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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Für Svenja, die herausfinden will, ob sie die Welt retten kann.
Für Jens, der Angst hat, seinen Job zu verlieren, und darüber nachdenkt, ob Geld wirklich alles ist.
Für Susanne, die es inzwischen langweilt, ihre freien Abende in teuren Clubs zu verbringen.
Für Jolina, die an den Maximen ihres Vaters (»Haste nichts, biste nichts«, »Das Leben ist kein Zuckerschlecken« und so weiter) schon immer gezweifelt hat.
Für Corvin, dem klar geworden ist, dass er mehr Zeit damit verbringen sollte, produktiv und kreativ zu sein, als vor dem Fernseher zu sitzen.
Für Christine, die die täglichen Nachrichten beunruhigend findet und nach Wegen sucht, die globale Krise als persönliche Chance zu sehen.
Für Max, der zwar gut verdient, sich aber danach sehnt, einfacher zu leben, da er spürt, dass er sein Glück nicht im Konsumieren finden wird.

Vorwort
Glück kostet nichts. Zufriedenheit, Mitgefühl, warmherzige Beziehungen, Kreativität oder Gesundheit sind ebenfalls umsonst zu haben – denn all dies hat sehr viel weniger mit Haben als vielmehr mit Sein zu tun.
In diesem Buch finden Sie eine Sammlung von Maßnahmen, die nichts oder nur sehr wenig kosten beziehungsweise für die Sie Gegenstände brauchen, die Sie in der Regel ohnehin haben. 99 einfache Vorschläge, die einzig dazu dienen, Sie zu inspirieren, den einen oder anderen Schritt zu gehen, der vielleicht nahe-, vielleicht aber auch nicht so naheliegt. Die »99 Dinge, die nichts kosten und uns bereichern«, sind also weder Regeln noch To-do-Punkte, geschweige denn Wellness-Trostpflaster. Vielmehr sind es Möglichkeiten, die wir in jedem Augenblick unseres Lebens haben und die wir – vor allem in schwierigen Zeiten – leicht aus den Augen verlieren.
Dass die folgenden Anregungen kein Geld kosten, ist schön. Doch ebenso wichtig ist, dass sie uns bereichern, unseren Horizont erweitern, uns neue Erfahrungen schenken und mitunter auch unsere Sichtweise erneuern. In 99 kurzen Artikeln lernen Sie Wege kennen, die Ihnen dabei helfen,
002 kreativer zu sein,
003 neue Fertigkeiten zu erlernen,
004 die Verbundenheit zu Ihren Mitmenschen zu stärken,
005 sich über Ihre ganz persönlichen Ziele und Visionen klar zu werden,
006 das Internet intelligent zu nutzen,
007 etwas für Ihre Gesundheit und Ihre Fitness zu tun,
008 sich allein oder mit anderen für Ihre Umwelt einzusetzen,
009 auf originelle Weise am kulturellen Leben teilzunehmen,
010 effektiver zu kommunizieren und Ihre Partner, Freunde oder Kinder (und nicht zuletzt auch sich selbst) besser zu verstehen sowie
011 einfache philosophische Alltagsexperimente durchzuführen.
Wozu man das alles braucht? Vielleicht, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Vielleicht, um zu erkennen, dass Sinn, Würde und Glück nicht das Geringste mit Geld zu tun haben. Vielleicht aber auch, um einfach Spaß zu haben und Neues auszuprobieren. Und natürlich um das Beste aus der Krise zu machen, die – ganz wie Sie wollen – das Universum, der liebe Gott oder das Schicksal uns beschert hat, um uns aus unserer Wohlstandslethargie aufzurütteln.

Kopf aus dem Sand

Wie es aussieht, stecken die Finanzmärkte weltweit im größten Schlamassel seit der Weltwirtschaftskrise 1929. Und sehr wahrscheinlich wird die Krise wohl auch noch nicht vorbei sein, wenn dieses Buch in einigen Monaten gedruckt und veröffentlicht sein wird. Im Gegenteil steht eher zu befürchten, dass die Probleme, die zunächst nur die Banken und schließlich auch die Industrie getroffen haben, auch vor unserem eigenen Wohnzimmer nicht mehr haltmachen werden, was ja vielfach jetzt schon der Fall ist.
Wer in einer Wohlstandsgesellschaft lebt und sich an materielles Wachstum gewöhnt hat, den trifft die Krise besonders heftig. Viele haben Angst, Job und Prestige zu verlieren. Und die Folge ist, dass sie den Kopf in den Sand stecken.
Nötig ist das nicht. Sinnvoll erst recht nicht. Eine Krise ist schließlich nichts anderes als ein Wendepunkt. Krisen erzwingen innovative Strategien. Sie erfordern, dass wir neue Wege gehen und in andere Richtungen denken. Wer lernt, sich zu öffnen und flexibel zu reagieren, statt sich lähmen zu lassen, hat die besten Chancen. Und wie es aussieht, wird diese Chance bereits von vielen erkannt.

Neue Werte braucht das Land

Drei Gründe veranlassen den Leser wohl dazu, ein Buch wie dieses in die Hand zu nehmen. Die einen sind einfach nur neugierig. Die anderen haben oder befürchten finanzielle Einbrüche und suchen nach Möglichkeiten, zu sparen. Und die dritten verdienen zwar mehr als genug, sind es aber leid, zum Shoppen zu gehen, auf die Malediven zu fliegen und die Raten für ihren Sportwagen dank zahlloser Überstunden abzuzahlen.
Alle drei Gruppen sind – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen – auf der Suche nach neuen Werten, neuen Strukturen und, sagen wir es ruhig pathetisch: einer neuen Gesellschaftsform. Und es sieht gut für sie aus: Die Zeiten, da Ludwig Erhard den Wohlstand für Alle forderte und damit in erster Linie materielle Prosperität im Blick hatte, scheinen vorbei zu sein.
Repräsentative Umfragen zeigen, dass die Deutschen sich heute nach mehr sozialer Nähe sehnen. Auf die Frage »In was für einer Gesellschaft wollen Sie leben?« haben rund zwei Drittel der Befragten geantwortet, dass Verantwortung und Hilfsbereitschaft ihnen wichtiger ist als Wohlstand. »Glücklich sein« und »gut leben« schlagen »reich sein« und »viel haben« in der Bedürfnisskala um Längen – und das ist gut so, denn Zeit ist wertvoller als Geld.

