cover

Ulrich Duprée

Andrea Bruchacova

Kūkulu

Kumuhana

Das Wunder der Segnung

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

Die hier vorgestellten Informationen und Heilmethoden sind nach bestem Wissen und Gewissen geprüft, dennoch übernehmen die Autoren und der Verlag keinerlei Haftung für Schäden irgendeiner Art, die sich direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Informationen oder Heilmethoden ergeben.

1. Auflage

Originalausgabe Dezember 2014

© 2013 Kailash Verlag, München

in der Verlagsgruppe Random House GmbH,
Neumarkter Str. 28, 81673 München.

Lektorat: Birgit Groll Umschlaggestaltung und Innenlayout: ki 36, Sabine Krohberger Editorial Design, München

Covermotiv: Vince Cavataio/Getty Images

Satz: EDV-Fotosatz Huber/Verlagsservice G. Pfeifer, Germering

ISBN 978-3-641-13033-6
V002

www.kailash-verlag.de

In Dankbarkeit widmen wir dieses Buch

unserer hawaiianischen Lehrerin

Haleaka Iolani Pule

und unserem Huna-Lehrer Dr. Diethard Stelzl

INHALT

Prolog – das Abenteuer beginnt

TEIL I

Segnen – Ein Überblick

Kūkulu Kumuhana

Die Ohana

Bindungen und Bindungsenergie

Die Wertesysteme von Familien und Stämmen

Die große Ohana

Das Haus, in dem wir leben – das große Ökosystem

Die Verbundenheit mit der Urquelle erkennen

Beziehungen

Konflikte lösen und Beziehungen heilen

Vergebung ist niemals vergebens

Ho’oponopono und Kūkulu Kumuhana

Unser Selbstbild – ein Segen oder Fluch?

Der Segen der Eltern

Der Segen der Sonne

Der Segen des Wassers

Dankbarkeit

Finden Sie den Segen, der in Ihrer Situation steckt

TEIL II

Huna

Ike – Die Welt ist das, wofür Sie sie halten

Makia – Die Energie fließt in Richtung Ihrer Aufmerksamkeit

Kala – Freiheit, Vergeben und Verzeihen

Mana – Kraft und Fähigkeiten

Manawa – Jetzt ist der Zeitpunkt all Ihrer Macht

Aloha, Liebe und gesegnetes Essen

Pono – Güte und die Kraft richtigen Denkens und Handelns

Die geistigen Gesetze: Der Kosmos ist Harmonie

Das geistige Prinzip von Ursache und Wirkung

Das geistige Gesetz des Glaubens

Das geistige Prinzip der positiven Erwartungen

Das geistige Prinzip der Fülle

Das geistige Prinzip der Entsprechungen

Das geistige Prinzip der Resonanz

Das geistige Prinzip der Anziehung

TEIL III

Worte, die segnen und stärken

Segne deine Feinde

Epilog – ein Segen für die Welt

Anhang

Gebete

Segenssprüche

Worterklärungen

Die Autoren

Dank

PROLOG – DAS ABENTEUER BEGINNT

Wir beglückwünschen Sie, dieses Buch mit einem solch besonderen Titel und solch machtvollem Inhalt gekauft zu haben:

Kūkulu Kumuhana.

Kūkulu Kumuhana ist der hawaiianische Begriff für die zielgerichteten guten Wünsche einer Familie, eines Stammes oder einer Gruppe, und das können auch die der Freunde, der Arbeitskollegen und ganz allgemein die guten Wünsche einer Wahlfamilie sein. Kūkulu Kumuhana ist die vereinte und vereinende spirituelle Kraft, der mächtige Segen, der einmal ausgesprochen unausweichlich zur Erfüllung drängt. Dieser Segen gehört zu jener Urkraft Ihres Herzens, welche die Hawaiianer Mana, Energie und Lebenskraft nennen. Seit den Anfängen der Mensch­heit ist das Segnen eine erfolgreich praktizierte Methode, die Realität und die Zukunft zu gestalten, um Einfluss zu nehmen, sich zu bedanken, die Verbindung mit der Urquelle allen Seins zu erfahren sowie sich selbst und andere zu Wohlstand und Gesundheit zu führen.

