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Annie O’Neil, Meredith Webber, Annie Claydon

JULIA PRÄSENTIERT ÄRZTE ZUM VERLIEBEN BAND 112

IMPRESSUM

JULIA PRÄSENTIERT ÄRZTE ZUM VERLIEBEN erscheint in der HarperCollins Germany GmbH

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© Deutsche Erstausgabe in der Reihe JULIA PRÄSENTIERT ÄRZTE ZUM VERLIEBEN
Band 112 - 2018 by HarperCollins Germany GmbH, Hamburg

© 2017 by Annie O’Neil
Originaltitel: „Santiago’s Convenient Fiancée“
erschienen bei: Mills & Boon Ltd., London
in der Reihe: MEDICAL ROMANCE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Michaela Rabe

© 2017 by Meredith Webber
Originaltitel: „Engaged to the Doctor Sheikh“
erschienen bei: Mills & Boon Ltd., London
in der Reihe: MEDICAL ROMANCE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Susanne Albrecht

© 2016 by Annie Claydon
Originaltitel: „Discovering Dr Riley“
erschienen bei: Mills & Boon Ltd., London
in der Reihe: MEDICAL ROMANCE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Susanne Albrecht

Abbildungen: Harlequin Books S. A., alle Rechte vorbehalten

Veröffentlicht im ePub Format in 05/2018 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.

E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

ISBN 9783733711443

Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.

Weitere Roman-Reihen im CORA Verlag:
BACCARA, BIANCA, ROMANA, HISTORICAL, MYSTERY, TIFFANY

 

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ANNIE O’NEIL

Greencard – Scheinehe mit Hindernissen

Ein reiner Freundschaftsdienst! Mehr bedeutet die Blitzheirat mit Saoirse nicht für Rettungssanitäter Santiago. Schließlich ist er nur zeitweilig in Miami, da kann er keine romantischen Verwicklungen gebrauchen! Aber er hat nicht mit den erregenden Funken gerechnet, die zwischen ihnen sprühen. Und den unerwartet süßen Folgen einer leidenschaftlichen Nacht …

MEREDITH WEBBER

1001 Nacht mit meinem Wüstenprinzen

Kinderärztin Lila reist bloß aus einem Grund in das Wüstenreich Karuba: Sie will herausfinden, wer ihre Eltern waren. Doch als ihr attraktiver neuer Boss Scheich Tariq sie überraschend in seinen Palast einlädt, kann sie nicht widerstehen. Mit jedem Tag gerät sie mehr in seinen verführerisch exotischen Bann. Da macht er ihr ein schockierendes Angebot …

ANNIE CLAYDON

Der unwiderstehliche Dr. Riley

Ein Blick in Coris veilchenblaue Augen, und Dr. Tom Riley kann nur noch an eins denken … Nur leider ist die schöne Kunsttherapeutin keine Frau für eine Affäre. Um die Liebe in sein Herz zu lassen, müsste der Playboy-Doc jedoch tun, was er bislang vermieden hat: sich den schmerzlichen Gefühlen der Vergangenheit stellen! Und das ist unmöglich, oder?

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Greencard – Scheinehe mit Hindernissen

1. KAPITEL

Santi ballte die Fäuste, bis es wehtat. Gut.

Das bedeutete, dass er noch Gefühl darin hatte. Er spreizte die Finger, schüttelte kräftig das Handgelenk aus. Die Bewegung drehte die Zeit zurück, überschüttete ihn mit Erinnerungen, die er längst hinter sich gelassen glaubte. An Afghanistan. Syrien. Afrika. Erkennungsmarken blieben Erkennungsmarken. Wiederbelebung funktionierte oder auch nicht.

Nichts davon spielte jetzt eine Rolle, er durfte sich nicht ablenken lassen. Im Moment war der Brustkorb vor ihm das einzig Wichtige. Die nächste Runde lebensrettender Kompressionen. Dass er hundemüde war, zählte nicht. Das Leben des Mannes, der hier am Boden lag, schon.

„Wo zum Teufel bleibt der Krankenwagen?“, brüllte er.

Niemand antwortete. Nur das Echo seiner eigenen Stimme war zu hören, zurückgeworfen von den Betonpfeilern der Unterführung. Heiser. Frustriert.

Santi verschränkte wieder die Finger ineinander und drückte die Hände kraftvoll auf die Brust des Mannes. Er ignorierte die abgetragene Kleidung, den Geruch eines Menschen, der auf der Straße lebte, und die Tatsache, dass er seit zwanzig Minuten versuchte, ihn wiederzubeleben. So lange war es her, dass er die Notrufzentrale angewählt hatte.

„Komm schon, Miami“, murmelte er, bevor er die Herzdruckmassage für zwei Atemspenden stoppte, die den armen Kerl vielleicht ins Leben zurückholten. „Gib ihm eine Chance!“

Wieder sah er auf die Erkennungsmarke. Diego Gonzalez.

„Was hast du erlebt, amigo?“ Santi streifte seine Motorradjacke ab, ließ sie fallen und machte weiter. So wie Diego aussah, schien die Welt ihn aufgegeben zu haben. Was ich, verdammt, nicht tun werde! Santi hatte es wieder und wieder erlebt, seit er die Armee verlassen hatte: Veteranen, die nach ihrem Einsatz in Übersee im zivilen Leben nicht mehr Fuß fassten. Er mochte den Flecktarnanzug erst vor wenigen Monaten an den Nagel gehängt haben, würde aber niemals die Männer vergessen, die als Soldaten alles gegeben hatten, nur um festzustellen, dass das Leben ihnen wenig zu bieten hatte, wenn sie wieder zu Hause waren.

Zu Hause.

Ein Gedanke, nicht unbelastet und so gefährlich wie die Kugel eines Heckenschützen. Santi schüttelte den Kopf, drückte dabei weiter auf den Brustkorb des Mannes.

Neunundzwanzig, dreißig.

Als er sich hinabbeugte, um wieder zwei Atemstöße zu geben, hörte er in der Ferne eine Sirene heulen.

„Endlich.“ Eins, zwei, drei, vier …

„Wir kommen!“ Saoirse schaltete Blaulicht und Sirene ein. Sie liebte das laute Jaulen, das ihnen im dichten Pendlerverkehr von Miami eine Gasse bahnte.

„Du verrücktes irisches Weib! Du sitzt hier nicht in deinem Rennwagen!“

„Heißt das, du willst am Wochenende eine Runde mitfahren, Joe?“

„Nein, herzlichen Dank. Ich bin froh, wenn ich diesen Einsatz heil überstehe. Und danach bringst du mich bitte auf direktem Weg zur Cantina. Unversehrt“, betonte er, als sie mit hoher Geschwindigkeit die nächste Kurve nahm. „Möge der Himmel deinem nächsten Partner beistehen. Der wird Nerven aus Stahl brauchen.“

Saoirse lachte auf, während sie geschickt jede Lücke im steten Strom der Autos nutzte. Geschwindigkeit lag ihr im Blut, und Floridas tropische Hitze war genau das, was sie brauchte.