Zeit ist wertvoller als Geld

Die »99 Dinge, die nichts kosten und uns bereichern«, bieten Ihnen 99 Möglichkeiten, Ihre Zeit sinnvoll und befriedigend zu verbringen. Und tatsächlich ist Zeit das Wertvollste, was Sie haben; denn sie lässt sich mit Geld nicht kaufen, ebenso wenig wie Liebe, Selbsterkenntnis oder Heiterkeit. Vom Glück mal ganz zu schweigen.
Doch wie können Sie Ihre Zeit dazu einsetzen, sich selbst oder anderen etwas Gutes zu tun? Indem Sie etwas machen, was in keiner Weise mit Geld zu tun hat.
Bekanntlich lebt der Mensch nicht nur vom Brot allein. Luft und Liebe sind gratis. Das Gleiche gilt aber auch für ehrenamtliche Tätigkeiten, Selbstreflexionen, für handwerkliches, kreatives, sozial oder ökologisch orientiertes Handeln oder für Poesie, Kunst, Philosophie und Bewusstheit.
Also los: Blättern Sie, lesen Sie und, vor allem, probieren Sie es aus! Lernen Sie jonglieren, schreiben Sie eine Kurzgeschichte, trainieren Sie Ihr Gedächtnis, setzen Sie sich für Greenpeace ein, finden Sie heraus, was das Wesentliche für Sie ist, oder backen Sie Glückskekse für sich und Ihre Freunde …
Viel Glück dabei!
Ronald P. Schweppe und Aljoscha A. Schwarz, im Frühjahr 2009

012 Was immer Sie tun: Tun Sie es hundertprozentig
Im Augenblick lesen Sie dieses Buch. Was immer Sie davor getan haben, es ist Vergangenheit. Und was immer Sie danach tun werden, ist nur Zukunftsmusik: nichts als eine Konstruktion Ihrer Gedanken und Vorstellungen.
Etwas hundertprozentig zu tun heißt, vollkommen bei der Sache zu sein. Wenn Sie beispielsweise gerade den Fernseher im Hintergrund laufen lassen, »im Hinterkopf« auf einen Anruf warten oder an Ihren Zahnarzttermin am nächsten Morgen denken, werden Sie Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit nicht auf das Buch lenken können. Unabhängig von der Qualität dieses Textes sollten Sie Ihre Konzentration dennoch ganz und gar auf den jetzigen Augenblick des Lesens richten. Und zwar ganz einfach deshalb, weil jeder Moment Ihres Lebens der einzige ist, den Sie wirklich »haben«. Und somit der, der Ihre volle Aufmerksamkeit verdient.

Immer schön eins nach dem anderen

Wenn Sie einen Zen-Meister fragen, wie der Weg zur Erleuchtung aussieht, wird er wahrscheinlich so etwas antworten wie: »Wenn ich Tee trinke, trinke ich Tee. Wenn ich den Hof kehre, kehre ich den Hof.«
Es ist nicht nötig, zugleich zu telefonieren, E-Mails zu beantworten und in der Schublade nach einem Formular zu kramen. Ganz im Gegenteil: Wer auf mehreren Hochzeiten tanzen will, tanzt letztlich auf gar keiner. »Multitasking« führt nicht zu mehr Effektivität, denn Qualität geht eben doch vor Quantität. Wer immer nur eins nach dem anderen tut, verbessert aber nicht nur Konzentrationsvermögen und Effektivität, er tut auch etwas für sein Glück: Der tägliche Teufelskreis aus To-do-Listen, Zeitdruck und hektischem Handeln lässt sich nur durchbrechen, wenn wir lernen, uns nicht mehr aus der Ruhe bringen zu lassen. Und die einfachste Möglichkeit dazu besteht darin, bei allem immer nur eins nach dem anderen zu tun.

Das Geheimnis der Achtsamkeit

Wie aber schafft man es, ganz im Hier und Jetzt zu sein und seine Konzentration zu hundert Prozent auf das zu lenken, was gerade ansteht?
Indem man achtsam ist. Achtsamkeit ist die Fähigkeit, sein ganzes Wesen auf das Hier und Jetzt auszurichten – aber nicht verbissen, sondern völlig entspannt. Buddha sagte dazu: »Es gibt für den Menschen eine Methode, die auf wundersame Weise hilft, sich zu befreien, Sorgen und Leid zu überwinden, Ängste loszulassen, den richtigen Weg zu finden und die höchste Erkenntnis zu gewinnen: Es ist dies die Methode der Achtsamkeit.«
Achtsamkeit ist eine Fähigkeit, die trainiert und entwickelt werden kann. Dazu gibt es einige Möglichkeiten:
013 Was immer Sie gerade tun … richten Sie Ihre Achtsamkeit ganz auf die jeweilige Tätigkeit. Ob Sie lesen, spazieren gehen, jemandem zuhören, sich die Zähne putzen oder im Bus fahren: Bleiben Sie ganz bei dem, was Sie tun, ohne gedanklich abzuschweifen oder an später zu denken.
014 Was immer Sie gerade tun … richten Sie Ihre Achtsamkeit ganz auf Ihren Körper und seine Empfindungen: Stehen, gehen, sitzen oder liegen Sie gerade? Ist Ihnen warm oder kalt? Ist Ihr Körper entspannt, sind die Bewegungen fließend – oder eher verkrampft? (Es geht bei der Achtsamkeit übrigens nicht darum, etwas »gut« zu machen oder zu bewerten! Beobachten und registrieren – das genügt vollkommen.)
015 Was immer Sie gerade tun … richten Sie Ihre Achtsamkeit ganz auf Ihre Gedanken, Gefühle und Stimmungen. Dadurch können Sie erkennen, ob Sie wirklich bei der Sache sind oder ob Ihre Gedanken abschweifen und Sie vielleicht längst wieder in die Grübelfalle getappt sind. Wie fühlen Sie sich, während Sie lesen, essen, telefonieren oder den Rasen mähen? Unsere Stimmungen verändern sich in jedem Augenblick – und auch hier geht es wieder einzig darum, zu beobachten und zu staunen.
Das Wichtigste aber ist: Kehren Sie immer wieder zurück zu Ihrem Tun. Sehen Sie jede Tätigkeit so an, als wäre es Ihre letzte. Und noch etwas: Vergessen Sie die Vorstellung von »Vorbereitung«. Sie kochen nicht, um zu essen; sondern Kochen ist die Tätigkeit, um die es geht. Sie gehen nicht in den Speicher, um eine Kiste zu holen; denn schon jeder Schritt ist es wert, wach und achtsam getan zu werden. »Wenn ich die Treppe hochsteige, steige ich die Treppe hoch. Wenn ich die Kiste hebe, hebe ich die Kiste.« So einfach – und doch so schwer – ist es, alles hundertprozentig zu tun.
016 FÜR WEN?
Für alle, die konzentrierter, wacher, gelassener und entspannter leben wollen.
017 WAS BRAUCHT MAN?
Geduld und die Fähigkeit, sich immer wieder an das Hier und Jetzt zu »erinnern«.
018 WAS SOLLTE MAN VERMEIDEN?
Die Dinge übertrieben betulich oder langsam zu tun sowie zu be- oder verurteilen, was man denkt oder fühlt.
019 WIE LANGE DAUERT ES?
Für Anfänger ist es schon schwierig, fünf Minuten im Hier und Jetzt zu bleiben. Erleuchtete – so sagt man – schaffen es rund um die Uhr.

