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Chris Haderer | Peter Hiess

CHEMTRAILS

 

V. F. SAMMLER

Chris Haderer | Peter Hiess

Chemtrails

Verschwörung am Himmel?
Wettermanipulation unter den
Augen der Öffentlichkeit

V. F. SAMMLER

Titelgestaltung: Thomas Hofer, Werbeagentur | Digitalstudio Rypka GmbH., 8020 Graz

Bildnachweis:

Siehe einzelne Bildtexte im Buch.

Die Rechte liegen bei den jeweils angegebenen Fotografen und Quellen, bei denen wir uns sehr herzlich für die Zurverfügungstellung der Bilder bedanken.

Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter http://dnb.ddb.de abrufbar.

Hinweis:

Dieses Buch wurde auf chlorfrei gebleichtem, unter den Richtlinien von ISO 9001 hergestelltem Papier gedruckt. Die zum Schutz vor Verschmutzung verwendete Einschweißfolie ist aus Polyethylen chlor- und schwefelfrei hergestellt. Diese umweltfreundliche Folie verhält sich grundwasserneutral, ist voll recyclefähig und verbrennt in Müllverbrennungsanlagen völlig ungiftig.

Die Zitate aus anderen Büchern und Artikeln sowie von Websites wurden wörtlich übernommen.

ISBN 3-85365-213-1

Alle Rechte der Vervielfältigung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger jeder Art, auszugsweisen Nachdruck oder Einspeicherung und Rückgewinnung in Datenverarbeitungsanlagen aller Art, sind vorbehalten.

© Copyright by V. F. SAMMLER, Graz 2005

Gestaltung, Layout und Repro: Werbeagentur | Digitalstudio Rypka GmbH., 8020 Graz

Druck: Druckerei Theiss GmbH, A-9431 St. Stefan

Inhalt

einleitung

Muster am Himmel – Indizien für eine globale Bedrohung?

1. alles über chemtrails

Was Sie über die „Wolkengeister“ wissen müssen

2. über den wolken …

Wie Wolken und Kondensstreifen entstehen

3. regenmacher und andere fremde

Eine kurze Geschichte der chemischen Wettermanipulation

4. in the air tonight

Womit Chemtrails in die Luft gehen

5. killer im tank

Der NATO-Flugzeugtreibstoff JP-8

6. augenzeugen berichten

Typische Chemtrail-Beobachtungen

7. alle reden vom wetter …

Klimakatastrophen und Eiszeitpropheten

8. … wir tun was dagegen

Wege und Irrwege zur Klimabeeinflussung

9. der einzige zeuge

„Deep Shield“ – der Chemtrail-Spion, der aus der Kälte kam

10. und gerechtigkeit für alle

Verschwörungstheorie versus Paranoia

anhang

Materialien, Aussagen, Informationen, Links

„Wir alle sollten an der Zukunft interessiert sein,
weil wir dort den Rest unseres Lebens zubringen werden.“
Ich wünschte, ich wüßte, wer das gesagt hat. Ich wünschte,
ich würde nicht so viele Menschen kennen, die nicht darauf hören!
Denn dies ist genauso richtig: Selig sind die, welche mit dem
Schlimmsten rechnen, weil es ihnen widerfahren wird.
Die Zukunft lauert im Hinterhalt. Und wo befindet sich dieser Hinterhalt?

Welche Frage? – In der Gegenwart!

John Brunner

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einleitung

Muster am Himmel – Indizien für eine globale Bedrohung?

Es ist Mitte August. Der klare, strahlende Morgenhimmel läßt auf einen heißen Tag schließen. Ein paar Stunden später hat sich das Wetter gewandelt: Der Himmel wirkt ausgebleicht, wie von einer milchigweißen Schicht überzogen, und im Laufe des Tages fällt die Temperatur um etwa fünf Grad. Auch an den kommenden Tagen läßt der Sommer auf sich warten: Der Himmel bleibt eingetrübt, die Temperaturen liegen deutlich unter dem Durchschnitt.

