die Tasche. Fazit: Durch eine breite Aufstellung an Erholungsangeboten und das ausgeklügelte Konzept spricht TUI Cruises vermögendere Gäste genauso an wie Musikliebhaber und Kunstfanatiker, Museumsgänger, Abenteuerlustige, Familien mit Kindern – und erstaunlich viele junge Menschen! Die Mitbewerber können sich warm anziehen ... Nicht nur auf Nordlandrouten.

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Die Glaskapsel »North Star« ist der Star

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Freundliche Begrüßung

ES SIND DIE KLEINEN FREUDEN ...

... die das Leben schön machen

von Oliver Schmidt

Sie will eine Hymne an die Meere sein, so verspricht es ihr Name: die neue ANTHEM OF THE SEAS von Royal Caribbean. Jedenfalls überprotzt sie nicht das Element, auf dem sie schwimmt. Stattdessen bringt sie mit der einzigartigen Glasgondel »North Star« ihre Passagiere hoch hinaus, auf dass sie aus 92 Metern Höhe auf das dann eher kleine Schiff auf dem großen Meer schauen können.

Freundlichkeit zählt

Maritimes wartet schon beim Einchecken: Eine zackig grüßende »Matrosin« mit endlos langen Beinen, die zeigt, was der Slogan »We always greet you with a real smile« bedeutet. Das Holzimitat auf dem Promenadendeck wird rasch gegen verschwenderisch flauschige Teppiche im Innern des Schiffes getauscht, die jeden Schritt grandios verschlucken und es schwer machen, den Rollenkoffer zu ziehen. Ein freundlich lächelnder Steward (»We always greet you ...«) windet dem Passagier das Gepäckstück behände aus den Fingern. Guter Service hat seinen Preis. Ja, es mag sein, dass woanders die Trinkgelder niedriger seien, räumt Dr. Jörg Rudolph, Geschäftsführer von Royal Caribbean in Frankfurt ein, dafür seien aber dort die Passagen teurer.

Wer glaubt, mit einem modernen gläsernen Aufzug, der Decks ansagen kann, stehe der Charme der Lifttechnik schon im Zenit, sieht sich rasch getäuscht. Da gibt es in den Bodenfliesen stets den aktuellen Wochentag zu lesen, im Bedienpanel versteckt sich ein Knopf mit der Aufschrift »Gangway«, deren oft täglich wechselndes Deck man somit nicht mehr zu suchen braucht, und eben kommt ein Lift vorbei, nach dessen Passage sich die Wartenden verwundert die Augen reiben: Stand da wirklich ein Klavier drin? Tatsache, solche kleinen Gags gehen den showverwöhnten Entertainment-Managern bei Royal Caribbean nicht aus. Wie etwa in der »Schooner Bar« mit antik anmutendem Tauwerk und einem leichten Windjammer-Odem, der es jedem Nostalgiker schwer macht, ohne einen schnellen, seemännischen Whisky vorbeizuschlendern. Ein paar Schritte weiter bestimmt eine futureske Bar das Geschehen: Hier mixt der Roboter den Cocktail. Entweder von »seinem« Menschen gesteuert oder nach eigenem Gusto.

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Überraschung: Live-Musik im Aufzug

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Ein Roboter mixt Cocktails

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Einlaufen des Täuflings ANTHEM OF THE SEAS

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»Testflug« im Fallschirmsimulator am Heck

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Hoch überm Meer in der »North Star«-Kapsel

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Wellenreiten mit dem »Flow Rider«

Technik, die verführt

An Deck locken auf den ersten Blick Pool und Sport, über allem schwebend und doch an einem dicken Stahlarm befestigt, die »North Star« Gondel, für die zwar eine Anmeldung, aber keine Extra-Gebühr verlangt wird. Ebenso wenig für den Fallschirmsimulator. Pressluft, die mit großer Kraft von unten in eine Glasröhre gepustet wird, hält denjenigen, der in seinem »Raumanzug« die Balance findet, in der Schwebe. Die Virtuosen, die den fluglustigen Besucher mit Helm, Schutzbrille, Ohrstöpseln und Sicherheits-Einweisung versorgen, zeigen gern, dass man sich durch geschicktes Nutzen des Luftstroms in jede beliebige Ecke des zylindrischen Raumes treiben lassen kann.

Menüvorschlag, Individualität auf Anfrage

Gar zu leicht wird vergessen: Die ANTHEM OF THE SEAS ist ein internationales Schiff. Undeutsch sind etwa die Steckdosen in der Kabine. Im europäischen Schuko-Format gibt es nur eine, und wer mit Smartphone, Kamera und PC anreist, bringt tunlichst eine Dreifachsteckdose mit. Dafür freut man sich an viel einfacheren Dingen: Im Kleiderschrank hängen reichlich »echte« Bügel, nicht die amputierte Hotel-Variante. Überall da, wo es um Stil geht, erfüllt die ANTHEM OF THE SEAS das Versprechen vom First-Class-Niveau. Allzu festgelegt scheint dem deutschen Gast, der gern eigene Entscheidungen trifft, die Menü-Auswahl zu sein. Er ändert, probiert einen Beilagenwechsel. Fragt höflich. Zunächst ein besorgter Blick, denn er soll durchaus erkennen, dass er etwas Besonderes will. Dann kommt die »Création de la maison« mit einem koketten Lächeln und der Selbstverständlichkeit, die der Name »Royal« verspricht.

Es ist Abend. Zeit für den schönsten Raum an Bord. Der liegt im Heck und ist eine Allzweck-Bar mit absenkbarer Bühne, zuschaltbaren Riesen-Monitoren und einem 180-Grad-Blick ins Achterwasser. Mit »Vistarama« ist die Allrounderin unter den Lounges an Bord treffend bezeichnet. Ihren Besuchern bietet sie Sitzbänke mit Überblick im hinteren Bereich, Sofas mitten im Geschehen, Hocker an der Bar und Ohrensessel direkt vor den großen Scheiben, wo das neue Schiff einmal mehr seinen direkten Bezug zum nassen Element demonstriert. Was Jörg Rudolph im Gepäck hat, als er vom ersten Bordbesuch auf dem neuen Schiff nach Frankfurt zurückkehrt, kann man auf seiner Xing-Seite nachlesen: Das beste Kreuzfahrt-Produkt weltweit. Und ein Lächeln: »We always greet you with a real smile.«

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Balkonkabine

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Latino-Bar mit Live-Musik

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»Vistarama«-Lounge am Heck