020 Lernen Sie einen Zaubertrick
Zaubern können, das wäre schon nicht schlecht. Dann könnte man sich beispielsweise auf einen Besen setzen und die Kosten für das Flugticket sparen. Leider verbieten es die Gesetze der Zauberkunst, das Geheimnis des Besenflugs zu verraten. Aber zum Trost wollen wir Ihnen drei kleine, verblüffende Tricks zeigen, die Ihre Bekannten möglicherweise davon überzeugen, dass Sie zumindest ein wenig hexen können.

Asche zu Asche

Sie erklären in fröhlicher Runde, dass es möglich ist, mit reiner Geisteskraft – wenn man sich nur genug konzentriert – große Hitze zu produzieren. Die Skeptiker lachen Sie aus. Sie sollen das doch einmal vorführen. Sie entgegnen, dass jeder diese Kraft hat, und bieten an, es einem Zweifler zu zeigen. Sie bitten ihn, Ihnen seine Hand zu reichen. Sie schließen seine Hand zur Faust und legen den Zeigefinger auf seinen Handrücken. Dann bitten Sie ihn, sich stark zu konzentrieren. In seiner Hand wird es warm – ganz warm. Er behauptet dreist, dass das nicht so ist. Sie sagen ihm, er solle sich stärker konzentrieren, sonst klappt es nicht. Jetzt, behaupten Sie, ist es besser – Sie spüren, wie es in seiner Hand ganz heiß wird. Er zweifelt immer noch. Sie bitten ihn nun, seine Hand zu öffnen. Alle machen große Augen: In der Mitte seiner Handfläche ist ein schwarzer Fleck!
Und so funktioniert’s: Bringen Sie etwas Zigarettenasche an Ihren Zeige- oder Mittelfinger. Und dann bewahren Sie Geduld und halten sich vom Aschenbecher fern, sodass niemand eine Verbindung zwischen Ihrem Hantieren und dem späteren Trick herstellen kann. Dann lenken Sie das Gespräch auf übernatürliche Fähigkeiten. Wenn Sie die Hand des Skeptikers nehmen, drücken Sie Ihren Aschefinger in seine Handfläche, während Sie sagen, dass er seine Hand schließen soll. Dann fabulieren Sie ein wenig von Konzentration, geistiger Hitze, Ektoplasma … Das alles ist natürlich nur Ablenkung – der Aschefleck ist ja schon in seiner Hand. Vergessen Sie nicht, anschließend Ihren Finger unauffällig abzuwischen …

Asche zu Seife

Wieder sitzen Sie mit Freunden beisammen. Sie sagen, wie interessant es doch sei, dass Informationen nie verloren gehen – dass alles, was einmal geschrieben wurde, in der geistigen Sphäre immer noch vorhanden ist. Sie behaupten, das sogar zeigen zu können. Dazu bitten Sie einen der Anwesenden, den Anfangsbuchstaben seines Vornamens auf ein kleines Stück Papier zu schreiben. Dann verbrennen Sie das Papier in einem Aschenbecher. Sie öffnen Ihre Handfläche und lassen jemanden die Asche des Papiers auf Ihre Hand streuen. Nun bitten Sie wieder jemand anderen, diese Asche in Ihrer Hand zu verreiben. Zur Verblüffung der Runde kommt der verbrannte Buchstabe zum Vorschein.
Und so funktioniert’s: Für den Trick brauchen Sie eine winzige Vorbereitung. Sie nehmen ein Wattestäbchen, reiben es mit Seife ein und schreiben den Buchstaben auf Ihre Handfläche. Das können Sie leicht machen, wenn Sie auf die Toilette gehen. Aber lassen Sie sich dann eine ganze Weile Zeit, bis Sie den Trick vorführen. Keiner sollte mehr daran denken, dass Sie weg waren! Und wie stellen Sie den Buchstaben fest? Nichts einfacher als das, wenn Sie die Namen Ihrer Freunde kennen. Sie wissen, dass Ralph da ist – also schreiben Sie ein R auf die Hand und bitten später eben Ralph, sein Initial aufzuschreiben. Der Rest ergibt sich von selbst. Die Asche bleibt an den unsichtbaren (und unfühlbaren!) seifenbehandelten Stellen leichter kleben – und beim Reiben entsteht der Buchstabe. Lassen Sie das Asche-auf-die-Hand-Streuen und das Reiben von unterschiedlichen Personen machen und achten Sie darauf, dass Ihre Handfläche vorher deutlich zu sehen ist. Dann können Ihre Zuschauer nicht auf die Idee kommen, dass Sie durch »spezielles Reiben« manipulieren oder gar den Buchstaben vorher schon auf die Hand geschrieben haben. Haben Sie natürlich – aber das muss ja keiner wissen!