Zum Glück war im letzten Jahr nicht alles schiefgegangen!

Das Leben hatte ihr einen dicken Knüppel zwischen die Beine geworfen, ihr aber auch ein Visum für die USA verschafft. Sie hätte als Verlobte einreisen sollen, doch ein Studentenvisum erfüllte denselben Zweck. Natürlich schmerzte es immer noch, dass sie gezwungenermaßen die Richtung gewechselt hatte. Deshalb wollte sie auch nicht darüber nachdenken!

„Was für einen Kuchen hast du dir diesmal ausgesucht, Joe?“, neckte sie ihren Partner. „Hoffentlich nicht diese schreckliche Regenbogentorte wie bei deinem Geburtstag?“

„Hey, kleiner Frechdachs – es ist mein Abschied aus dem Dienst und meine Party. Nicht dein zwölfter Geburtstag!“

„Ich liebe Kokosnuss“, schwärmte sie, den Blick fest auf die Straße gerichtet. „So etwas bekommen wir in Irland nicht alle Tage. Soll ich anrufen und ihnen den Tipp geben, dass es auch dein Lieblingsgeschmack ist?“

Joe suchte mit beiden Händen Halt am Armaturenbrett, als Saoirse abrupt auf die Bremse stieg und sofort wieder Gas gab, nachdem ein sehr teuer aussehendes Cabrio laut hupend an ihnen vorbeigeschossen war.

„Was hatte der denn?“

„Er hat nicht erwartet, dass man mit einem Krankenwagen Jagd auf ihn macht, Saoirse!“, polterte Joe los. „Mädchen, ich will noch was von meiner Rente haben. Du verpasst mir noch einen Herzinfarkt, bevor wir beim Patienten ankommen!“

„Joe! Wie stehen die Chancen, dass du meinen Namen ein einziges Mal richtig aussprichst, bevor unser letzter gemeinsamer Dienst endet? Sier-schah.“ Sie dehnte den vokalträchtigen Namen, den ihre Eltern ihr gegeben hatten. Vielleicht sollte sie den auch ändern. Schon sich die langen Haare abzuschneiden, hatte etwas Befreiendes gehabt.

Joe stolperte über seine Zunge, während er versuchte, ihr nachzusprechen.

Saoirse lachte. „Ich hab’s dir schon oft angeboten: Sag einfach Murphy. Und wenn das zu schwer ist, Murph tut es auch.“

„Sorry, Darlin“, stieß Joe zwischen den Zähnen hervor, als sie wieder eine rote Ampel ignorierte. „Ich gehöre einer Generation an, die eine Lady nicht mit dem Nachnamen anredet.“

„Bin ich das für dich?“ Sie warf ihm einen Seitenblick zu. „Eine Lady?“

„Na ja“, murmelte der Mann, der seit zwei Monaten ihr Einsatzpartner war. „Mehr oder weniger.“

Sie lachte schallend. „Keine Sorge, Joe. Ich bringe dich heil und sicher zu deiner Abschiedsparty. Der einzige Herzinfarkt, mit dem wir es heute zu tun bekommen, betrifft wen auch immer …“ Sie stieg in die Eisen, und der Krankenwagen hielt an einer Überführung neben einem verwaisten Motorrad. „… unter dieser Brücke. Bereit für einen Geländetrip?“

„Hier unten!“, brüllte Santi, sobald die Sirene verstummte und er hörte, wie Türen zugeschlagen wurden. Weiterzählen, Kompressionen fortsetzen und gleichzeitig wahrzunehmen, was in seiner Umgebung passierte, das war ihm zur zweiten Natur geworden. Allerdings hatte er nicht damit gerechnet, dass der Sanitäter in Gestalt einer Stuntfrau auf der Bildfläche erschien!

Wie sie die Böschung mit dem tragbaren EKG in der Hand hinuntersauste, erinnerte eher an einen waghalsigen Snowboarder als an einen vorsichtigen Rettungshelfer, der sich vorschriftsmäßig an die Regeln hielt.

Zuerst kamen, in einer Wolke aus Staub und Kies, die Stiefel in Sicht, dann zwei sehr weibliche Beine … eine schmale Taille und … Holla! Der praktische Sanitäter-Overall saß wie angegossen an einem hinreißenden Frauenkörper.

„Wie lange sind Sie schon dabei?“

Die melodische Stimme und die feminine Figur passten nicht zu ihrer abweisenden Miene. Wehe, du lässt was Unprofessionelles vom Stapel, Cowboy, schien sie zu warnen. Mir nur recht, dachte er. Er war nicht hier, um sich ein Date zu angeln.

„Vierundzwanzig Minuten. Warum haben Sie so lange gebraucht?“

„Sie scheinen zu wissen, was zu tun ist“, schoss sie zurück, während sie die Elektroden des Zwölf-Kanal-EKGs herauszog. „Warum haben Sie ihn noch nicht zurückgeholt?“ Ihre blauen Augen blitzten angriffslustig. „Das ist ganz schön lange für eine Wiederbelebung.“

„Was für eine weise Bemerkung von einer Rettungshelferin.“

„Sanitäterin“, korrigierte sie scharf, ließ ihre Notfalltasche von der Schulter gleiten und prüfte mit behandschuhten Fingern Diegos Karotispuls. Alles, während sie Santi unverwandt in die Augen blickte.

Sollte das ein Wettkampf im Anstarren werden? Santi hätte nichts dagegen gehabt, sich mit ihr zu messen, aber sie mussten ein Leben retten.

„Sind Sie sicher, dass es vierundzwanzig Minuten waren, oder haben Sie nur geschätzt?“

„Ja zu Frage eins. Nein zu zwei.“ Er sah sie an, als wollte er sagen: Sie geben aber schnell auf.

Dafür erntete er einen strafenden Blick, und dann riss sie, ohne mit der Wimper zu zucken, dem Mann das Hemd auf.

Santi konzentrierte sich wieder auf seine Hände. „Er war Soldat.“

„Sie auch?“

„Bei den Marines.“ Mehr Informationen gab er grundsätzlich nicht preis. Santi deutete mit dem Kopf auf den Patienten. „Diego Gonzalez. Steht jedenfalls auf seiner Marke. Dreißig!“ Er gab die notwendigen zwei Atemspenden, während sie die Elektroden auf die stark tätowierte Brust klebte.

„Joe! Kommst du mit dem Defi?“, rief sie über die Schulter, und ihr kurzes weißblondes Haar schimmerte bei der Bewegung. Im nächsten Moment bombardierte sie Santi mit Fragen. „Haben Sie Nitro gesprüht, Epinephrin injiziert oder dergleichen?“

„Klar. Hatte ich alles in meiner unsichtbaren Trickkiste dabei.“

„Ruhig, Brauner. Ich habe nur gefragt.“

Santi achtete auf seinen Tonfall, als er antwortete. Sie machte lediglich ihren Job. Er hatte seinen zu machen. „Ich sah ihn am Straßenrand entlangtaumeln, als ich vorbeifuhr. Dann fiel er die Böschung hinunter. Ich bin Arzt außer … Sanitäter außer Dienst“, berichtigte er sich rasch. Nach Miami war er gekommen, um nach vorn zu blicken und nicht auf das, was hinter ihm lag. „Bin mit dem Motorrad unterwegs und hatte keine Notfalltasche dabei. Deshalb habe ich euch geholt. Diego hat ein paar Schrammen und Schnittwunden, die versorgt werden sollten, und sicher kann er auch eine Infusion vertragen.“ Er deutete auf Diegos trockene Haut. „Dehydriert. Und zwar richtig.“

„Stimmt. Dann mal ran.“ Sie wühlte in ihrer Tasche, während ihr Partner in einer Zeitlupenversion ihres Auftritts den Abhang hinunterrutschte.