Indem man sich als Teil eines wundervollen kosmischen Ganzen verstand, eingebunden in die Zyklen der Natur, und sich dankbar vor Mutter Erde verneigte, gab es keine Arbeit, keine Reise, kein Unternehmen, ohne zuvor den Segen der Älteren (der Eltern) und Ahnen, den Segen der Lehrer und den Segen Gottes zu erbitten. In allen Kulturen suchten und suchen noch heute die Meister nach ganz beson­deren Segnungen – warum? Welche verborgene Kraft und welche Geheim­nisse liegen hinter solch außerordentlichen Segnungen und guten Wünschen großer Weiser? Wer kann segnen und wer erhält die Segnungen? Welche Fähigkeiten müssen Sie erlangen, um selbst kraftvoll segnen zu können, und welche Qualitäten müssen Sie eventuell aufweisen, um Segnungen zu empfangen? Auf all diese Fragen werden Sie hier eine Antwort finden.

Dieses Buch besteht aus drei Teilen, ähnlich einer Torte mit einem leckeren Boden, in der Mitte vielleicht eine Creme und darüber Früchte oder Sahne – ganz nach Belieben. Im ersten Teil erhalten Sie das grundlegende Verständnis über Kūkulu Kumuhana, und wir begleiten Sie dabei mit praktischen Übungen, um die gewonnenen Erkenntnisse sofort erfahrbar zu machen. Ein kleiner Collegeblock wäre dafür ganz praktisch. Wir beschreiben den Begriff Ohana (Familie, Stamm) und Sie können eine Art Standortbestimmung machen, in welcher Wahl­familie Sie leben. Schließlich lernen Sie noch die Werte kennen, an welchen sich Gruppen orientieren und an welchen sie sich unter­scheiden.

Kūkulu Kumuhana ist ein Teil von Ho’oponopono, einer effektiven Methode, um Konflikte zu lösen und damit Beziehungen zu heilen. Dieses Ho’oponopono gilt als die Schlussfolgerung von Huna – ein Begriff, der die schamanische Tradition Hawaiis beschreibt. Wir erklären in den folgenden Kapiteln sowohl die Konfliktlösungsmethode Ho’oponopono als auch Huna anhand von sieben praktischen Lebensweisheiten. Sie erfahren, wie Menschen den besonderen Segen in unangenehmen Situationen entdeckten, und wir sprechen über den Segen der Natur. Sie lernen den Unterschied zwischen materiellem Segnen und spirituellem Segnen kennen, und außerdem werden Sie verstehen lernen, was die Energie eines Segens blockiert und was das Segnen fördert. Mit diesem Wissen können Sie in Ihrem Leben Türen öffnen, die bisher vollkommen verborgen waren – Türen, von welchen Sie möglicherweise gar nicht wussten, dass sie existieren.

Die folgenden Kapitel beinhalten einen Überblick über die wichtigsten geistigen Gesetze und kosmischen Prinzipien. Wir behandeln Themen wie Kommunikation und Beten und beschreiben eingehend die Macht der Worte und wie Sie diese auf Ihre Ziele lenken können. Mit kleinen Berichten aus den Bereichen des Ayurveda, der Medizin, der Psychologie und Neurobiologie sowie der Verhaltensforschung möchten wir die Vereinbarkeit von moderner Wissenschaft mit überlieferten spirituellen Texten zeigen.

Schließlich finden Sie im Anhang wichtige Gebete sowie einen Überblick über die verwendeten Begriffe aus dem Hawaiianischen und dem Sanskrit.

Wie auch »Das Wunder der Vergebung« ist dieses Buch, liebe Leserinnen und liebe Leser, unser Versuch, etwas für den Weltfrieden zu tun und Ihnen dabei wieder ganz persönlich einen spirituellen Schlüssel zu überreichen. Dieser Schlüssel ist hübsch anzuschauen, doch seine Wirkung erleben Sie erst, wenn Sie ihn benutzen. Wir segnen Sie deshalb von ganzem Herzen, die zahlreichen Informationen in diesem Buch zu verwenden und damit Ihr Leben zu einem spirituellen und materiellen Erfolg zu führen.