Münzen wegzaubern

Schon wieder sitzen Sie mit Leuten zusammen. (Es ist ja nett, Zeit mit Freunden zu verbringen – aber lesen Sie doch auch mal ein Buch!) Sie spielen ein wenig mit zwei Münzen herum. Plötzlich sagen Sie: »Ich habe neulich einen Zauberer gesehen. Das war ganz erstaunlich – aber es kann doch nicht so schwer sein!« Sie lassen Ihre Hand über beiden Münzen schweben, so als spürten Sie die Energie des Geldes. Sie nehmen eine der Münzen mit der rechten Hand, zeigen sie kurz und lassen sie dann in die zu einem Becher geformte linke Hand fallen. Sie schließen die linke Hand. Sie öffnen die rechte Hand, spreizen die Finger weit und machen eine beschwörende Geste zur linken. Sie konzentrieren sich. Dann öffnen Sie die Hand – und … Die Münze liegt noch darin. Mist! Es hat nicht geklappt. Vielleicht war das Metall unrein? Sie probieren es mit der anderen Münze. Genau dasselbe – mit dem kleinen Unterschied, dass die Münze spurlos verschwunden ist!
Und so funktioniert’s: Dies ist ein ganz grundlegender Taschenspielertrick, den auch Hütchenspieler häufig anwenden. Der Teil mit der ersten Münze geht ganz genau so, wie er beschrieben ist: Es passiert nichts. Aber wie verschwindet die Münze beim zweiten Mal? Für diesen Trick müssen Sie ein bisschen üben. Aber es ist wirklich ganz einfach.
Legen Sie eine Münze fünf bis zehn Zentimeter von der Tischkante auf einen Tisch. Nehmen Sie nun die Münze auf, indem Sie Zeige- und Mittelfinger zum Daumen führen. Machen Sie das ein paar Mal. Dann aber versuchen Sie, mit Zeige- und Mittelfinger die Münze ruckartig zu sich zu schieben, bevor der Daumen kommt. Die Finger schnippen die Münze also in Ihren Schoß. Üben Sie das: abwechselnd die Münze nehmen und dann wieder in Ihren Schoß schnippen. Üben Sie am besten vor dem Spiegel! So lange, bis die beiden Bewegungen völlig gleich aussehen und sich auch gleich anfühlen. Dann sind Sie im Prinzip bereit. Alles andere dient der Ablenkung. Wenn Sie das zweite Mal »die Münze zeigen«, zeigen Sie natürlich nur Luft. Aber das macht nichts. Der Moment ist so kurz, und die Zuschauer haben beim ersten Mal ganz deutlich die Münze gesehen (weil Sie sie lange genug gezeigt haben). Das haben sie sich gemerkt, und ihre Erinnerung wird ihnen vorgaukeln, dass sie die Münze auch beim zweiten Durchgang gesehen haben. Die Beschwörungsgeste mit der rechten Hand ist vor allem beim zweiten, echten Durchgang wichtig. Denn es muss ganz klar sein, dass sich die Münze nicht in Ihrer rechten Hand befindet. Die brauchen Sie dann nämlich, um die Münze aus Ihrem Schoß zu retten …
021 FÜRWEN?
Für jene, die schon immer einmal zaubern wollten, aber zu ungeduldig waren, Kartentricks zu lernen.
022 WAS BRAUCHT MAN?
Wattestäbchen, Seife, zwei Münzen, ein Quäntchen Selbstbewusstsein und ein bisschen Zeit zum Üben.
023 WAS SOLLTE MAN VERMEIDEN?
Die Tricks wiederholen oder erklären – damit nehmen Sie Ihren Zuschauern nur den Spaß.
024 WIE LANGE DAUERT ES?
Je nach Geschicklichkeit (beim letzten Trick) zehn bis dreißig Minuten. Die ersten beiden klappen sofort.

025 Schreiben Sie Haikus
Wie? Was? Haiku? Nie gehört! – Haikus sind japanische Kurzgedichte. Die Form ist ganz einfach: fünf Silben, sieben Silben, fünf Silben. Also beispielsweise:
Ach, die raue See,
bis nach Sado hin reicht die
große Milchstraße.
Das ist so ein Haiku, und zwar von einem Meister dieser Kunstform, Matsuo Bashô (1644-1694).
Das klingt so einfach. Doch ein richtig gutes Haiku hinzubekommen ist nicht leicht. Zu einem Haiku gehört mehr als nur Silbenzählen. Ein Haiku 026
hat einen Bezug zu einer Jahreszeit,
027 verwendet ein Naturbild,
028 hält einen Augenblick fest und
029 vollzieht im letzten Teil eine unerwartete Wendung.
Versuchen Sie es einmal. Haikus zu machen ist wie eine Meditation: Sie werden merken, wie Sie immer tiefer in einen Augenblick eindringen, Kleinigkeiten wahrnehmen, Zusammenhänge spüren – und schließlich eine »kleine Erleuchtung« erleben, wenn Ihr Haiku stimmig ist und die Form vollendet ist.
Vielleicht wollen Sie aber lieber über persönliche Gefühle schreiben? Auch da hat die japanische Dichtkunst etwas für Sie. Es geht prinzipiell genauso: fünf Silben, sieben Silben, fünf Silben. Nur heißt es dann nicht »Haiku«, sondern »Senryu«.
Anstelle der Jahreszeit steht eine Stimmung, ein Gefühl. Doch auch beim Senryu geht es um das poetische Festhalten eines Augenblicks:
Frohes Gelächter.
Im ersten Schnee des Winters.
Ich bin wieder Kind.
Versuchen Sie’s einfach.
Es ist nicht so, dass es in unserer Kultur nichts Ähnliches gäbe. Wir haben natürlich eine andere Tradition: Ein herkömmliches Gedicht hat erstens einen Reim und zweitens ein Versmaß. Mit beidem haben angehende Dichter oft Probleme. Die Ergebnisse sind teils erschreckend, teils unfreiwillig komisch. Doch auch bei uns gibt es Gedichte, die sich an der Form orientieren – was es erstaunlicherweise nicht schwerer, sondern zunächst einmal einfacher macht, ein eigenes Gedicht zu verfassen.
Am bekanntesten ist vielleicht das »Elfchen«. Es besteht aus fünf Zeilen und – der Name sagt es – elf Wörtern. Die erste Zeile hat ein Wort, die zweite hat zwei Wörter, die dritte drei, die vierte vier und die fünfte wieder nur ein Wort. Zum Beispiel:
Elfchen
zu dichten
ist viel leichter,
als du vielleicht denkst!
Los!
Nicht gerade ein Meisterwerk, aber einfach. Es ist viel leichter als ein Haiku. Vielleicht wollen Sie es am Anfang damit probieren?
Oder darf’s eins mehr sein? Ein »Zwölfchen«? Das geht ganz ähnlich wie ein »Elfchen«, ist aber symmetrischer. Die Wortzahl in den sechs Zeilen ist 1-2-3-3-2-1:
Ein
kleines Gedicht
kann Freude machen.
Freude am Spiel
mit einfachen
Worten.
Zum Abschluss noch das »Hexchen« mit sieben Zeilen und sechzehn Wörtern (1-2-3-4-3-2-1).
Endlich
weiß ich,
wie ich dichte.
Auch wenn meine Gedichte
keine Meisterwerke sind:
Ich liebe
es.
030 FÜR WEN?
Für alle, die gern dichten möchten, aber nicht wissen, wie sie anfangen sollen.
031 WAS BRAUCHT MAN?
Papier, Stift, Ideen.
032 WAS SOLLTE MAN VERMEIDEN?
Große Kunstwerke schaffen zu wollen.
033 WIE LANGE DAUERT ES?
Solange Sie möchten.