Santi fragte sich, wer sie war. Als er sich in der Einsatzzentrale seinen Dienstplan abholte, war er ihr nicht begegnet. Sein Blick glitt zu dem Namensschild auf ihrem Overall.

Murphy.

Er lächelte zufrieden in sich hinein. Irin. Hatte er sich doch gedacht, als er ihren Akzent hörte. Hoffentlich hatte sie auch etwas von dem fabelhaften irischen Glück mitgebracht.

„Und jetzt schön den Mund aufmachen, Diego.“ Mit bewundernswerter Geschwindigkeit intubierte sie den Patienten und verband den Beatmungsbeutel mit der Sauerstoffflasche. Die Frau hatte es nicht zum ersten Mal mit einem Herzinfarkt zu tun, so viel war sicher.

„Joe! Hast du den Defi startklar oder nicht? Und was ist mit ein bisschen Epinephrin für den armen Kerl hier?“

„Ein alter Mann ist kein D-Zug, Mädchen“, brummte ihr Partner und reichte ihr die Elektroden, nachdem er den Defibrillator eingeschaltet hatte. „Epinephrin kommt sofort.“

„Danke, Joe. Du bist der beste Ausbilder, den man sich wünschen kann.“ Sie sah zu Santi hinüber, als das Gerät sich mit dem typischen Jaulen auflud. „Kein Kontakt zum Patienten! Wir wollen Ihnen ja keinen Schock verpassen, oder?“

Er nahm die Hände von Diegos Brust und hob die Arme. Wieder trafen sich ihre Blicke. Santi hatte keine Ahnung, was sie in seinen Augen las, doch der triumphierende Ausdruck in ihren gab ihm weniger das Gefühl, eine Sicherheitsmaßnahme zu ergreifen, sondern sich vielmehr mit erhobenen Händen zu ergeben!

„Abstand!“

Ein Lächeln spielte in ihren Mundwinkeln, als Santi kaum merklich zusammenzuckte. Sie hatte absichtlich lauter gesprochen. Ihm war klar, dass sie nicht mit ihm flirtete, aber er konnte nicht sagen, warum er den Eindruck hatte, dass sie ihn provozieren wollte. Es war ein tropisch heißer Tag. Die Frau schwitzte nicht, aber – ¡valgame Dios! – sie besaß ein glühendes Temperament.

Er folgte ihrem Blick zum Herzmonitor. Es tat sich nichts.

„Joe?“

Wortlos reichte ihr der Kollege eine Spritze mit einer Milligramm-Dosis Epinephrin. Santi setzte inzwischen die Herzdruckmassage fort.

„Soll ich ein Rettungsbrett holen?“ Ohne große Begeisterung sah Joe den steilen Hang hinauf.

Der Ärmste wirkte, als hätte er einen eiskalten Kaffee irgendwo im Schatten bitter nötig. Für Januar war es ungewöhnlich warm.

„Keine Sorge, in dieser Phase brauchen wir keins. Solange wir versuchen, ihn wiederzubeleben, wäre es auf dem Brett für ihn unangenehm.“ Santi beschloss, dem Mann die Arbeit zu erleichtern. „Wollen Sie hier die nächste Runde übernehmen, wenn ich fertig bin? Dann hole ich das Brett und …“

„Nichts da!“, grätschte Murphy dazwischen. „Sie bleiben, wo Sie sind. In unserem Krankenwagen haben Sie nichts zu suchen. Wir kennen Sie nicht.“

„Er hat gesagt, dass er Sanitäter ist“, wandte Joe ein, wohl in der Hoffnung, die Böschung nicht wieder hinaufklettern zu müssen. „Mit wem haben Sie Dienst?“

„Heute mit niemandem. Sagen wir, ich hatte einen Job, und der neue steht an.“ Die weißblonde Amazone bedachte ihn mit einem misstrauischen Blick, aber Santi dachte nicht daran, ihr zu erklären, dass er quasi bereits gestiefelt und gespornt für seinen ersten Tag im Seaside Hospital war. „Neunundzwanzig, dreißig.“

Er hob die Arme, um jeden Kontakt mit Diegos Brustkorb zu vermeiden, und sah Murphy in die Augen, während sie den Power-Knopf des Defis drückte. Den schrillen Ton im Ohr, spürte Santi, wie ihn eine andere Art Stromstoß mitten in den Solarplexus traf. Diese unerklärliche Anziehungskraft, wie sie ein Mann erlebt, dessen Blick mitten in einem Raum voller Menschen auf eine betörend schöne Fremde fällt. So stark, dass er gar nicht anders kann, als zu ihr zu gehen, um diese Anziehung zu ergründen. Schon lange nicht mehr hatte er erlebt, wie unerwartet ein Funke übersprang. Erst recht nicht, dass es am Straßenrand passierte, während er einen Kriegsveteranen wiederzubeleben versuchte.

Santi biss sich auf die Unterlippe, den Blick immer noch unverwandt auf die Frau vor ihm gerichtet … Ihm wurde warm, und die heiße Sonne über Miami war nicht der einzige Grund.

Da … blinzelte sie. Ein rascher Wimpernschlag nur, aber er verriet ihm, dass die Sache nicht einseitig war. Sie spürte es also auch.

Und dann stieß sie einen ungläubigen Laut aus, leise, ohne den Mund zu öffnen, und presste die Lippen zusammen, als müsste sie die Worte, die ihr auf der Zunge lagen, hinunterschlucken.

Santi gab sich seinerseits die größte Mühe, ein Pokerface aufzusetzen, obwohl er am liebsten breit gegrinst hätte.

Er hatte ihrer keltischen Rüstung die erste Kerbe verpasst!

Nicht dass er zu den Männern gehörte, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit flirteten, aber die knisternde Spannung zwischen ihnen war schwer zu ignorieren. Die Automatenstimme des Defibrillators brach den Bann. Sanitäterin Murphy sah zum Monitor.

Der zeigte eine schmale flache Linie.

Ihre Finger schossen zu Diegos Halsschlagader, und als hätte ein Engel ihn heilend berührt … biep, biep …, formte sich aus der geraden Linie eine Berglandschaft mit Gipfeln und Tälern. Das Herz schlug wieder. Zwar nicht sehr kräftig, aber mit ein bisschen Glück und nach einem Abstecher ins Krankenhaus sollte das bald der Fall sein.