Wir grüßen Ihre Seele,

Andrea Bruchacova und Ulrich Duprée

TEIL I

SEGNEN – EIN ÜBERBLICK

Das Wort Segen – Ein Zeichen setzen und Gnade empfangen

Das Wort »segnen« stammt vom Lateinischen significare ab, das »ein Zeichen (lat.: signum) setzen«, »etwas bezeichnen« und »sein Einverständnis geben«, bedeutet. Es ist mit dem englischen sign, Zeichen, Siegel und Unterschrift, verwandt. Der althochdeutsche Ausdruck segan be­schrieb ab dem dreizehnten Jahrhundert eine priesterliche Handlung, bei der mit den Armen oder mit den Händen das Kreuzzeichen gemacht wurde und damit die Anwesenheit Jesu1 besiegelt wurde. In den asiatischen Kulturen finden wir eine Vielzahl exakter Handstellungen, die zum einen den Energiestrom im Körper des Segnenden lenken und auf diese Weise heilsam wirken und zum anderen das, was gesegnet wird, reinigen und mit geistiger Energie aufladen2. Diese Handpositionen heißen Mudras – das Wissen darüber galt bis in die Zeit der Besetzung Indiens durch die Engländer als geheim und wurde nur an qualifizierte Schüler weitergegeben. Achten Sie einmal auf die Fingerhaltung verschiedener Buddha-Figuren, und Sie werden verschiedene, sich wiederholende Mudras entdecken. Das Gleiche finden wir auch in der christlichen Mystik, allerdings wird dieses alte Wissen nicht mehr gelehrt. Schauen Sie bitte das nächste Mal in einer Kirche auf die Handhaltungen der Statuen oder bei Gemälden auf die Handhaltungen von Heiligen, von Maria und Josef und auf die Segensgeste von Jesus. Ahmen Sie zur Probe diese Mudras einmal nach und spüren Sie in sich hinein. Sie werden erstaunt sein über die subtilen Veränderungen in Ihrem Energiefeld und in Ihrem Denken. Die bekanntesten Positionen, Segen zu empfangen und Segen zu spenden, sind (1) die ausgebreiteten Arme und (2) die Gebetshaltung, das Namaskar Mudra, bei dem die Handflächen flach aufeinanderliegen. Achten Sie dabei bitte auf Ihre geöffneten Achselhöhlen, um den Energiestrom exakt zu lenken. Um Wünsche zu gewähren, wenden zum Beispiel Buddha oder die Göttinnen Lakshmi und Tara die Handfläche der einen Hand nach oben, und um zu segnen, halten sie die Handfläche der anderen Hand dem Bittenden entgegen. Ahmen Sie auch dies einmal nach.

Unser Wort Segen besitzt außerdem die bedeutsame Verbindung zum Lateinischen beneficium und dem davon abgeleiteten englischen benefit. Beneficium bedeutet eine Wohltat, ein Vorteil, eine Gnade, eine Begünstigung, eine Hilfe und eine Auszeichnung. Mit diesen einfachen Übersetzungen haben wir bereits einen guten Überblick über die äußere Bedeutung und die innere Wirkung eines Segens auf unser Leben und Denken gewonnen.

Die verschiedenen Arten des Segnens

Das Segnen hat viele Facetten, wie zum Beispiel anderen schlicht etwas Gutes zu wünschen, das Heilwünschen unter Anrufung Gottes, die Übertragung einer geistig-spirituellen Kraft bis hin zu tiefen spirituellen Themen wie das Segnen der Feinde mit außerordentlich praktischen Werten. Da ist der Segen der Natur, von der wir Menschen abhängig sind, und da ist der Segen der Eltern, den sich jeder wünscht. Alle Kulturen und Religionen kennen vielfältige Segensrituale, Segensfeste und Segenssprüche. Wir kennen die Taufe, die Weihe und das Segnen von Wasser und Speisen. In der christlichen Tradition sind vor allem der sakramentale Segen (der eucharistische Segen) bekannt, der gespendet wird, während die Hostie (das allerheilgste Altarsakrament) in den Leib Christi gewandelt wird. Weniger bekannt ist der Primiz-Segen, der erste Segen, den ein neu geweihter Priester in einer Messe gibt. Man sagt, er sei es wert, sich die Schuhsohlen abzulaufen, um ihn zu empfangen. Weltweit bekannt hingegen ist der Segen für die Stadt Rom und die Welt, urbi et orbi, den das geistige Oberhaupt der katholischen Kirche jährlich zu Ostern spricht.