034 Setzen Sie Bücher aus
Haustiere auszusetzen ist herzlos und gemein. Mit Büchern ist das aber etwas anderes. Statt sie einfach nur zu verschenken, können Sie sie auch »in die freie Wildbahn« entlassen und dabei sogar ihre Reise Schritt für Schritt verfolgen. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie bei (oder, falls Sie die US-Originalversion bevorzugen, auf ).
Die Idee ist einfach und gut – so gut, dass es allein hierzulande inzwischen über 750 000 BookCrossers und knapp fünfeinhalb Millionen registrierte Bücher gibt. Im Grunde geht es darum, seine Bücher – am besten die guten, die, die man gern mit anderen teilen möchte, denn für die übrigen gibt’s ja die Altpapiertonne – an öffentlichen Plätzen »auszusetzen«: im Café, im Wartezimmer, im Bus oder auf der Parkbank.
Natürlich gibt es auch die private Variante: Wählen Sie ein schönes Buch aus, binden Sie ein Schleifchen drum herum und schreiben Sie eine persönliche Widmung hinein (»Wenn du dieses Buch findest, ist es wahrscheinlich genau das richtige für dich – viel Spaß beim Lesen, Emma«).
Beim BookCrossing kommt allerdings noch ein besonderer Gag dazu: Sie verschenken Ihre Bücher nicht nur an Unbekannte, sondern können wie gesagt sogar ihre Reise samt Kommentaren mitverfolgen. Und das geht so: Bevor Sie das Buch in die Freiheit entlassen, registrieren Sie es bei bookcrossing. com; dort bekommt das Buch eine Nummer (BCID = BookCrossingIDentnumber), die Sie ins Buch eintragen (am besten auf speziellen Etiketten, die über die Seite kostenlos heruntergeladen und selbst ausgedruckt werden können). Wer das Buch dann irgendwo findet, kann auf besagter Seite nachschauen und angeben, wo und wann er es gefunden hat, und auch, wer das Buch vor ihm alles hatte. Und wenn er möchte, kann er noch eine kleine Buchkritik einfügen.
Die Vision der BookCrosser ist es, eine weltweit vernetzte, offene Bibliothek zum Nulltarif aufzubauen. Im Moment mag das noch wie eine Utopie klingen. Doch wer weiß: Vielleicht schließen Sie sich ja heute noch an und machen die Erfüllung dieser Utopie ein kleines bisschen wahrscheinlicher …
035 FÜR WEN?
Für alle, die gern lesen und das Gelesene gern mit anderen teilen wollen.
036 WAS BRAUCHT MAN?
Einen Internetanschluss und ein paar Bücher, die es wert sind, verschenkt zu werden. Eventuell noch eine Plastikfolie, falls Sie das Buch wetterfest aussetzen wollen.
037 WAS SOLLTE MAN VERMEIDEN?
Darauf zu hoffen, dass Sie an jeder Straßenecke Bücher finden – noch ist der Kreis zu klein.
038 WIE LANGE DAUERT ES?
Auswählen des Buchs, registrieren und beschriften – alles zusammen inklusive Aussetzen kaum mehr als fünfzehn Minuten.

039 Lernen Sie, wie ein Yogi auf dem Kopf zu stehen
Die ganze Welt scheint manchmal auf dem Kopf zu stehen. Das kann auch schon mal daran liegen, dass Sie gerade auf dem Kopf stehen – dann brauchen Sie dieses Kapitel natürlich nicht mehr zu lesen. Falls Sie aber einen Yoga-Kopfstand lernen möchten, dann zeigen wir Ihnen jetzt, wie das geht.
Im Yoga hat so ein Kopfstand natürlich nicht nur den Sinn, interessant auszusehen. Manche Yogis verharren über eine Stunde in dieser Stellung, und das nicht etwa, weil sie im Zirkus auftreten wollen. Vielmehr hat das Kopfstehen zahlreiche positive Wirkungen: Vor allem das Gehirn wird stärker durchblutet, was wiederum die geistigen Fähigkeiten verbessert, beispielsweise die Gedächtnisleistung. Die Bauchmuskulatur wird gekräftigt und der Druck auf die unteren Körperregionen verringert. Und natürlich bekommen Sie einen ganz neuen Blick auf die Welt. Nicht umsonst wird der Kopfstand im Yoga als die »Königin der Asanas (Yogastellungen)« bezeichnet!
Doch Vorsicht: Wenn Sie unter Bluthochdruck oder erhöhtem Augeninnendruck leiden, fragen Sie unbedingt Ihren Arzt, ob Sie das mit dem Kopfstand nicht lieber bleiben lassen sollten. Auf keinen Fall dürfen Sie ihn üben, wenn Sie Probleme mit der Nackenwirbelsäule haben!
Warum eigentlich ein Yogakopfstand? Und was unterscheidet den von einem »ganz normalen«? Beim »normalen« Kopfstand stehen Sie auf den Händen und auf dem Kopf; dabei müssen Sie mit den Händen die ganze Zeit das Gleichgewicht kontrollieren. Beim Yogakopfstand (Shirsh-Asana) ist ein großer Teil Ihres Körpergewichts auf die Unterarme verteilt. Außerdem stützen die Hände den Kopf, sodass der Nacken nicht ganz so stark belastet wird.
Wollen Sie endlich anfangen? Nein, warten Sie noch ein bisschen. Wir möchten, dass Sie sich nicht verletzen. Also machen wir ein paar Vorbereitungen:
040 Legen Sie ein, zwei dicke Decken auf den Boden (am besten auf den Teppich).
041 Setzen Sie sich in die Mitte, legen Sie die Hände auf den Kopf und rollen Sie nach hinten und wieder zurück. Bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie es ist, zu rollen.
042 Knien Sie sich jetzt ans Ende des Deckenpolsters und machen Sie ein paar Purzelbäume auf der Decke. Ziehen Sie den Kopf auf die Brust, senken Sie den Körper und rollen Sie über den Rücken ab.
Falls das alles klappt, sollten Sie eigentlich keine Angst mehr haben, beim Kopfstand umzufallen. Und wenn Sie keine Angst haben, geht es natürlich viel leichter. Sollten Sie doch umfallen, wissen Sie ja, wie Sie das richtig machen.