Blaue Augen blitzten triumphierend auf. „Von mir aus können Sie den Hügel hinaufkraxeln und das Rettungsbrett holen.“ Sie deutete mit einer Kopfbewegung auf Joe. „Mein Partner hat heute seinen letzten Arbeitstag. Wir wollen ja nicht, dass der alte Mann sich einen Bandscheibenvorfall holt, oder?“

„Pass auf, was du sagst, Kleine. Mir bleibt immer noch genug Zeit, mich über dich zu beschweren und dich postwendend dahinzuschicken, wo du hergekommen bist.“ Steif richtete sich Joe auf. Sie hatte seinen Zustand also richtig eingeschätzt.

Nichtsdestotrotz verrutschten ihr bei seinen Worten flüchtig die Gesichtszüge, doch sofort setzte sie ein strahlendes Lächeln auf. Aha, dachte Santi. Es gibt also eine Geschichte.

„Sehr gut, Joe, hack du ruhig auf einem armen Mädchen herum, das gerade erst mit dem Schiff aus Irland gekommen ist. Und jetzt hör auf zu trödeln und mach mir noch eine Epi fertig, ja?“

Amüsiert verfolgte Santi den Schlagabtausch. Bei einer Größe von kaum mehr als 1,60 m hätte sie bei einem Open-Air-Konzert inmitten der stehenden Menge keine Chance. Dass sie sich als Persönlichkeit weit von der Masse abhob, daran hatte Santi jedoch nicht den geringsten Zweifel!

„Hey“, meinte er, während er aufstand. „Wie heißen Sie eigentlich?“

Ohne ihm ein Lächeln zu gönnen, tippte sie mit dem Zeigefinger zweimal auf ihr Namensschild.

Murphy.

Mehr würde sie ihm nicht verraten.

Unwillkürlich musste er lächeln, während er mit wenigen langen Schritten den steilen Hang bewältigte. Ein paar Minuten noch, bis sie Diego auf das Brett geschnallt hatten, dann würde sie wieder verschwinden …

Eine kurze Begegnung mit einer faszinierend anziehenden Frau, die für sein Leben keine Folgen haben würde. Dennoch spürte er, wie sich der Moment in die Abteilung für glückliche Erinnerungen drängte. Nicht dass diese Abteilung besonders groß war, aber das befriedigende Gefühl, noch immer ein heißblütiger Mann zu sein, erinnerte ihn an einiges, was das Leben lebenswert machte.

„Bitte sehr, mija.“

Saoirse streckte beide Hände nach dem eisig beschlagenen Glas aus, das bis zum salzbekrusteten Rand mit einer frisch gemixten Margarita gefüllt war. Ein Cocktail, genau richtig, um nach einem vollen Arbeitstag den Feierabend einzuläuten.

„Deine Eltern haben dir den passenden Namen gegeben, Ángel!“ Dankbar lächelte sie den Barkeeper an. Es war wirklich ein langer Tag gewesen …

„Murph!“

Sie blickte auf, suchte in der wachsenden Menge und entdeckte schließlich ihre Freundin Amanda, die sie zu sich winkte. Saoirse trank einen großen Schluck von ihrer Margarita – natürlich nur, damit sie auf dem Weg nichts verschüttete – und zwängte sich zwischen den dicht gedrängt stehenden Gästen in Mad Ron’s Cantina hindurch bis zu der blau gefliesten Terrasse mit den Picknicktischen. Auch dort war es proppenvoll und zwar mit all denen, die Joe zum Abschied alles Gute wünschen wollten.

Nach wie vor war sie sehr froh, dass sie ihn als Ausbilder bekommen hatte. Der Mann kannte sich aus wie kein Zweiter. Davon abgesehen besaß er nach vierzig Jahren im Rettungsdienst einen riesigen Freundeskreis.

„Hey, Mädchen! Warum hast du so lange gebraucht?“ Amanda begrüßte sie mit einer Umarmung, die für Amerikaner so typisch war und Saoirse gut gefiel. Ihre irischen Landsleute waren da distanzierter. Außerdem tat es gut, eine Freundin zu haben.

„Ich war noch im Krankenhaus, nach einem Patienten sehen.“

„Ach ja? Ein heißer Typ?“

„Nicht wirklich“, winkte sie ab, um zu verbergen, dass sie tatsächlich nach dem gut aussehenden Sanitäter Ausschau gehalten hatte. „Aber er war lange weggetreten – Herzinfarkt –, und ich wollte wissen, ob er sich erholt hat. Reine Neugier. Ich habe noch nie erlebt, dass einer es nach zwanzig Minuten Herzdruckmassage noch geschafft hat.“

„Du hast ihn wiederbelebt? Zwanzig Minuten lang?“ Amanda war beeindruckt.

„Wo denkst du hin?“ Saoirse schlug ihrer Fantasie auf die Finger, die ihr ein Bild von Mr. Mysteriosos muskulösen Unterarmen vorgaukelte. Sie hatte eine Schwäche für kraftvolle Männerarme, und diese hatten es vorhin auf Platz eins der Wochenliste für heiße Unterarme geschafft! Nicht dass sie tatsächlich eine Liste führte … oder sonst wie interessiert war.

Sie verscheuchte das Bild und konzentrierte sich wieder auf Amanda. „Ich hätte mich nicht mit Kompressionen aufgehalten, sondern sofort meine magischen Elektroschocker bei ihm eingesetzt.“

„Was bist du doch für eine fleißige kleine Sanitäterin!“ Amanda versetzte ihr einen leichten Stoß in die Rippen.

Saoirse knuffte die Freundin ihrerseits in die Seite. „Nicht so überheblich, Bohnenstange!“

Lachend stießen sie miteinander an. Amanda war mindestens einen Kopf größer als Saoirse und ließ keine Gelegenheit aus, sie damit zu necken.

Saoirse verspürte einen feinen Stich, als sie an ihren hochgewachsenen Verlobten – Ex! Ex! Exverlobter! – dachte, in dessen Armen sie sich geborgen und sicher gefühlt hatte. Was für ein Irrtum … Rasch vertrieb sie die niederdrückenden Gedanken. Amanda hatte schon wieder diesen prüfenden Blick! Der Frau entging aber auch gar nichts.

„Heraus mit der Sprache, Murph. Warum warst du wirklich im Krankenhaus?“

Statt zu antworten, trank Saoirse einen großen Schluck von ihrer Margarita und erschauerte, als der Tequila ihr eisig die Kehle hinunterrann.

„Oh, Wahnsinn! Sieh dir den an …“ Amanda hatte anscheinend jemanden entdeckt, der ihre volle Aufmerksamkeit erforderte.

Erleichtert ließ Saoirse die Schultern sinken. Puh, noch mal davongekommen! Gerettet von einer männlichen Augenweide.

„Auf drei Uhr“, murmelte ihre Freundin. „Groß, dunkelhaarig und höllisch sexy. Mehr als sexy. Murph, was ist besser als sexy?“

Mr. Mysterioso tauchte vor ihrem inneren Auge auf. „Lecker? Appetitlich? Köstlich? Zum Anbeißen?“

Hmm … hatte alles mit Essen zu tun. Und bestimmt nichts damit, dass sie an gewisse Männerarme dachte?

