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Inhaltsverzeichnis
 
 
 

Für Gerald

Einleitung
Das Glück ist uns ja doch der liebste Gast im Leben. Es schenkt uns ein übervolles Herz und lässt die Seele Purzelbaum schlagen. Wunderschön ist das Glück – und dabei so flüchtig. In diesem Moment noch reicht es uns die Hand, im nächsten ist es schon wieder verschwunden. Dabei würden wir es schrecklich gern festhalten. Aber, gut zu wissen: Es wird wiederkommen. Ganz sicher.
 
Nur, was können wir dazu tun? Lässt sich das Glück herbeilocken? Scharen von Philosophen, Psychologen und Naturwissenschaftlern haben sich darüber den Kopf zerbrochen. Haben weise unterschieden zwischen dem Glück als Gefühl und dem Glück, das uns zufällt wie
ein Lottogewinn – Glück gehabt, heißt es dann. Haben uns gelehrt, dass nur die Zufriedenheit andauern kann und das Glück ein Sahnehäubchen obendrauf ist – köstlich, aber schnell verzehrt.
 
Sie haben wohl Recht, die klugen Leute. Aber wir wollen das Glück nicht mit dem Kopf zu ergründen suchen. Dieses Büchlein geht den Weg der Praxis. Wie es sich für eine kleine Gebrauchsanleitung gehört. Nehmen Sie es beim Wort und lassen Sie sich auf Pfade führen, auf denen Ihnen das Glück begegnen kann: heute, morgen oder schon jetzt gleich.
 
Ihre Christiane Schlüter

Unser Motto
Ein Buch über das Glück wäre nur gut, wenn es seine Leser glücklich machte, denn wenn sie unglücklich bleiben, ist das Rezept offensichtlich wertlos.
SULLY PRUDHOMME
002
Da haben wir uns viel vorgenommen. Aber mit weniger wollen wir uns gar nicht erst zufrieden geben.

Wo heute Ihr Glück wartet
Seien Sie nett zu sich selbst und gönnen Sie sich vor dem Aufstehen eine schöne Tasse Kakao im Bett. Schokolade macht glücklich, das ist erwiesen.
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Jeder Mensch braucht einen Engel. Wer könnte heute Ihr Engel sein? Wer hat Sie so richtig von Herzen gern?
Denken Sie an diesen Menschen, nehmen Sie ihn als Ihren unsichtbaren Begleiter in den Tag mit – und die Welt sieht gleich noch mal so freundlich aus.
004
Lachen Sie auf der Straße einem Kind zu – es wird zurücklachen und Sie für diesen Moment glücklich machen.
Nehmen Sie heute möglichst alle Treppen zu Fuß – das trainiert und bringt Schwung.
005
Schauen Sie am Mittag den Wolken nach. Es sind gar keine da?
Na, umso besser! So können Sie wieder mal die Sonne sehen.
006
Unser Atem ist ein wunderbares Geschenk. Holen Sie tief Luft und atmen Sie ganz lange wieder aus, langsam und ohne Druck, bis der Atem von selbst wiederkommt.
Wiederholen Sie das ein paar Mal – es macht richtig schön ruhig.
007
Sprechen Sie heute endlich die nette Nachbarin an, die Sie schon lange mal zum Tee einladen wollten. Wetten, sie freut sich? Und Sie sich gleich mit!
Putzen ist nichts, was wir gleich mit dem Glück in Verbindung bringen.
Aber manchmal kann es schon glücklich machen. Dann nämlich, wenn wir überschüssige Energie – vor allem negative wie Ärger – abbauen müssen. Das lässt sich wunderbar beim Putzen tun.
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Und die erste Tasse Kaffee im blitzblanken Wohnzimmer ist einfach ein Genuss.
009
Eine schöne Postkarte, vielleicht mit einem stimmungsvollen Gemälde oder einer witzigen Szene, ist ein kleiner, bezahlbarer Luxus. Auf dem Schreibtisch oder der Fensterbank schenkt sie einen schönen Ausblick.
Den Bus haben Sie noch erwischt, den herunterfallenden Teller in letzter Minute aufgefangen und ein »Bad-Hair-Day« ist heute auch nicht.
Lauter Kleinigkeiten, die in der Summe ein bisschen Glück ergeben.
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Singen macht Spaß, das finden die meisten Menschen. Aber nur wenige trauen sich. Veranstalten Sie Ihre eigene Karaoke-Show und singen Sie Ihre derzeitigen Lieblingssongs mal lauthals mit. Keine Sorge – außerhalb der Nachtzeiten kann niemand etwas dagegen haben. Selbst dann nicht, wenn Sie total unmusikalisch sein sollten.
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Oder legen Sie eine CD ein, die Sie besonders mögen. Fünf Minuten die Augen schließen und sich von der Musik davontragen lassen … wunderbar!
Manche Tage bringen ganz besondere Düfte mit.
Wenn es Frühling wird oder Herbst beispielsweise. Schnuppern Sie mal! Mit dem Geruch frischer Erde kommt kein noch so teures Parfüm mit.
012
Gibt es etwas, worauf Sie sich freuen können, auch wenn es noch etwas dauert bis dahin? Der nächste Urlaub, ein Fest oder einfach nur das kommende Wochenende – frohe Erwartung ist ein Teil des Glücks.
013
Überlegen Sie mal, was alles gut geklappt hat in letzter Zeit. Das war doch sicher eine ganze Menge, oder?
Unangenehme Termine stehen jedem von Zeit zu Zeit ins Haus. Hat man sie jedoch hinter sich gebracht, kehrt Erleichterung ins Herz ein – und auch das ist eine Spielart des Glücks.
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Wie wäre es mit einer Kerze am Abend? Sie erleuchtet nicht nur den Raum, sondern auch die Seele.
015
Denken Sie vor dem Schlafengehen an etwas, was Ihnen kürzlich besonders gut gelungen ist. Eigenlob ist nicht peinlich, sondern tut einfach gut. Am besten, Sie schauen dabei in den Spiegel, lächeln sich selbst an und machen sich ein richtig dickes Kompliment.