Segnen ist ein elementares Erbe, und alles, selbst unangenehme Situationen oder Begegnungen, alles, was sich letztlich als förderlich erweist, nennt man eine Segnung. Sobald wir unsere Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken, entdecken wir überall Segnungen und einfache Formeln der Begrüßung, das bayrische »Grüß Gott« und das slowakische »Gott sei Eure Hilfe3« erweisen sich ebenfalls als Segenswünsche. Mit diesem Buch möchten wir Ihnen zeigen, dass Sie einerseits bereits in vielerlei Hinsicht gesegnet sind und wie Sie andererseits all diese Segnungen weitergeben können, um das Glück in Ihnen und um Sie herum noch weiter zu vermehren.

Drei Räume mit unterschiedlichen Dimensionen: Körper, Geist und Seele

Um dieses Thema, das Segnen, in seinem ganzen Umfang zu erfassen, müssen wir uns grundlegend verdeutlichen, dass der Mensch gleichzeitig auf drei Daseinsebenen bzw. in drei Welten existiert, nämlich (1) auf materiell-energetischer Ebene, auf (2) gedanklich-geistiger Ebene und (3) auf rein spiritueller Ebene.

Die materiell-energetische Welt bildet unser Universum, wie wir es physikalisch erleben. Raum und Zeit sind hier die bekannten Dimensionen. Die gedanklich-geistige Welt umfasst einen feinstofflichen Da­seinsbereich, in welchem Raum und Zeit veränderlich sind, und die Daseinsebene der Seele ist erfüllt von reinem Licht und ewiger Präsenz (Sanskrit: Brahman), in der Raum und Zeit aufgehoben sind.

Das, was Sie als feste Form im Spiegel sehen, Ihr Körper, gehört in den materiellen Bereich unseres Lebens. Unsere Gedanken gehören in einen nichtsichtbaren Daseinsbereich, und Ihre reine und ewige Existenz, Ihre Seele, gehört in den spirituellen Bereich. Je feinstofflicher die Daseinsebene, umso dehnbarer werden Raum und Zeit.

Unser Körper existiert in Raum und Zeit, das heißt, er besitzt physikalisch messbare Größen und ein exaktes Geburtsdatum, während wir in Gedanken in eine ferne Vergangenheit, in eine weit entfernte Zukunft und an andere Orte reisen können. Ihr Körper stammt von Ihrer persönlichen Mutter und ist mit Mutter Erde, Mutter Natur und allem Materiellen (Lat.: mater, Mutter) verbunden. Die Beziehung zu Ihrer leiblichen Mutter, ob Sie zum Beispiel von Ihrer Mutter gesegnet wurden, spiegelt sich in Ihrem materiellen Leben wieder.

Obwohl unsere Gedanken und Erinnerungen nicht eindeutig messbar sind, so sind sie doch ebenso real. Gedanken mögen nicht sichtbar sein, doch sehen wir ihre Wirkungen, wenn wir beispielsweise schmunzeln oder die Stirn runzeln. Diese geistige Kraft durchflutet jede Zelle Ihres Körpers mit Bewusstsein, und doch können wir dieses Bewusstsein und auch die Erinnerungen nicht orten, wie zahlreiche Experimente bewiesen haben.

Einen noch feineren Bereich bildet die spirituelle Daseinsebene, die wir die Welt der Seele nennen. Das ist der Spirit (Lat.: spiritus, Hauch, Wind, Atem). In einer Schöpfungsgeschichte des vorderen Orients, die wir in der Genesis finden, formte der Schöpfergott JHWH einen Mann4 aus Erde und hauchte ihm den Odem, das Leben ein. Dieses hebräische Wort Odem stammt vom Sanskrit-Begriff Atman (das Selbst) ab, und von diesem Atman leiten sich wiederum unsere Wörter Atem und atmen ab. Es ist diese Seele, der göttliche Atem, der den Leib aus organischer Materie belebt, doch ist die Seele so feinstofflich, dass heißt jenseits unserer bekannten Dimensionen, dass wir sie zum einen im Alltag oft übersehen und sie auch nicht messen können – sie befindet sich jenseits von Raum und Zeit. So wie unsere Taten die Folge unserer Gedanken sind, so ist das Leben der Ausdruck der Seele selbst, und sobald die Seele den Körper wieder verlässt, ist man eben tot. Alle drei Daseinsebenen, Körper, Geist und Seele, sind so eng miteinander verwoben, dass sie sich gegenseitig beeinflussen und äußerlich eine Einheit bilden.