„Zum Anbeißen“, wiederholte Amanda schwach.

Hat sie vergessen, dass sie glücklich verheiratet ist? „Drei Uhr, sagtest du?“ Saoirse wollte wenigstens einen Blick auf Superman werfen. Was konnte es schon schaden, solange sie Gefühle aus dem Spiel ließ? Niemand sollte ihr ein zweites Mal das Herz brechen.

Sie sah sich die Gesichter an, fand aber keins, bei dessen Anblick sie weiche Knie bekam. „Ich sehe ihn nicht!“

„Stell dich auf die Bank.“ Amanda ignorierte ihren Protest und zerrte sie halb auf die Bank. „Dahinten, am Eingang! Der Typ könnte ganz allein einen Kalender füllen. Stell dir vor, Mr. Ja-Ma’am-uar, auf dem ersten Blatt … Ganz zu Ihren Diensten …

„Mensch, Amanda, hör auf, an mir zu ziehen. Ich kann allein auf die Bank steigen und … Oh!“

Hieß es nicht, der Blitz schlage nicht zweimal an derselben Stelle ein? Nun, das war hiermit widerlegt!

„Verstehst du, was ich meine?“

In dem Moment trafen sich ihre Blicke, er hatte Saoirse entdeckt. Hastig sprang sie von der Bank.

„Er ist okay, hab schon Besseres gesehen“, erklärte sie lässig und kippte die Hälfte der Margarita hinunter. Sie brauchte dringend Abkühlung!

„Hast du Tomaten auf den Augen?“ Amanda starrte sie ungläubig an. „Der Mann ist ja so was von heiß!“

„Findest du?“ Saoirse hoffte, dass niemand ihr anmerkte, wie heiß ihr war! In ihrem Magen tanzte die Margarita Tango, ihr Herz legte einen Schlag zu – oder auch siebzehn! –, und über ihren Rücken zitterten kribbelnde Schauer.

„Hä?“ Amanda legte ihr prüfend die Hand auf die Stirn. „Bist du sicher, dass du noch alle beisammen hast? Wie sollen wir jemals einen scharfen Kerl finden, der dich in den nächsten zwei Monaten heiratet, wenn du so einen miesen Geschmack hast, dass du nicht einmal dieses Prachtexemplar von Mann …“ Temperamentvoll streckte sie den Arm aus, und ihr Zeigefinger landete … an einer Brust. Einer breiten Männerbrust, die Saoirse bereits Stunden zuvor bewundern durfte.

„So sieht man sich wieder, Miss Murphy.“

Du kennst ihn?!

Amanda sah sie mit großen Augen an und sprach die Frage zur Sicherheit noch einmal laut aus.

„Quatsch“, wehrte Saoirse ab. „Nein!“

Sie blickte von ihrer Freundin zu Mr. Mysterioso und wieder zurück. Konnte sich nicht einmal die Erde auftun und sie aufnehmen? Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für Mutter Natur, sich gnädig zu zeigen, nachdem sie nichts unternommen hatte, als Saoirses Verlobter sich am Altar aus dem Staub machte. Wie eine Idiotin in Sahnebaiser stand sie da in ihrem Rüschen-Brautkleid. Los, Mummy Nature, jetzt hast du die Chance, das wiedergutzumachen!

„Santiago.“

Saoirse ignorierte seine ausgestreckte Hand, sodass er sich Amanda zuwandte, um ihr die Hand zu schütteln. Die musste natürlich gleich checken, ob er einen Ring trug.

„Oder nur Santi … falls Sie den Mund nicht ganz so voll nehmen wollen“, fügte er hinzu.

Die Bemerkung war eindeutig an sie gerichtet und heizte Saoirses Fantasie mit Bildern an, die eine Nonne in Höllenglut gestürzt hätten!

Saoirse leerte ihr Glas in einem Zug. Nicht sehr damenhaft und, wie sie feststellte, ein eisiger Schock für ihr Gehirn, der sämtliche Neurotransmitter einfror, die ihr zu einer schlagfertigen Antwort hätten verhelfen können … Okay, Mr. Knackiger-Kalenderkerl ließ sie nicht kalt. Dabei hatte sie sich die Schutzmauern um ihr Herz hart erarbeitet, von ihrem … goldenen Dreieck ganz zu schweigen. Oder wie man das heutzutage auch immer nannte! Saoirse wand sich innerlich. Das war ein bisschen zu viel Feuerwerk in ihren lange vernachlässigten weiblichen Regionen!

„Und Sie sind …?“, hörte sie Santiago fragen.

Santiago. Natürlich hatte er auch einen atemberaubenden Namen …

Warum brachte sie kein Wort heraus?

„Ich bin Amanda, und Miss Stockfisch hier heißt ‚Sier-schah‘“, sprang ihre Freundin in die Bresche und imitierte einen von Saoirses unzähligen Versuchen, anderen die richtige Aussprache ihres irischen Vornamens beizubringen.

Santiago schenkte Saoirse ein charmantes Lächeln, nicht ohne ihr Unbehagen sichtlich zu genießen. „Haben Sie sich von dem nachmittäglichen Workout erholt?“

„Ich wage zu behaupten, dass Joe froh ist, heute die Flinte ins Korn werfen zu dürfen.“

„Sie hatten Ihre fest im Griff.“

Schmeichler.

„Wohl kaum. Wenn Sie nicht gewesen wären, hätten wir nichts mehr ausrichten können.“ Auch wenn sie ihn nicht mögen wollte, in dem Punkt gebührten die Lorbeeren allein ihm. Diego würde in der Leichenkammer liegen, wäre Santiago nicht zu seiner Rettung geeilt. Nicht jeder sprang von seinem Motorrad, um einem Mann zu helfen, den der Rest der Welt vergessen hatte.

In der athletischen Brust unter dem schlichten schwarzen T-Shirt schlug also ein großes Herz. Saoirse versuchte, sich ihn in einem weißen T-Shirt vorzustellen … Oh ja! Das würde auch nett aussehen. Zu der karamellbraunen Haut würde jedes eng anliegende Shirt, egal in welcher Farbe, atemberaubend aussehen!

„Er hat es geschafft, das zählt.“ Santiago blickte sie immer noch unverwandt an.

Saoirse nahm seine markanten Züge, die volle Unterlippe wahr. Hör auf, ihn anzustarren, ermahnte sie sich. Küsse sind für dich tabu!

Statt einer Antwort verdrehte sie die Augen, als wollte sie sagen: „Was auch immer …“, und löste den Blick von seinem Mund. Da zwinkerte er ihr zu, und ihr wurde wieder heiß. Der verdammte Mann wusste genau, was los war!

„Saoirse bedeutet ‚Freiheit‘“, warf Amanda ein, die anscheinend nicht länger fünftes Rad am Wagen sein wollte.

„Und Gerechtigkeit für alle?“ Santiago sah Amanda kurz an und richtete seinen Blick wieder auf Saoirse.