Glück für gute Freunde
Es kommt nicht auf die Zahl an. Ein einziger wirklich guter Freund oder eine gute Freundin ist mehr wert als ein dickes Buch voller Adressen.
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Gemeinsam herumzualbern, dafür ist man nie zu alt. Gönnen Sie sich mit Ihrer besten Freundin mal eine richtig spinnerte Stunde – am Telefon oder gemeinsam auf dem Sofa.
017
Ein Mensch, der Ihnen nahe steht, hat Ihnen etwas Persönliches erzählt. Er hat sich Ihnen anvertraut – ein echter Grund für Sie, glücklich zu sein.
»Ich hab dich so vermisst« – auch dieser Satz macht glücklich, und zwar nicht nur den, der ihn hört. Sicher wissen Sie jemanden, dem Sie das einmal sagen könnten. Ihr Herz verrät Ihnen schon, wer es ist.
018
Alles fließt: Wenn sich Lebenssituationen verändern, muss sich auch die Freundschaft wieder neu einpendeln. Geben Sie ihr Zeit und bleiben Sie treu im Nachfragen und Kontakthalten. So gelingt es am besten, die Freundschaft ins neue Leben mitzunehmen. Und das lohnt sich. Denn ein guter alter Freund ist wie ein Zeuge für Ihre eigene Biografie, weil er Sie schon so lange begleitet.
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Bei einem lieben, vertrauten Freund fühlen wir uns so richtig geborgen.
Eine neue Freundschaft ist fast so schön und aufregend wie eine neue Liebe: Man tastet sich aneinander heran, entdeckt Gemeinsamkeiten und freut sich, dass die Vertrautheit wächst.
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Freundschaft lebt auch von Unterschieden. Sie bereichern das Miteinander, weil jeder dem anderen Neues zu erzählen hat. So nimmt man Anteil an den Erfahrungen des anderen.
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Woran erkennen wir einen guten Freund? Unter anderem daran, dass er nicht neidisch ist, sondern uns das Glück gönnt.
Im Umgang mit Freunden lernen wir uns selbst besser kennen. Ihre Rückmeldungen verraten uns etwas über unsere eigene Person.
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