Dieses Szenario ist nicht aus der Luft gegriffen: Seit einigen Monaten überfällt viele Menschen ein beklemmendes Gefühl, wenn sie den Himmel betrachten. Schuld daran sind mysteriöse Kondensstreifen, die sich nicht nach wenigen Minuten auflösen, sondern in die Breite gehen und stundenlang stehenbleiben (siehe Abb. 1). Im Internet häufen sich die mit Digitalkameras aufgenommenen „Indizienbeweise“ für das erst seit wenigen Jahren bekannte Phänomen. Seit dem Frühjahr 2004 werden deutsche Umweltschutzorganisationen mit Anfragen besorgter Bürger sogar regelrecht bombardiert: Was ist da oben los? Und ist es eine Gefahr für unsere Gesundheit?

Der amerikanische Journalist William Thomas glaubt die Lösung des Rätsels zu kennen. „Bei diesen atypischen Kondensstreifen, die seit der Jahrtausendwende in den USA und seit etwa einem Jahr über europäischen Großstädten beobachtet werden, handelt es sich um so genannte Chemtrails“, erklärt er. Seiner (und nicht nur seiner) Ansicht nach sind das von Flugzeugen produzierte Kondensstreifen, die sich deshalb so seltsam verhalten, weil sie mit Chemikalien durchsetzt sind.1 „Es gibt Indizien dafür, daß es sich um ein globales Klimaexperiment handelt, bei dem chemische Substanzen von Flugzeugen versprüht werden.“

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Abb. 1: Eine Chemtrail-Formation in der Morgendämmerung. Das Gittermuster ist bereits deutlich zu erkennen.
Foto: Gabriel Stetter, Amsterdam 2003

Diese Theorie formulierte Thomas bereits in seinem Buch „Chemtrails Confirmed“2: Darin will er ein geheimes Gemeinschaftsprojekt der USA, der UNO und der Weltgesundheitsorganisation WHO enttarnt haben, das darauf hinausläuft, die durch den Treibhauseffekt entstehende Erderwärmung mittels „Geo-Engineering“-Methoden zu reduzieren. In Amerika, wo das Phänomen zuerst beobachtet wurde, sind bereits Bürgerrechtsgruppen aktiv, die sich gegen Sprühaktionen wehren – nicht zuletzt deshalb, weil nach Chemtrail-Sichtungen auch Erkrankungsfälle sowie Haut- und Augenreizungen beobachtet und protokolliert wurden. Dennoch hat Thomas’ Buch medial vergleichsweise kleine Wellen geschlagen und bleibt ein Einzelfall. Die meisten Publikationen, in denen sich das Stichwort „Chemtrails“ findet, kommen über Weltverschwörungstheorien nicht hinaus. Auch im Internet verschwimmen die Grenzen zwischen einem ernstgemeinten Anti-Chemtrail-Commercial auf einem kanadischen TVLokalsender3 (Abb. 2) und der Interpretation von Chemtrails als mystische Weltuntergangssymbolik oft unerwartet schnell. Dennoch scheint das Thema über den Umweg der ständigen Wiederholung im „freien“ Internet langsam auch ins Alltagsbewußtsein einzusickern.

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Abb. 2: Im Internet kann man einen kanadischen „Anti-Chemtrail-Commercial“ abrufen, der in einem lokalen TV-Programm gezeigt wurde.

Im deutschsprachigen Raum wurde die „Chemtrail-Welle“ ursprünglich vom Schweizer Journalisten und Archivar Gabriel Stetter ausgelöst. Er schrieb im Frühjahr des Jahres 2004 den recht umfangreichen Artikel „Die Zerstörung des Himmels“4 über das Chemtrail-Phänomen für die in Deutschland erscheinende Zeitschrift „raum&zeit“. Daraufhin meldeten sich so viele Leser beim Verlag und bei Stetter selbst, daß dieser im Herbst einen zweiten Artikel folgen ließ („Grauen hinter dem Regenbogen“5). Über wenige Monate hinweg entwickelte sich auch im Internet eine deutschsprachige „Chemtrail-Szene“, die aus Diskussionsforen, Fotoarchiven sowie diversen Hintergrundberichten und Beobachtungsprotokollen besteht – obwohl das Thema in den Mainstream- und Lifestyle-Medien weiterhin unberücksichtigt blieb. Einen faktischen Beweis für die Existenz von Chemtrails bietet zwar keine der elektronischen Wahrheitsbörsen, allerdings finden sich darin jede Menge Indizien, die einer genaueren Untersuchung bedürfen. Auch ihre Nähe zu Verschwörungstheoretikern und Esoterikern kann die Chemtrail-Community nicht ganz abstreifen. Die Gründe für die Sprühversuche in der Atmosphäre reichen, so die Meinungsbandbreite, vom Versuch der Rettung der Welt bis zum Streben, einen Großteil der auf ihr lebenden Menschen durch das Versprühen von Krankheiten zu vernichten. Die „Neue Weltordnung“ läßt grüßen …

