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Wipper-Wein


Wipper-Wein


2. Auflage

von: Regina Schleheck, Ralf Alex Fichtner

4,49 €

Verlag: VSS-Verlag
Format: PDF
Veröffentl.: 10.06.2018
ISBN/EAN: 9783961271139
Sprache: deutsch

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

Als Papa nach Australien fliegt, um dort zu arbeiten und Mama so ganz anders als früher ist und oft weint, bricht für die kleine Mari ihre heile Welt zusammen.
Aber ihr Opa Anton, den sie eines Tages im Altenheim besucht, schafft es, sie wieder fröhlich zu stimmen. Zuerst kommt er zu ihrer Einschulung, dann fährt er in den Herbstferien mit ihr in Urlaub. Wenn es auch nur zur Jugendherberge nach Wipperfürth geht, die Woche mit Opa Anton ist für Mari etwas ganz Besonderes. Sie erfährt das Geheimnis des Wipper-Weins, und dann ist da noch ein Mann, der vielleicht ihr neuer Papa werden könnte.
Ein reizender Roman von Regina Schleheck, der auf kindgerechte Art Probleme wie Trennung, alt werden und sterben behandelt. Zum Text schuf der bekannte Maler und Zeichner Ralf Alex Fichtner zehn wunderschöne Illustrationen. Ein Buch zum Lesen und Vorlesen. Geeignet für Kinder und Jugendliche von 6 – 14 Jahren.Jahren.
Als Papa nach Australien fliegt, um dort zu arbeiten und Mama so ganz anders als früher ist und oft weint, bricht für die kleine Mari ihre heile Welt zusammen.
Aber ihr Opa Anton, den sie eines Tages im Altenheim besucht, schafft es, sie wieder fröhlich zu stimmen. Zuerst kommt er zu ihrer Einschulung, dann fährt er in den Herbstferien mit ihr ...
Einen Tag nach meinem sechsten Geburtstag ist mein Vater nach Australien geflogen und nicht mehr zurückgekommen. Aber das wusste ich da noch nicht. „Nimm mich mit“, hab ich ihn gebeten, als er am Abend an mein Bett gekommen ist, um mir gute Nacht zu sagen. Aber er hat den Kopf geschüttelt: „Ich muss da doch arbeiten, Marit. Außerdem bist du jetzt schon ein großes Mädchen und gehst bald in die Schule.“
Da hab ich gemerkt, dass etwas nicht stimmte. Schließlich fing die Schule erst im Herbst an. Mein Geburtstag war aber kurz nach Ostern.
„Was musst du denn da arbeiten in Australien?“, wollte ich wissen.
„Die Firma schickt mich“, hat er gesagt. Als wenn das eine Antwort wäre!
„Und wann kommst du wieder?“, hab ich gefragt.
„Bald“, hat er gesagt und mich auf einmal so fest gedrückt, dass mir die Luft weggeblieben ist. Ich hab gestrampelt und „Hilfe!“ gerufen, und da hat er mich wieder losgelassen und ist ganz schnell raus gegangen. Ich hab dann noch lange wach gelegen und darüber nachgedacht, warum er so komisch geklungen hat, als wäre er erkältet. Ich hab gedacht, wenn er jetzt krank wird, kann er nicht wegfahren. Wenn ich einen Schnupfen habe, lässt Mama mich auch nicht in den Kindergarten.
Aber am nächsten Morgen hat er kein bisschen gehustet und hatte auch kein Fieber. Als ich in die Küche kam, saß er wie immer am Frühstückstisch hinter der Zeitung, und Mama saß auf der anderen Seite hinter der Zeitung. Manchmal frage ich sie, was da steht, daher weiß ich, dass Papa immer den Wirtschaftsteil gelesen hat und Mama den Lokalteil. Erst hab ich gedacht, Mama wollte da nachlesen, was Papa abends gemacht hat, weil er so oft weg war, und Mama sagt dann immer, er ist im Lokal. Aber Mama hat gelacht und gesagt, da steht halt alles, was bei uns in der Stadt so los ist, aber leider nichts von Papa.
Ich bin um den Tisch gelaufen, um ihnen einen Gutenmorgenkuss zu geben. Mama roch nach Kaffee und Zahnpasta und Papa nach Kaffee und Rasierwasser und Firma, wie er halt immer riecht, wenn er zur Arbeit geht. Und trotzdem hatte ich ein komisches Gefühl. Keiner hatte mich geweckt, und im Flur standen zwei große Koffer.
Auf dem Weg zum Flughafen saß Mama dann am Steuer, und Papa hat aus dem Fenster geguckt und nichts gesagt.
„Wann kommst du wieder?“, hab ich gefragt.
„Ich muss mal sehen, wann ich Urlaub kriege“, hat er gesagt.
„Fahren wir dann zusammen in Ferien?“, wollte ich wissen. „Nele fährt mit ihren Eltern wieder nach Bayern auf den Bauernhof. Wir könnten doch alle zusammen fahren.“
„Hm“, hat Papa nur gemacht.
„Maritkind“, hat Mama im Rückspiegel zu mir gesagt, „ich muss doch ab nächsten Monat wieder arbeiten. Aber wir gucken mal. Vielleicht in den Herbstferien.“
Als wir dann an der Absperrung standen, hat Papa mich auf den Arm genommen und mir was ins Ohr geflüstert, das hat mich wieder ein bisschen froher gemacht. Er würde mir ganz bald ein Päckchen schicken, hat er mir versprochen. Mit einem Bumerang. Ob ich wüsste, was das ist? Es sei ein Stück Holz, hat er gesagt. Man könnte es wegwerfen wie eine Frisbee-Scheibe, aber es käme immer wieder zurück. Das klang irgendwie tröstlich.
Nachher haben wir an der großen Scheibe geguckt, wie das Flugzeug abgehoben hat. Es war so laut, dass ich mir die Ohren zuhalten musste. Dabei hab ich ganz laut geschrien: „Tschüss, Papa! Gute Reise! Bis bald!“
Als ich mich umgedreht hab, war das Gesicht von meiner Mutter ganz nass.
Auf der Heimfahrt hab ich an die Scheibe gehaucht und ein Flugzeug darauf gemalt. Immer wenn es verblassen wollte, bin ich mit meinem Mund ganz nah ran, hab kräftig gehaucht und die Striche wieder nachgezogen. Ich hab mir vorgestellt, wie Carlchen sich ärgern würde. Carlchen ist Neles Hund. Manchmal dürfen Nele und ich alleine mit ihm bis in den Park. Da suchen wir immer Stöckchen und werfen sie weg und er rast hinterher wie die Feuerwehr. Wenn Nele wirft, laufe ich schon mal mit ihm um die Wette oder umgekehrt. Aber er ist immer schneller und dann will er seinen Stock gar nicht mehr hergeben, erst wenn man ganz laut „Aus!“ sagt.

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