Waren da goldene Flecken in seinen kaffeebraunen Augen? Unsinn, das musste eine optische Täuschung sein, hervorgerufen von den Lichterketten, die an den Palmen im Innenhof glitzerten. Keiner hatte Goldflecken in den Augen. Außer Tigern, vielleicht. Oder Löwen.

„Ich sagte Ihnen schon, der Name ist Murphy. Murph, falls Sie nicht bis zum Ende durchhalten.“

Santiago bedachte sie mit einem amüsierten, fragenden Lächeln.

Warum musste alles, was sie zueinander sagten, wie sexy Bettgeflüster klingen? Saoirse wandte sich abrupt ihrer Freundin zu. „Ich brauche einen Drink. Soll ich dir etwas mitbringen?“

„Das Gleiche noch mal.“ Amanda hob ihr fast leeres Margarita-Glas, sichtlich erfreut über die Aussicht auf ein paar ungestörte Minuten mit Mr. Leckerbissen. Saoirse zögerte einen Moment. Da Amanda glücklich verheiratet war, verkuppelte sie für ihr Leben gern andere Paare. Vor allem angesichts des … winzig kleinen Visaproblems, das wie ein Damoklesschwert über Saoirse hing.

Sie mochte nicht einmal daran denken, aber die Zeit drängte. Ihre Aufenthaltsgenehmigung für die Dauer ihrer Umschulung von Kinderintensivschwester zur Notfallsanitäterin lief bald ab. Allein bei der Vorstellung, wieder nach Irland zurückzumüssen, bekam Saoirse schweißfeuchte Hände!

Trotzdem … sie warf Santiago einen Seitenblick zu. Der Mann war zu bedauern. Er hatte keine Ahnung, was auf ihn zukam. Gebt Amanda fünf Minuten allein mit einem Mann, und ehe er sich’s versieht, hat sie den Rest seines Lebens für ihn durchgeplant.

Mr. Leckerbissen zwinkerte ihr zu.

Oh, oh, schon wieder.

Konnte er ihre Gedanken lesen?

„Warten Sie, ich helfe Ihnen. Hier herrscht ganz schöner Trubel.“

„Danke, nicht nötig.“ Sie mochte nicht besonders groß sein, aber sie war kein hilfloses Weibchen, das einen großen starken Mann brauchte, um zwei Getränke zu tragen. Andererseits wusste sie nicht, was Amanda ausheckte, wenn sie sie mit ihm allein ließ. „Machen Sie, was Sie wollen.“

„Wisst ihr was, wir gehen alle drei!“ Amanda hakte sich bei ihnen unter wie Mary Poppins, um sie zu einem großartigen Abenteuer zu entführen, bei dem sie viel Wertvolles über sich selbst lernten.

Für Saoirse war das einzig Verlockende am Ende dieses speziellen Regenbogens eine frische Margarita!

„Hoffen wir, dass sie das lange Warten wert sind.“ Santi nahm das beschlagene Glas entgegen. „Gemixt vom Meister persönlich.“

„Ángel?“ Saoirse lächelte zum ersten Mal, seit sich ihre Freundin unter einem lahmen Vorwand entschuldigt hatte.

Santi hatte den Braten gleich gerochen. Die Freundin ließ sie nicht ohne Hintergedanken allein. Nicht dass es ihn störte. Im Gegenteil, Saoirse hatte etwas, von dem er bisher nicht gewusst hatte, dass er dafür zu haben war. Sie ließ sich nicht so leicht beeindrucken, hatte Humor, war intelligent, eine zierliche sexy Elfe. Santi hätte nie gedacht, dass er einen bestimmten Typ Frau bevorzugte … Für die Dauer einer Margarita würde er die Zeit mit ihr genießen und danach wieder seiner Wege gehen. Wie immer.

„Mad Ron“, berichtigte er ernst und blockierte zwei Typen, die an die Bar drängten, mit seinem Körper, damit er Saoirse ihren Drink reichen konnte.

Sie nahm das Cocktailglas und nickte ihm zu.

Eine Mad-Ron-Margarita. Hatte er seit Jahren nicht mehr getrunken. Er würde sie bis zum letzten Tropfen genießen!

Saoirse trank langsam einen Schluck, schloss die Augen. Ihre Zungenspitze kam zwischen den rosigen Lippen hervor, leckte die Salzkristalle ab, die daran hafteten. Rhythmische Salsa-Musik dröhnte durch die Bar, aber Santi hätte schwören können, dass Saoirse wohlig aufseufzte. Zu spät merkte er, dass er sich auch die Lippen leckte. Santi hakte einen Daumen hinter die Gürtelschnalle seiner Jeans und räusperte sich. Ojos de ángel.

„Da hatte jemand wohl einen Drink nötig“, meinte er.

„Ich ertränke meinen Kummer nicht in Alkohol.“ Der scharfe Unterton war nicht zu überhören. „Aber ich verliere heute einen großartigen Partner.“

„Joe?“ Was offensichtlich war, doch im Augenblick war sein Gehirn nicht zu Geistesblitzen fähig.

„Genau der.“ Sie hob ihr Glas wie zu einem Toast. „Ich nehme an, dass Sie deswegen hier sind.“

Er nickte. „Joe erwähnte die Party, als wir Diego einluden.“ Saoirse gegenüber, um ehrlich zu sein, aber er hatte kein Geheimnis daraus gemacht, oder?

Sie brauchte nicht zu wissen, dass er sich wappnete, um lange überfällige Brücken zu bauen. Das Mad Ron’s lag nur einen Steinwurf von der Familien-Bodega entfernt. Dieses Mal wollte er lange genug in seiner Heimatstadt bleiben, um seine Fehler wiedergutzumachen. Höchste Zeit, nicht nur vorbeizufahren, sondern an die Tür zu klopfen.

„Wie ist Ihre Geschichte?“, fragte er, um sich abzulenken. „Sie sind weit weg von zu Hause.“

„Stimmt.“ Sie blickte sich um, doch der Anflug von Besorgnis in ihren leuchtend blauen Augen entging ihm nicht. Das Mädchen rückte nicht gern Informationen heraus. Nein, nicht Mädchen, sondern Frau. Eine Frau mit sinnlichen Kurven, von denen er gern jede einzelne erforscht hätte. Aber sie schien ihm nicht der Typ für die schnelle Nummer in einer dunklen Seitengasse zu sein. Und er wäre der letzte Mensch auf Erden, der sich für eine feste Beziehung anbieten würde.

Alles gute Gründe, die Finger von ihr zu lassen!

„Sie passen nach Miami.“

Das trug ihm einen spöttischen Blick ein. Und eisiges Schweigen.

Was hatte ihn geritten, das zu sagen? Nach einem Rettungseinsatz am Straßenrand und einer Margarita war ihm völlig klar, dass sie nichts mit den pata sucia gemein hatte, mit denen er aufgewachsen war … aufgebrezelte, unersättliche Nachtschwärmer, die bis zum Morgengrauen durch die Clubs tanzten. Kein Lippenstift, kein Lipgloss könnte den Rosenknospenmund dieser Frau verschönern. Eine natürliche Schönheit, die kein Make-up nötig hatte.