Sind die von immer mehr Menschen beobachteten und fotografierten Chemtrails nun das Produkt einer globalen Konspiration, ein Naturphänomen oder das Ergebnis menschlicher Intervention? Sind die Amerikaner wieder einmal die Bösen, die die Welt vergiften – oder versuchen sie gar, den Planeten vor dem Klimakollaps zu bewahren? Tatsache ist die Existenz des so genannten „Welsbach-Patents“6, das eine Reduktion des Treibhauseffekts durch die Verteilung von Aluminiumoxidpartikeln und Bariumsalzen in der Atmosphäre vorsieht. Laut der Patentschrift erfolgt eine Reaktion der Partikel mit den CO2-Gasen, wobei infrarote Strahlung in den Weltraum abgeleitet wird. Dadurch soll die Erd erwärmung verringert werden, ohne gleichzeitig den Ausstoß von CO2 zu reduzieren. Das Verfahren wurde von den Wissenschaftlern David Chang und I-Fu Shih in dem von Edward Teller7, dem Vater der Neutronenbombe, gegründeten Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien entwickelt und 1991 für das US-Unternehmen Hughes Aerospace zum Patent angemeldet (US-Patentnummer 5,003,186). Mittlerweile firmiert die von Howard Hughes gegründete Company unter dem Namen Boeing Satellite Systems – und ist einer der Hauptlieferanten des amerikanischen Militärs und der NASA. Teller empfahl zwischen 1994 und 1998 Welsbach-Pilotversuche, zuerst über US-Gebiet, dann über dem Territorium „befreundeter Staaten“. Diese Aussage deckt sich mit der von Oberstleutnant Michael Ruess, der bei der Deutschen Bundeswehr für Bürgerfragen zuständig ist; ihm sind Experimente mit Metalloxiden im Bereich der Klimaforschung über definierten Gebieten bekannt.8

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Abb. 3: Früher Abend: Ein Chemtrail oder Kondensstreifen hat sich geöffnet, ein weiterer entsteht gerade.
Foto: Chris Haderer; Wien, September 2004

Der Treibhauseffekt wird durch Treibhausgase (Kohlendioxid, Methan, Stickoxide oder halogenierte Kohlenwasserstoffe) verursacht, die für die kurzwellige Sonnenstrahlung viel durchlässiger sind als für die langwellige Wärmeabstrahlung der Erde. Dadurch kommt es zu einer Erwärmung der Atmosphäre. Insofern ist der Treibhauseffekt ein notwendiger Vorgang, da die Erdoberfläche andernfalls zu kalt für die Entstehung höherer Lebensformen gewesen wäre. Durch die Verwendung fossiler Brennstoffe steigt jedoch die CO2-Dichte in der Atmosphäre. Die Folge ist eine zunehmende Erwärmung der Luft, die das Weltklima beeinflussen kann (und dies bereits tut). Die Bandbreite der Szenarien reicht vom Abschmelzen der Polkappen bis zum Zusammenbruch des Nordatlantikstroms. Die im Kioto-Protokoll festgelegte Reduktion des CO2-Ausstoßes sollte eine langfristige Maßnahme darstellen, die nur durch eine Abkehr von fossilen Brennstoffen erzielt werden kann. Leider halten sich nicht alle Staaten daran. Statt dessen widmet sich die Forschung der „Notfallmedizin“, wie der Ausbringung von Algen in den Meeren – oder eben der Verbreitung von Metallpartikeln in der Luft.