Wir segnen mit dem Körper, indem wir handeln. Wir segnen durch unsere Gedanken, indem wir Gutes wünschen, und wir segnen in unserer Seele, indem wir alles mit der göttlichen Urquelle, unserem Ur­sprung, der kosmischen Intelligenz verbunden sehen.


1»Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.« Matthäus 18,20

2Zum Beispiel Reiki: Rei (Geist, Seele) und Ki (Lebensenergie) nach dem Japaner Mikao Usui (1865 – 1926); und das geistige Heilströmen Jin Shin Jyutsu, dt. »Menschlichkeit-Gott-Kunst« nach Jirō Murai (1886 – 1960)

3Slowakisch Pan Boh pomahaj, und die Antwort darauf lautet: Möge es Gott hören.

4Das Wort Mann stammt aus dem Sanskrit und ist von Manu, dem Urvater der Menschheit, abgeleitet.

KŪKULU KUMUHANA

Die Wortbedeutung

Der Ausdruck Kūkulu Kumuhana setzt sich aus drei Worten bzw. Elementen zusammen:

Kūkulu – bauen, aufschichten, errichten

Kumu – eine Basis, eine Wurzel

Hana – die Arbeit, das Werk

Die Hawaiianerin Mary Kawena Pukui (1895 – 1986), die neben verschiedenen Werken über die Kultur und Sprache Hawaiis auch als erste Autorin 1952 die Konfliktlösungsmethode und Familientherapie Ho’oponopono erwähnte, übersetzt Kūkulu Kumuhana wie folgt:

(1) eine bedeutende spirituelle Macht anrufen;

(2) ein gruppendynamischer Prozess;

(3) einen weltweiten, konstruktiven, spirituellen Prozess in Gang setzen;

(4) mit großer Stärke ans Werk gehen.

Kūkulu Kumuhana ist also weit mehr, als anderen sozusagen im Vorbeigehen etwas Gutes zu wünschen und das allgemeine Wohlwollen auszudrücken. Es ist ein bewusst formulierter Segensspruch während eines Ho’oponopono-Reinigungsrituals im tiefen Glauben, dass jeder mit der unendlichen Quelle der alldurchdringenden Versorgung (Ke Akua) verbunden ist und etwas Besonderes (Mana, Lebensenergie) gibt.

Kūkulu Kumuhana – der Segen der Familie während eines Ho’oponopono

Ho’oponopono ist eine geistig-spirituelle Methode, um persönliche Probleme, zwischenmenschliche und globale Konflikte zu lösen und damit auf vielen Ebenen unsere Beziehungen zu heilen. Während man durch die einzelnen Schritte eines Ho’oponopono geht, also auf dem Weg vom inneren oder äußeren Konflikt zur Lösung schreitet, bekommt man auch die Gelegenheit, dem Hilfesuchenden oder den Konfliktparteien seine aufrichtigen Segenswünsche auszusprechen. Das ist das Kūkulu Kumuhana: Gemeinsam wünscht man allen Beteiligten zum Beispiel Heilung, Frieden, Mut, Kraft und Entschlossenheit.

Wir kennen zwei Vorgehensweisen zu segnen, nämlich (1) entweder spricht die ganze Familie einen gemeinsamen Segen aus, oder (2) jeder Einzelne spricht für den Hilfesuchenden einen persönlichen Segen.

Beispiele solcher Segenswünsche

Ich segne dich mit Vertrauen in deine Zukunft und der Kraft, die nötigen Schritte zu tun.

Wir segnen dich, die Situation mit den Augen der Liebe zu betrachten.

Wir segnen dich mit dem Mut und der Entschlossenheit, deine Aufgabe zu vollenden.

Ich segne dich von ganzem Herzen mit innerem Frieden.

Ich segne dich mit Mut, deinen Mitarbeitern gegenüberzutreten.

Ich segne dich mit der Intelligenz, das Wichtige vom Nebensächlichen zu unterscheiden.

Ich segne dich damit, deine Fähigkeiten nutzen zu können, um dein Leben und das Leben anderer zu verbessern.

Weitere Segenswünsche finden Sie im Anhang.