„Wie kommen Sie darauf?“, fragte sie schließlich. „Halten Sie mich für eins der betagten Nordlichter, die ihre müden Knochen unter Floridas Sonne aufwärmen?“

„Wohl kaum.“ Santi lachte. „Ich habe bestimmt nicht an Rentner gedacht. Wie lange Sie auch immer in Miami sind, es hat auf Sie abgefärbt. Im guten Sinn“, betonte er und lächelte, als sie sich wieder suchend umsah. Wahrscheinlich nach ihrer Freundin.

Santi nutzte die Gelegenheit, sie von Kopf bis Fuß ausgiebig zu betrachten. Kurzes weißblondes Haar, sonnengeküsste Schultern, ein paar Sommersprossen. Über dem locker fallenden Tanktop trug sie ein Denim-Latzhosenkleid, etwas, das keine Frau auf der Suche nach einem Partner anziehen würde. Allerdings enthüllte der kurze Rock sonnengebräunte lange Beine. Flipflops, keine High Heels. Was Santi nicht überraschte. In Miami waren sie ein Muss. Saoirses Zehennägel waren pechschwarz lackiert. Interessant. Sie war eher der Typ für Pastelltöne. Der unförmige Overall, der dunkle Nagellack … Er fragte sich, ob sie ihre Weiblichkeit bewusst herunterspielte.

„Hören Sie schon auf zu glotzen“, murmelte sie. „Ich bin nicht gut darin, all diese amerikanischen Komplimente anzunehmen.“

Santi lachte schallend. „War das ein amerikanisches Kompliment? Was hätte ein Ire gesagt?“

„Tja …“ Gedankenverloren strich sie mit dem Zeigefinger über ihre volle Unterlippe, und mit Santi ging die Fantasie durch. Er stellte sich vor, sie zu berühren, erst mit dem Finger, dann mit dem Mund und einen Hauch von Salz und Limette auf den weichen Lippen zu schmecken … Nur mit Mühe vertrieb er die erotischen Bilder.

„Wahrscheinlich würden sie gar nichts Nettes sagen“, meinte sie schließlich mit einem breiten Lächeln. „Höchstens irgendetwas Entmutigendes über das Wetter. ‚Hat der Regen dir noch nicht die Stiefel ruiniert?‘ So in der Art. Oder ‚Was auf Gottes grüner Erde hast du getan, dass du nach Irland zurückkommen musst, wenn du in Amerika sein könntest, wo den ganzen Tag die Sonne scheint, wo du Erdnussbutter haben kannst und der Himmel weiß was noch alles, während wir hier zu viele Gedichte über den Regen haben und nicht einen einzigen Topf Gold am Ende des Regenbogens, möge Gott ihn segnen …‘“

Ihre Blicke trafen sich, und wieder passierte es, dieses Gefühl, nicht loslassen zu können, versinken zu wollen in den Augen des anderen. Saoirse brach den Blickkontakt so schnell, dass Santi sich fragte, ob sie es auch gespürt hatte.

„Wissen Sie, was man hier sagt?“, unterbrach er das angespannte Schweigen, um sie und sich abzulenken – und nebenbei ein bisschen mehr über sie zu erfahren. „Richtig dazugehört nur, wer einen Hurrikan überlebt hat. Sind Sie schon lange genug hier, dass Sie eine Saison mitgemacht haben?“

„Bei meiner Ankunft tobte einer in der Gegend“, entgegnete sie fast stolz. „Fast hätten sie den Flieger umgeleitet.“

„Anscheinend haben Sie den Sturm überstanden.“

„So ungefähr.“

Ene, mene, mu … und raus bist du! Ihr Tonfall unterstrich, was ihre Augen ihm bereits verraten hatten. Die Unterhaltung war beendet.

Sie hob ihr Glas in einer Danke-für-den-Drink-Geste und verschwand in der Menge.

Santi blickte auf seine Margarita und war versucht, sie in einem Zug hinunterzustürzen. Er ließ es bleiben. Er wollte nicht mit einer Fahne auftauchen, wenn er zum ersten Mal seit Ewigkeiten seine Brüder wiedersah. Unwillkürlich sah er auf seine Uhr, als könnte sie ihm die Jahre zusammenzählen, die seit der letzten Begegnung vergangen waren. Sein Kopf war anscheinend noch nicht wieder klar, nachdem er die irische Rose von Miami Beach getroffen hatte …

Okay. Santi stellte sein halbvolles Glas an der Bar ab. Zeit zu handeln.

Er verließ die Cantina und setzte seinen Halbschalenhelm auf – der den Wind hereinließ und den Salzgeruch des Ozeans, wenn Santi die Dammstraße zu den Florida Keys entlangbrauste. Es war seine vertraute Strecke, wenn er nachdenken musste, und er war schon oft hier entlanggefahren, seit seiner Rückkehr in die USA vor vier Monaten! Gebucht hatte er einen Flug nach Boston … wahrscheinlich, um das unvermeidliche Treffen hinauszuzögern. Aber wenn er die Sache anging, wollte er alles richtig machen. Fünfzehn Jahre komplizierte Familiengeschichte ließ sich nicht über Nacht richten.

Santi blickte zum Abendhimmel hinauf, als könnten ihm die blitzenden Sterne eine Antwort funken. Was machte es so schwierig, sich mit seiner Familie auszusöhnen?

Er schwang sich auf sein Motorrad, trat kraftvoll auf den Anlasser, und die starke Maschine erwachte dröhnend zum Leben. Zuverlässig hatte sie ihn die Küste entlang in den Süden getragen. Unterwegs übernahm er immer mal wieder einen Job als Sanitäter. Er hätte in jede Notaufnahme marschieren und sofort anfangen können. Als Arzt in Krisengebieten und an vorderster Front kam er mit jedem Notfall klar. Aber er bereute die Entscheidung, sich zum Sanitäter zu „degradieren“, nicht. Im Gegenteil. Er wollte als einer der Ersten vor Ort sein, helfen, bevor es zu spät war.

Eine Wiedergutmachung für alles, was er versäumt hatte?

Welcher Mann wandte sich von seinem jüngeren Bruder ab, wenn der ihn am meisten brauchte? Und ließ seine älteren Brüder im Stich, die sich die größte Mühe gaben, mit der schwierigen Situation fertigzuwerden?

War er zu jung gewesen für zu viel Verantwortung? Oder einfach ein Feigling?

Mal sehen, ob anderthalb Jahrzehnte bei den Marines einen richtigen Mann aus ihm gemacht hatten!

Santi schaltete rasch in den höchsten Gang und nahm Kurs auf Little Heliconia, die Gegend, in der er geboren und aufgewachsen war. Hier lauerten mehr Gespenster der Vergangenheit als irgendwo sonst in der Welt. Und er hatte nicht wenige Höllenlöcher gesehen …

Santi erreichte die vertraute Abzweigung, hielt an, die Lederstiefel auf dem Asphalt, während er mit sich rang: Abbiegen oder nicht? Hinter ihm ertönte eine Hupe, und er war versucht, sein Bike aufzubocken und dem Fahrer eine kleine Lektion in Sachen Höflichkeit zu erteilen. Zwei Sekunden zu warten, brachte niemanden um. Sein Herz machte einen Doppelschlag.