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Abb. 4: Mehrere verdächtige Formationen auf einen Blick: Die Kondensstreifen bleiben über längere Zeit stabil und öffnen sich langsam zu nebelartigen Formen.
Foto: Chris Haderer; Wien, Juli 2004

Kondensstreifen bilden sich normalerweise in einer Höhe von etwa 10.000 Metern, wenn die heißen Abgase von Flugzeugtriebwerken Eiskristalle zu Dampfspuren kondensieren. Je nach Feuchtigkeitsgehalt der Umgebung können die Kondensstreifen mehr oder weniger intensiv ausfallen – was für den bekannten deutschen Wetterexperten Jörg Kachelmann ein deutliches Zeichen dafür ist, daß es „Chemtrails nicht gibt“. Seiner Ansicht nach sind die seltsamen Himmelserscheinungen vielmehr „ganz gewöhnliche Kondensstreifen mit mal mehr, mal weniger Ausbreitungslust. Was halt Kondensstreifen so tun in sieben bis zwölf Kilometern Höhe, wenn es mal feucht, mal weniger feucht rundum ist.“9 Dieser Ansicht widersprechen die von Chemtrails gebildeten Formationen: „Die Gitterstrukturen und Bögen, die gesichtet werden, entsprechen nicht immer den Luftstraßen. Hinzu kommt, daß nicht alle Flugzeuge Spuren hinterlassen“, erklärt Gabriel Stetter (Abb. 3 und 4).

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Abb. 5: Sprühaktion der US-Streitkräfte mit dem Dioxin-Gift „Agent Orange“ in Vietnam. Foto: Archiv

Laut William Thomas wurde die „Methode zur biophysikalischen Reduktion der globalen Erwärmung“ im Jahr 2000 dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) präsentiert – und von der Mehrheit der Klimaforscher als praktikabel abgesegnet. In dem ein Jahr später vom UNOKlimaforschungsgremium herausgegebenen Report „Klimawandel 2001 – Schadensbegrenzung“10 ist dann auch tatsächlich von der Möglichkeit die Rede, die zunehmende Erderwärmung durch das Sprühen verschiedenster Partikel zu reduzieren. „Diese Konzepte des Geo-Engineering werden in unseren Untersuchungen berücksichtigt, da sie eine erfolgversprechende Herangehensweise darstellen, um Veränderungen im globalen Klima zu mildern“, heißt es im Bericht. Auch das oft beobachtete „Ausbleichen“ des Himmels wird dort thematisiert – als Risiko für eine vorzeitige Entdeckung der Sprühversuche durch die Öffentlichkeit: „Zwei der Hauptprobleme früherer Vorschläge bildeten die mögliche Veränderung der chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre, sowie des Verhältnisses zwischen diffuser und direkter Sonneneinstrahlung und die damit einhergehende Weißlichfärbung des Himmels. Die Vorschläge von Teller (et al) lassen nun annehmen, daß die Lage, das Streuungsverhalten und die chemische Reaktionsfähigkeit des Streuguts im Prinzip so aufeinander abstimmbar sind, daß diese beiden Befürchtungen auf ein Minimum reduziert werden.“

Das Gesetz entscheidet im Zweifelsfall für den Angeklagten. Grundlage dafür ist die sogenannte „Unschuldsvermutung“, die dafür sorgt, daß jemand so lange als unschuldig gilt, „bis seine Schuld bewiesen ist; verbleiben Zweifel, weil einzelne Argumente dafür, andere aber dagegen sprechen, ist er im Zweifel freizusprechen (Grundsatz „in dubio pro reo“).“11

Aufgrund der bisher bekannten Tatsachen wäre die Existenz von Chemtrails vor Gericht nur schwer beweisbar – auch wenn das Versprühen chemischer Substanzen eine lange Tradition hat. Abgesehen vom Einsatz chemischer Kampfstoffe (wie etwa bei den „Entlaubungsflügen“ der Amerikaner in Vietnam mit dem Dioxin-Gift Agent Orange; Abb. 5) werden beispielsweise seit den 50er Jahren offiziell Experimente mit der „Impfung“ von Wolken mittels Silberiodid12 durchgeführt. Dabei werden aus einer mit Silberiodid versetzten Acetonlösung stammende Salze frei, die sich mit den Eiskristallen der Wolken verbinden, schmelzen und als „künstlicher Regen“ am Boden ankommen. Diese gezielte Form der Wettermanipulation, mit der auch Schnee hergestellt werden kann, wird mittlerweile in 25 Ländern der Erde mit speziell ausgerüsteten Flugzeugen durchgeführt. Allein in den USA gibt es 15 Unternehmen, die auf Bestellung Regen frei Haus liefern. In Europa werden Wolken vor allem zur Vermeidung von Hagelschauern mit Silberiodid geimpft, wobei solche Verfahren vor allem in Weinbaugebieten angewendet werden, wo regelmäßig mit witterungsbedingten Schäden zu rechnen ist (Abb. 6 und 7).