Der Segen der Gemeinde

Erinnern wir uns, dass wir auf drei Daseinsebenen gleichzeitig exis­tieren, nämlich physisch, gedanklich und spirituell. Wenn zwei oder mehrere Menschen zusammenarbeiten, ist die gemeinsame Leistung höher, als wenn jeder einzeln arbeitet. Mit vereinten Kräften geht es besser, und das gilt sowohl auf physischer Ebene als insbesondere auch auf geistiger Ebene. Auch auf einer intellektuellen Ebene mögen zwei getrennt arbeitende Menschen recht kreativ sein, doch wenn sie zu einem Team, einem sogenannten Mindtrust oder in einer Mastermind-Gruppe zusammenkommen, können sie wahrlich Großes erreichen, indem sie sich wechselseitig motivieren, Ideen austauschen und sich in ihren Fähigkeiten ergänzen. Wird Materie in Energie umgewandelt (e = mc²), werden große physikalische Kräfte freigesetzt, doch es bedarf nur einer einzigen Idee, um das Leben auf der Erde zu verändern. Solche Teams wie die Fahrradhändler Gebrüder Wright, die eine Flugmaschine bauten, oder die Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak haben Geschichte gemacht. Die dritte, die spirituelle Kraft nun, die Überseele, wie sie der Transzendentalist Waldo Emerson nannte, der Spirit ist noch weitaus stärker als der menschliche Geist bzw. der Verstand5. Dieser Spirit ist überall gegenwärtig und wirkt als Bewusstsein im Quantenraum. In diesem spirituellen Raum potenziert sich die Kraft durch Verbindung noch weiter, da das Spirituelle die Quelle des Geistigen und das Geistige wiederum die Quelle des Materiellen ist. Dieser Spirit, das Brahman der Inder, ist der urerste Impuls – die Quelle. Um der Bedeutung dieser spirituellen Geisteskraft Gewicht zu verleihen, möchten wir kurz den deutschen Physiker Max Planck (1858 – 1947) zu Wort kommen lassen, der sich als Naturwissenschaftler und Nobelpreisträger an klare Fakten hielt und sich logischer Werkzeuge wie der Mathematik bediente.

»Als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden, und so sage ich Ihnen nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich! Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingungen versetzt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Atoms zusammenhält. Da es aber im ganzen Weltall weder eine intelligente noch eine ewige Kraft aus sich selbst heraus gibt, müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten, intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Ursprung aller Materie. Nicht die sichtbare, vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche, denn die Materie bestünde, wie wir gesehen haben, ohne diesen Geist überhaupt nicht, sondern nur der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre.

Da es aber Geist an sich allein auch nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend den Bestand von Geistwesen annehmen. Da jedoch auch Geistwesen nicht aus sich selbst sein können, sondern geschaffen worden sein müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu nennen, wie ihn alle alten Kulturvölker der Erde genannt haben: nämlich Gott! So sehen Sie, wie in unseren Tagen, da man nicht mehr an den Geist als den Urgrund der Schöpfung glaubt und darum in bitterer Gottesferne steht, gerade das Winzigste und Unsichtbare es ist, das die Wahrheit wieder aus dem Grabe materialistischen Stoffwahns herausführt und die Welt verwandelt und wie das Atom der Menschheit die Tür öffnet in die verlorene und vergessene Welt des Geistes.« (Max Planck auf dem Physikerkongress in Florenz, 1932.)

Jesus von Nazareth beschrieb diese Kraft spiritueller Gemeinschaft mit den einfachen Worten: »Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.« Wann immer Menschen in Kirchen, an Kraftorten und in Tempeln zusammenkommen, wenn Menschen für den Frieden beten, wenn tibetische Mönche vom Dach der Welt ihre Formeln des Mitgefühls in die Welt murmeln, immer wenn das Halleluja, die Namen Gottes, die großen Mantras und die heilige Silbe OM gesungen werden, hat dies einen freudvollen und günstigen Einfluss auf die Welt. Wann immer Sie persönlich mit Menschen zusammenkommen, können Sie sich an eine bedeutende spirituelle Kraft wie zum Beispiel Jesus wenden, der Sie segnet und Ihrem Treffen eine ganz neue Qualität und spirituelle Ausrichtung gibt.


5Geist, Verstand: Lat.: Mens; Sanskr.: Manaha; Engl.: Mind