Jedenfalls nicht in dieser Situation.

Er atmete tief durch, setzte den Blinker und fuhr um die Kurve.

Im Haus am Ende der Gasse brannte Licht, aber zu sehen war niemand. Santi hielt im Schatten der Dunkelheit knapp zwanzig Meter davor an, schaltete den Motor aus und nahm den Helm ab. Die Geräusche der Nacht hüllten ihn ein, das Schnarren der Laubfrösche, das unablässige Zirpen der Grillen, untermalt vom sanften Rauschen der Wellen, die ans Ufer schlugen. Sein pochendes Herz jedoch übertönte alles. An die zwanzigmal war er hier bestimmt schon vorbeigefahren.

Heute hatte er zum ersten Mal angehalten.

„He, Dante! Vergiss nicht wieder, Orangenlimo auf die Einkaufsliste zu schreiben! Wir haben keine mehr.“

Santi erstarrte, als er die Stimme seines älteren Bruders hörte. Der raue, grimmige Klang katapultierte ihn augenblicklich in der Zeit zurück zu jenem Moment, der alles für immer verändert hatte. Santi konnte sich nicht einmal erinnern, warum sie alle zusammen im Geschäft gewesen waren. Alltäglich eben. Der Befehl, sich auf den Boden zu werfen, war jedoch alles andere als das. Weniger als eine Minute später erlosch das Familienglück wie eine Kerze im Wind.

„Nicht mein Fehler. La fea ist schuld.“

Santi unterdrückte ein Lachen. Sie nannten sich untereinander immer noch „der Hässliche“?

„Hört auf, Jungens, und geht wieder an die Arbeit. Ich will nicht den ganzen Abend hier verbringen.“

„Keine Sorge, Carmelita. Wir bringen dich pünktlich zu deiner Telenovela nach Hause.“

No seas tonto!“, tadelte Carmelita über die Schulter gewandt, während sie an der Hintertür auftauchte. „Ich weiß, wie man Filme aufnimmt, ich kenne mich mit moderner Technik genauso gut aus wie ihr.“ Sie schlug einen kleinen Flickenteppich aus. Eine Staubwolke verteilte sich im Licht der Straßenlampe und hatte kaum Zeit, sich zu setzen, bevor Carmelita mit dem nächsten Läufer auftauchte. Ihre energische Tatkraft hatte die Brüder durch die dunkelsten Tage ihres Lebens gerettet. Sie mochte nicht mit ihnen blutsverwandt sein, aber sie war die einzige Familie, die sie nach jenem Tag noch hatten.

„Carmelita, gib sie mir. Ich mache das schon.“

Ihm zog sich der Magen zusammen, als Santi sah, wie sein jüngerer Bruder neben ihre Adoptivtante trat. Er lehnte sich auf seinem Motorrad zurück, ließ sich noch weiter von der Dunkelheit verschlucken.

Wie einem dreijährigen Kleinkind tätschelte Carmelita mit ihrer pummeligen Hand Alejandros bartstoppelige Wange. „Du bist ein guter Junge, Alejandro, aber ich bin noch keine alte Frau. Du arbeitest hart genug in deinem Krankenhaus. Wie deine Brüder.“

Wortlos nahm Alejandro den nächsten Teppich und schlug ihn aus.

Santi schnürte sich die Kehle zu, und er musste gegen einen emotionalen Brecher ankämpfen, der über ihm zusammenzuschlagen drohte.

Alejandro hatte sich verändert. Was nicht verwunderlich war, hatte er seinen kleinen Bruder doch zuletzt als Teenager gesehen. Schon damals ein gut aussehender Junge, war aus ihm ein attraktiver, selbstbewusster Mann geworden, der mit gut 1,85 ungefähr genauso groß war wie er. Nichts davon hatte er Santi zu verdanken. Er hatte ihn im Stich gelassen, als der Kleine ihn am meisten brauchte.

Santi fluchte unterdrückt vor sich hin … und fluchte noch einmal, als Alejandro sich bei dem Laut umdrehte.

Nein. Nicht heute Abend. Es ist noch zu früh.

Er drehte den Schlüssel um, trat den Kickstarter herunter, und der Motor heulte auf. Das satte Brummen, die schnellen Schaltungen in den höchsten Gang und das Kreischen der Reifen auf dem Asphalt konnten die Gedanken nicht ausblenden, als er aus der Gasse jagte, in der Kurve das Knie fast am Boden. Ohne zu zögern, raste er zu den Brücken des Overseas Highways, um zu den Keys zu gelangen und wieder klar denken zu können.

2. KAPITEL

„Hör auf, den Tisch zu treten! Was hat er dir getan?“

Amanda lächelte ihre Freundin an, und Saoirse zog ihren Stiefel zurück, ohne dem Empfangstresen der Notaufnahme einen zweiten Tritt zu verpassen.

„Ich bin’s leid zu warten. Wo bleibt der Kerl?“

„Aha!“ Amandas Augen blitzten hoffnungsvoll, und sie beugte sich mit verschwörerischer Miene über den Tresen. „Dein neuer Partner ist also ein Mann. Weißt du, ob er Single ist? Ich fasse es immer noch nicht, dass du bei dem Typen auf Joes Abschiedsparty nicht mit der Sprache herausgerückt bist. Muy guapo. So einen heißen Kerl und dazu noch alleinstehend, findest du nicht alle Tage, Murph. Du hättest zuschlagen sollen.“ Sie imitierte eine Katze, die sich mit ausgestreckten Krallen die Beute holte, und sah dabei hinreißend aus.

„Schluss jetzt!“, wies Saoirse sie trotzdem in die Schranken. „Vielen Dank, aber ich werde mein kleines Problem außerhalb der Arbeitszeit lösen.“

„Ich sag ja nur, Bittsteller können nicht wählerisch sein. Gestern Abend hattest du eine tolle Chance, bis du …“ Amanda machte eine Kunstpause. „… gekniffen hast!“

„Blödsinn! Und ich bin keine Bittstellerin“, fügte sie trotzig hinzu.

„Klar. Erzähl das der Abschiebepolizei.“ Amanda zog ihr Handy aus der Kitteltasche, scrollte durch das Menü, fand, was sie suchte, und hielt Saoirse das Display unter die Nase.

Ein Kalenderblatt. Als bräuchte sie eine visuelle Erinnerung daran, dass ihre Tage hier gezählt waren!

„Drei Monate, Murph. Drei Monate, um einen Helden zu finden, der bereit ist, dir einen Ring an den Finger zu stecken.“

„Wie oft soll ich dir das noch sagen? Ich will nicht heiraten. Ich will auch keine Beziehung, sondern eine Greencard. Nicht mehr und nicht weniger!“