Wenn aber das Versprühen chemischer Substanzen seit über 40 Jahren zum Alltag gehört – was macht es dann so schwer, an Chemtrails zu glauben? Und warum ist das Ausbringen von Chemikalien am Himmel ein Geheimprojekt, das außerhalb des Wahrnehmungshorizonts der Bevölkerung stattfinden muß? Gabriel Stetter unternimmt den Versuch einer Erklärung: „Das Versprühen der Chemtrails verstößt gegen zahllose internationale Umweltschutzbestimmungen, beziehungsweise es kollidiert mit grundlegenden Fragen der nationalen Souveränität, sowie Fragen bezüglich des Schutzes des eigenen Luftraumes“, hält er in seinem Artikel „Die Zerstörung des Himmels“13 fest. „Hinzu kommen schwerwiegende Fragen bezüglich der rechtlichen Haftung bei Nachweis von Schäden an Mensch und Umwelt. Aufgrund der Tragweite der so entstehenden Probleme empfiehlt sich daher naturgemäß eine heimliche Vorgehensweise, die notfalls mit einer Strategie der ‚plausible denial‘ in der Öffentlichkeitsarbeit gekoppelt wird.“

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Abb. 6: Sturm- und Hagelwolken über Yokohama. Die Stadt wird von taubeneigrossen Hagelkörnern „beschossen“. Naturphänomen oder Manipulation? Quelle: Achikochi, http://www.vincentvds.net/blog/archives/2004_07.html

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Abb. 7: Das Ausbringen von Silberiodid zur Hagelbekämpfung ist kein Geheimnis. Auch Tagesmedien berichten von der „kleinen Wettermanipulation.“ Quelle: KURIER, 4. 11. 2001

Wer sich mit Chemtrails beschäftigt, wird recht bald feststellen, daß es auch im deutschsprachigen Raum kaum Print-Publikationen gibt, die über das Verbreiten von Verschwörungstheorien hinausgehen. Die Mehrzahl der Veröffentlichungen beschäftigt sich mit Chemtrails als Waffe zur Vernichtung der Menschheit. Der erste Eindruck, bei dem Phänomen handle es sich vor allem um eine Idee paranoider Zeitgenossen, liegt also nicht allzu fern. Dennoch gibt es Indizien und Materialien, die so deutlich für die reale Existenz von Chemtrails sprechen, daß man darüber nachdenken sollte, warum öffentlich so wenig über das Thema nachgedacht wird – zumal Tatsachen existieren, die den Chemtrail-Indizien zusätzliches Gewicht verleihen. So erhob beispielsweise die Stadtverwaltung von Aigina/Piräus in Griechenland im Juni 2003 aufgrund des Versprühens gesundheitsgefährdender chemischer Substanzen und Aluminiumpulver aus Flugzeugen eine Klage „gegen unbekannt“.14 Die Existenz von Chemtrails wurde auch von halboffizieller Stelle bestätigt: Bei einer öffentlichen Anhörung im Juni 2003 gab der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Dennis Kucinich die Durchführung eines Chemtrail-Sprühprogramms zu. Das Wissen darüber habe er durch Einsicht in vertrauliche Akten der amerikanischen Air Force erlangt, da er im Kongreß 2002 eine Kommission geleitet hatte, die ein Verbot weltraumgestützter Waffensysteme forderte.15

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Abb. 8: „Fiddler on the Roof 2005“: Tausende Mobilfunksender sind eine permanente Elektrosmog-Quelle, der man sich nicht entziehen kann. Foto: Chris Haderer, Wien 2003

Insgesamt beschränkte sich die deutschsprachige Berichterstattung über Chemtrails bislang auf verschiedene Internet-Publikationen sowie Veröffentlichungen in Special-Interest-Magazinen aus der esoterischen und weltverschwörerischen Ecke. Erschwerend kommt hinzu, daß Chemtrails ein Thema sind, dem der Hauch des Unglaublichen anhaftet und das auch aus diesem Grund gerne als Hirngespinst abgetan wird. Die nicht wirklich vollständig erklärbare Technik des „Quanten-Beamens“, die von Prof. Anton Zeilinger an der Universität Innsbruck unter medialer Beobachtung ständig weiterentwickelt wird, akzeptieren wir als real; daß Regierungsorganisationen – aus welchen Gründen auch immer – Chemikalien am Himmel versprühen, mutet hingegen unglaublich an. Es scheint einen kollektiven Mechanismus zu geben, der unsere Rezeption von Technologie und ihren Möglichkeiten steuert, eine Art Glaubensrichtung, die im Hinterkopf der Medienmacher mitbewertet, was wir für machbar halten dürfen und was nicht.