Sich auf den Kopf stellen Schritt für Schritt

Knien Sie sich erst einmal hin und setzen Sie sich auf Ihre Fersen. Beugen Sie sich nach vorn, sodass Ihre Stirn auf dem Boden ruht. Ihre Arme legen Sie seitlich ab, damit die Hände neben den Füßen liegen. Atmen Sie tief durch. Mindestens dreimal.
Nun richten Sie sich wieder kurz in den Fersensitz auf und beugen sich dann nach vorn, bis Ihre Oberschenkel und Oberarme senkrecht zum Boden stehen. Die Unterarme liegen auf dem Boden.
Fassen Sie mit der rechten Hand den linken Ellbogen und mit der linken Hand den rechten Ellbogen. Ihre Ellbogen sind also nun eine Elle oder etwa Schulter breit auseinander.
Lassen Sie die Ellbogen in ihrer Position und bringen Sie die Hände nach vorn. Verschränken Sie die Hände, aber ganz locker. Die Fingerspitzen sollten die Knöchel der gegenüberliegenden Hand nicht erreichen – unter anderem deshalb, weil es sehr schmerzhaft sein kann, wenn Sie über stark verschränkte Finger abrollen.
In die »Schale«, die Ihre Hände nun bilden, legen Sie Ihren Hinterkopf. Der Kopf berührt den Boden knapp oberhalb der Stirn.
Strecken Sie langsam Ihre Beine. Dabei kommt immer mehr Druck auf Ihren Kopf und Ihre Unterarme. Wenn sich irgendetwas unangenehm oder schmerzhaft anfühlt, hören Sie auf und versuchen es später noch einmal.
Wandern Sie mit Ihren Füßen so nah wie möglich zum Kopf – die Beine bleiben dabei gestreckt.
Wenn Sie sich erst einmal an die umgekehrte Stellung gewöhnen möchten, bleiben Sie vier Atemzüge in dieser Stellung und kehren Sie dann wieder in die Ausgangsstellung zurück.
Wenn Sie den Kopfstand jedoch vollenden möchten, heben Sie das rechte Bein langsam vom Boden ab, indem Sie den Unterschenkel anziehen. Nun tun Sie dasselbe mit dem linken Bein – und schon stehen Sie auf dem Kopf!
Zum richtigen Kopfstand sind es nur noch zwei Schritte. Zuerst heben Sie die Oberschenkel, bis sie eine Linie mit dem Körper bilden, und dann strecken Sie noch die Unterschenkel – die Füße bleiben dabei entspannt, die Zehen werden nicht zur Decke gestreckt.
043
Bravo – Sie haben den Kopfstand gemeistert! … Also, genauer gesagt: Sie haben das Lesen der Übungsbeschreibung gemeistert. Wenn Sie nun ein bisschen üben, schaffen Sie das aber auch schon bald in der Wirklichkeit.
044 FÜR WEN?
Für alle, die etwas können möchten, was nicht nur interessant aussieht, sondern auch ein bisschen Blut ins Gehirn bringt.
045 WAS BRAUCHT MAN?
Eine gesunde Nackenwirbelsäule – achten Sie bitte unbedingt auf die Hinweise, ansonsten brauchen Sie womöglich bald einen guten Arzt.
046 WAS SOLLTE MAN VERMEIDEN?
Üben Sie nicht, wenn Sie unter Bluthochdruck oder Rückenbeschwerden leiden. Auch übertriebener Ehrgeiz kann ungesund werden.
047 WIE LANGE DAUERT ES?
Achten Sie auf Ihre Grenzen. Wenn es keinen Spaß mehr macht, hören Sie auf. Sollten Sie nach dreißig Minuten immer noch auf dem Kopf stehen, wird es aber auf jeden Fall Zeit, die Perspektive wieder mal zu wechseln.