Als Blaupause für die Berichterstattung über Chemtrails hat sich der Mobilfunk herausgestellt (Abb. 8). Die auf Mikrowellen basierende Telephonie-Technologie wird von ihren Betreibern zwar als unbedenklich dargestellt, jedoch gibt es allein in Österreich 700 Bürgerinitiativen, die ein deutliches Gefahrenpotential in ihr sehen. Dennoch ist in den Medien davon so gut wie nichts wahrzunehmen. Die Palette der möglichen Mobilfunkfolgen ist groß und reicht von simplen Schlafstörungen bis zu möglicherweise letalen Krebserkrankungen, wie der „Freiburger Appell“16, zu dem sich mehr als 300 deutsche Ärzte zusammengeschlossen haben, behauptet.

Die Parallelen zum Chemtrail-Phänomen sind unübersehbar: Trotz des großen Gefahrenpotentials taucht das Thema in den Medien kaum auf und eine öffentliche Diskussion findet praktisch nicht statt. Die Bedenken besorgter Bürger werden als kindische Ängste hingestellt und durch Gegengutachten „zerstreut“. Für die Anhänger von Verschwörungstheorien ist dieses Ignorieren des Chemtrail-Phänomens ein deutliches Zeichen für eine „Des informationskampagne“, wie der amerikanische Chemtrail-Aktivist Ken Welch auf seiner Website17 behauptet. „Desinformations-Internetseiten präsentieren tatsächlich Bilder von Spuren chemischer Sprühaktionen und behaupten frech, es seien Kondens streifen. … Demzufolge erzählen die Desinformations-Kanäle den Menschen, daß Chemtrails eigentlich ein Problem der Umweltverschmutzung seien, das von einer plötzlichen und geheimnisvollen Umstellung auf hochgradig umweltverschmutzende Flugzeugmotoren herrühre (das Gegenteil ist der Fall) und von einer sechs fachen Erhöhung des Handelsflugverkehrs [hier handelt es sich offensichtlich um einen Übersetzungsfehler; im Original ist wahrscheinlich der kommerzielle Luftverkehr gemeint; Anm. der Autoren], die scheinbar aus keinem erkennbaren Grund über Nacht geschah.“18

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Abb. 9: Noch immer gelten die wahren Hintergründe der Ermordung von John F. Kennedy als Rätsel. Das Bild zeigt den US-Präsidenten, der das Mondfahrtsprogramm startete, im Jahr 1960 mit Jacqueline Kennedy bei der Verleihung des „Magnificat Award“. Foto: Archiv

Die Spuren am Himmel sind also ein Phänomen, das (vorerst noch) in jede Richtung gedeutet werden kann – und wird. Das Bemerkenswerte daran: Je länger dieses Phänomen bekannt ist, desto komplexer werden die Deutungsversuche, auch ohne neue Fakten. Anfangs wurden Chemtrails als sichtbare Manifestation konzertierter Sprühaktionen zur Wettermanipulation gehandelt. Mittlerweile gehen manche Verschwörungstheorien aber auch davon aus, daß es sich dabei um eine Waffe handeln könnte (im Zusammenspiel mit dem in Alaska betriebenen „Atmosphärenheizer“ HAARP, von dem später noch die Rede sein wird) oder um den Versuch, ganze Landstriche gezielt biologisch zu kontaminieren.