048 Setzen Sie sich für Oxfam ein
Nichtregierungsorganisationen (Non-Governmental Organizations, NGOs) repräsentieren die Wünsche und Bedürfnisse der Zivilgesellschaft. Sie sind weder staatlich organisiert noch auf Gewinn ausgerichtet. All jenen, die die Gestaltung unserer Welt nicht allein der Politik oder Wirtschaft überlassen wollen, bieten sie daher zahlreiche Möglichkeiten, aktiv zu werden. Zu den wichtigsten dieser Organisationen gehört das Oxfam.
Oxfam geht auf eine englische Bürgerinitiative zurück. Im Jahr 1942 gründeten engagierte Menschen das »Oxford Committee for Famine Relief« – ein Komitee zur Bekämpfung der durch den Krieg verursachten Hungersnot. Gut fünfzig Jahre später schlossen sich zahlreiche Wohltätigkeitsorganisationen zu »Oxfam International« zusammen mit dem Ziel, konkret etwas gegen Armut, Hunger und soziale Ungerechtigkeit in der Welt zu unternehmen. Oxfam Deutschland e.V. zählt zu den jüngsten Ablegern der Organisation, es wurde erst 1995 gegründet.
In Zusammenarbeit mit über dreitausend lokalen Organisationen unterstützt Oxfam heute Hilfsprojekte in rund hundert Ländern, darunter in Pakistan, Indien, Südafrika, im Kongo oder im Sudan.
Neben dem Kampf gegen die Armut leistet Oxfam Katastrophenhilfe und bemüht sich in vielen Projekten um Krisenprävention.
Ferner gehört auch die Sicherung menschlicher Grundrechte zu den wichtigsten Zielen. Dazu zählen insbesondere das Recht
049 auf den Zugang zur Erwerbsmöglichkeit,
050 auf den Zugang zu Gesundheitsdiensten und Bildung,
051 auf ein Leben in Sicherheit,
052 das Recht, gehört zu werden, und
053 das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit.
Nicht zuletzt kümmert Oxfam sich auch darum, Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern bessere Bildungsmöglichkeiten zu bieten.
Falls Sie bereit sind, sich für Oxfam einzusetzen, befinden Sie sich dabei in prominenter Gesellschaft: Neben Heike Makatsch, Antonio Banderas und Bono sind etwa auch Scarlett Johansson, Colin Firth oder die Toten Hosen für die Organisation aktiv geworden. Etwas Zeit und Motivation – das ist im Grunde alles, was Sie brauchen, um sich einer der vielen kleinen oder auch größeren Kampagnen anzuschließen.
Alle nötigen Infos dazu finden Sie unter . Falls Sie sich für die Hintergründe der Organisation interessieren, lohnt sich ein Abstecher zu den Menüpunkten »Über uns« (»Wer wir sind« oder »Was wir machen«). Falls Sie ein Mann oder eine Frau der Tat sind, können Sie aber unter »Aktiv werden« auch gleich zu den »Kampagnen« klicken.
Hier können Sie sich mit Ihrer Stimme beispielsweise einer Petition anschließen – gleich, ob es dabei um das Thema »Gesundheit und Bildung für alle«, um eine gerechtere Agrarpolitik oder die Kontrolle des internationalen Waffenhandels geht.
Apropos »Eindämmung des Waffenhandels«: Unter der Internetadresse finden Sie Details und Anleitungen, um ein Foto von sich in der weltweit größten Online-Fotogalerie hochzuladen, auf der neben Oxfam auch Amnesty International und andere Organisationen bereits mehr als eine Million Porträts engagierter Menschen gesammelt haben.
Ganz egal, ob Sie einen Oxfam-Stand mitbetreuen, Unterschriften sammeln, Informationsmaterial verteilen oder sogar eine kleine Fotoausstellung organisieren wollen – unter finden Sie mehr Details. Natürlich können Sie auch jenseits des Internets Kontakte knüpfen:
Oxfam Deutschland e.V.
Greifswalder Straße 33a
10405 Berlin
Tel. +49 30 42850621
Rufen Sie einfach an und lassen Sie sich Informationen schicken – alles Weitere wird sich ganz von selbst ergeben.
054 FÜR WEN?
Für alle, die sich nicht länger nur über den Zustand der Welt ärgern, sondern lieber aktiv werden wollen – ob allein oder mit Freunden.
055 WAS BRAUCHT MAN?
Einen Internetanschluss oder ein Telefon. Und den Mut, einfach mal anzurufen beziehungsweise per E-Mail Kontakt aufzunehmen.
056 WAS SOLLTE MAN VERMEIDEN?
Die Entscheidung vor sich herzuschieben oder sich zu verzetteln. Suchen Sie spontan die Aktion heraus, die Sie unterstützen möchten. Nehmen Sie sich nicht zu viel vor, sondern setzen Sie lieber auf die Wirkung kleiner Schritte.
057 WIE LANGE DAUERT ES?
Solange Sie wollen. Um sich einer Petition anzuschließen, brauchen Sie nur ein paar Sekunden. Einen Infostand zu betreuen dauert einen halben oder auch ganzen Tag. Wer aber Lust und Zeit hat, kann Oxfam natürlich auch zu seinem Lebensinhalt machen.

058 Entrümpeln Sie Ihren Kleiderschrank
Sein Leben zu entrümpeln und Ballast abzuwerfen ist oft gar nicht einfach. Doch wie heißt es so schön: »Auch die längste Reise beginnt mit einem kleinen Schritt« – und der kann in diesem Fall zum Beispiel darin bestehen, Kleiderberge abzutragen. Denn ganz gleich, wie groß unsere Garderobe sein mag: Die Anzahl der Kleidungsstücke, die wir wirklich gern anziehen und in denen wir uns auch wohl fühlen, ist immer relativ klein.
Warum aber bewahren wir Garderobe auf, die wir (wahrscheinlich) nie mehr brauchen werden? Dafür gibt es viele Gründe, zum Beispiel:
059 Nostalgie: das Kleid, das wir auf der Hochzeitsreise so geliebt haben,
060 Höflichkeit: die Krawatte, die unsere Mutter uns zu Weihnachten geschenkt hat, 061
unbegründete Hoffnungen: etwa die, dass die Mode wiederkehren möge oder dass das, was uns gepasst hat, als wir zehn Jahre jünger und zehn Kilo leichter waren, nach der einen oder anderen Diät ja vielleicht wieder passen könnte.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige sehr vernünftige Gründe, seine Kleider auszumisten:
062 Wer Ordnung liebt oder bestimmte Kleider auf Anhieb wiederfinden möchte, wird begeistert sein.
063 Die Qual der Wahl entfällt.
064 Ballast abzuwerfen hat auch psychologischen Wert: Sich von dem zu befreien, was wir nicht mehr benötigen, wirkt entlastend und befreiend. Letztlich geht es dabei ja auch darum, Vergangenes loszulassen und Klarheit für das Jetzt zu schaffen. Nicht alles, was früher (zu uns) gepasst hat, passt heute noch – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
065 Wer wertvolle Kleidungsstücke hat, kann sie im Secondhandshop verkaufen und ein bisschen Geld verdienen.
Und natürlich gibt es noch den sozialen Aspekt: Mit Ihrer Spende können Sie Leuten helfen, die die Sachen dringend benötigen. Allein das Deutsche Rote Kreuz versorgt insgesamt rund zwei Millionen Menschen bundesweit mit gut erhaltener Kleidung. Auch Sammlungen für konkrete Hilfsprojekte (Flut- oder Erdbebenopfer) sind sehr sinnvoll. Falls Sie genauer wissen wollen, was mit Ihren Altkleidern passiert, sollten Sie sich bei den Sammelorganisationen erkundigen oder sich an Verbraucherzentralen wenden – beispielsweise an den
Dachverband FairWertung e.V.
Hüttmannstraße 52
45143 Essen
Tel. +49 201 621067
oder das
Institut für Ökonomie und Ökumene Südwind e.V.
Lindenstraße 58-60
53721 Siegburg
Tel. +49 2241 53617

Ausmisten – aber wie?

Die einfachste Methode, um klar Schiff zu machen: Nehmen Sie erst einmal alle Kleider aus dem Schrank und legen Sie sie aufs Bett oder auf den Teppich. Und jetzt bilden Sie drei Haufen beziehungsweise »Abteilungen«:
066 Auf den ersten Haufen kommt alles, wovon Sie sich leicht trennen können. Dazu gehören Kleider, die Sie mindestens ein Jahr lang nicht mehr getragen haben, ebenso beschädigte Kleidungsstücke.
Wohin damit? Abgenutzte oder kaputte Klamotten wandern in die Mülltonne, alles andere in die Altkleidersammlung. Gut erhaltene und teure Fummel sollten Sie wie gesagt im Secondhandshop anbieten.
067 Auf den zweiten Haufen legen Sie alle Ihre Lieblingskleider: Sachen, die Sie (in der entsprechenden Saison) gern und regelmäßig anziehen.
Wohin damit? Deponieren Sie sie wieder im Schrank.
068 Den dritten Haufen bilden die Kleider, bei denen Ihnen eine Entscheidung schwerfällt. Beispielsweise gehören dazu Erinnerungsstücke oder Teile, von denen Sie glauben, dass Sie sie doch wieder tragen werden – aber Vorsicht: Der Haufen sollte auf keinen Fall der größte sein …!
Wohin damit? Diese Kleider bekommen eine Schonfrist. Packen Sie sie in einen Karton, den Sie auf oder unter dem Schrank verstauen. Schreiben Sie das aktuelle Datum auf die Kiste. Alles, was Sie innerhalb des nächsten Jahres nicht mindestens einmal angezogen haben, sollten Sie spätestens dann entsorgen.
Beim Aussortieren bildet Garderobe für besondere Anlässe wie Abendkleidung oder Anzüge eine Ausnahme. Sofern Größe und Mode noch passen, sollten Sie derartige hochwertige Stücke natürlich auch dann aufbewahren, wenn Sie sie nur selten nutzen.
069 FÜR WEN?
Für alle, die sich von Ballast befreien wollen.
070 WAS BRAUCHT MAN?
Einige Kartons oder Plastiktüten.
071 WAS SOLLTE MAN VERMEIDEN?
An Vergänglichem festzuhalten.
072 WIE LANGE DAUERT ES?
Je nach Anzahl und Größe der Kleiderschränke bis zu einem Vor- oder Nachmittag.

073 Machen Sie Breathwalking
Für alle, denen Jogging zu anstrengend und Walking zu langweilig ist, dürfte Breathwalking genau das Richtige sein. Der englische Begriff »Breathwalking« setzt sich aus »atmen« (to breath) und »gehen« (to walk) zusammen – zwei Aktivitäten also, die bekanntlich nichts kosten, der Gesundheit aber sehr zuträglich sind.
In den USA ist Breathwalking längst Kult. Auch »Yoga-Walking« genannt, ist es eine moderne Variante des von Yogi Bhajan und Dr. Guru Charan Singh entwickelten »Breathwalks«, eines eingetragenen Warenzeichens. Ohne Anleitung ist der ursprüngliche Breathwalk jedoch kaum zu erlernen: Rund zwanzig Programme, neun verschiedene Atemmuster und fünf Phasen, aus denen jedes Programm besteht (Aufwärmphase, Einstimmung, Walking-, Dehnphase und Meditation), machen das meditative Gehen recht kompliziert. Wer richtig tief einsteigen will, findet weiterführende Informationen dazu unter .
Doch zum Glück geht es auch einfacher. Letztlich ist Breathwalking ja nur die Kombination aus Atmen und Gehen – genauer: aus Spazierengehen und einem festen Atemrhythmus, der dem Schrittrhythmus dabei angepasst wird.

So wird’s gemacht

Breathwalking ist entspanntes Walking mit ein paar zusätzlichen Regeln. Anfänger beginnen, indem sie vier Schritte lang ein- und vier Schritte lang ausatmen. Der Atem sollte durch die Nase jeweils in vier kleinen Zügen ein- und (etwas kräftiger) wieder ausströmen (Verhältnis eins zu eins).
Nach rund drei Minuten Breath- folgen fünf Minuten gewöhnliches Walking, bei dem Sie Ihren Atem einfach frei strömen lassen und – auf Wunsch – das eher gemächliche Tempo etwas erhöhen können, um den sportlichen Aspekt zu betonen. Und schon ist der erste Zyklus beendet, den Sie dann noch einmal oder öfter wiederholen.

Für Fort-Schreitende

Natürlich können Sie die Sache noch intensivieren und beispielsweise den Aspekt der Meditation mehr betonen:
074 Setzen Sie beim Gehen ein Mantra ein: Ein Mantra ist eine formelhafte Folge von »magischen« Silben oder Urlauten, die über längere Zeit wiederholt werden. Ein beim Breathwalking häufig verwendetes Mantra lautet »SA-TA-NA-MA«. Es bezeichnet den Kreislauf des Lebens (sa = »Geburt«, ta = »Leben«, na = »Tod«, ma = »Wiedergeburt«). Allerdings kommt es bei Mantras gar nicht auf die Bedeutung an: Um die geistige Klarheit zu erhöhen und den meditativen Aspekt des Gehens zu betonen, genügt es, die Silben beim Walking innerlich zu wiederholen. Jeder Schritt bekommt also eine Silbe, und nach vier Schritten beginnt das Mantra von vorn.
075 Je nach erwünschter Wirkung können Sie den Atemrhythmus variieren: Legen Sie Wert auf Entspannung und Stressreduktion, dann atmen Sie vier Schritte lang ein und acht Schritte lang aus (Verhältnis eins zu zwei). Geht es Ihnen darum, Energie zu sammeln und Ihren Stoffwechsel in Schwung zu bringen, sollten Sie vier Schritte einatmen, den Atem vier Schritte anhalten und vier Schritte ausatmen (Verhältnis eins zu eins zu eins).

Und wozu das Ganze?