Die unterschiedlichen Verschwörungstheorien haben eines gemeinsam: Sie lassen sich selbst mit den besten Argumenten nicht aus der Welt schaffen – weil ein schlüssiger Gegenbeweis gleichzeitig als Zertifikat für die Echtheit der Theorie gewertet wird. Verschwörungstheorien gibt es, seit Menschen kommunizieren und Pläne schmieden; die 9/11-Attentate haben dann nur noch etwas Öl in die seit der Ermordung von John F. Kennedy und der „fingierten“ Mondlandung lodernden Feuer der Verschwörungsbranche gegossen. Mit dem Ende des Maya-Kalenders im Jahr 2012 und diversen kosmischen Konstellationen ist zusätzlich auch ein aktuelles Weltuntergangsszenario zur Hand, in das sich das Chemtrail-Phänomen aus verschwörungstheoretischer Sicht bestens einfügt. Die Bandbreite reicht, wie erwähnt, von der Rettung der Welt bis zur Vernichtung der halben Menschheit, um eine neue Weltordnung zu etablieren. Unabhängig von manchen ins Esoterische gleitenden Interpretationsversuchen (mit denen sich die Kapitel am Ende dieses Buches befassen) kristallisierte die amerikanische Chemtrail-Aktivistin Holly Deyo drei mögliche Ansatzpunkte für die Sprühaktionen am Himmel heraus: „Wettermanipulation, Massenimpfung und Bevölkerungsreduktion“19 – wobei ihr das dritte Szenario am wenigsten wahrscheinlich vorkommt. In den USA hält die Aktivistin Bestrebungen der Regierung, die Bevölkerung gegen Milzbrand, Tularämie oder Brucellose (bei den beiden letzteren handelt es sich um Nagetiererkrankungen, die auf den Menschen übertragen werden können) impfen zu wollen, ebenfalls für wahrscheinlich: „Derzeit ist Milzbrand wohl die größte nationale Bedrohung, der unser Land wie auch andere Länder gegenüberstehen. Der Erreger ist leicht herzustellen, zu transportieren und anzubringen und der Tod tritt ziemlich schnell ein. Der ökonomische Schaden, der von einer Milzbrand-Attacke durch eine Terroristengruppe ausgeht, wird auf etwa 26 Milliarden Dollar je 100.000 betroffene Personen geschätzt.“ Für ein Land, das sich den „War on Terror“ als heilige Maxime auf die Fahnen geschrieben hat, ist so etwas durchaus ein Grund, ohne Wissen der Bürger für deren Sicherheit zu sorgen. In dieser Hinsicht hat die amerikanische Regierung bereits mehr als einmal Geschichte geschrieben – von den Atomversuchen an lebenden Menschen in der Wüste von Nevada bis hin zur mittlerweile nachgewiesenen Einleitung chemischer Substanzen ins Trinkwasser von US-Großstädten (Abb. 9 und 10).

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Abb. 10: Die Atombombe von Nagasaki. Sie tötete Tausende Menschen und richtete verheerende Umweltschäden an. Foto: Archiv

Auch die Dimension des angeblichen Unternehmens raubt dem Phänomen der Chemtrails viel Glaubwürdigkeit. Wer möchte schon ernsthaft von seiner Regierung annehmen, daß sie Böses im Schilde führt (auch wenn laut Robert Anton Wilson schon vor dem 11. 9. 2001 drei von vier Amerikanern davon überzeugt waren, daß ihre Regierung „regelmäßig in geheime und verschwörerische Aktivitäten verstrickt ist“20)? Während Silberiodid-Impfungen in lokal begrenzten Gebieten stattfinden, muß es sich bei den Chemtrail-Experimenten um einen globalen Feldversuch handeln, an dem sich alle dazu technisch in der Lage befindlichen Staaten gemeinsam beteiligen. Andernfalls wäre die ausgebrachte Materialmenge zu gering, um in der Atmosphäre des Planeten nicht unterzugehen.

Ein solches Projekt würde enorme Kosten verursachen, die von Toni Thayer, die bis zur Einstellung aller Aktivitäten im Jahr 2004 die leitende Direktorin der Chemtrail-Forschungsgruppe Blue Skies International21 war, jedoch relativiert werden: „Im Jahr 1997 zahlten Versicherungsgesellschaften 92 Milliarden Dollar für die Ansprüche aus, die mit der Wetterkatastrophe22 zusammenhingen. Edward Teller behauptete, daß sein Wettermanipulationsprogramm jährlich nur eine Milliarde Dollar kosten würde.“23 Das allein ist für Thayer mehr als nur ein Indiz, daß ein derartiges Programm nicht erst entwickelt wird, sondern bereits in großem Stil läuft – eine Meinung, von der die Aktivistin nicht abrückt, obwohl sie nicht von jedermann geteilt wird. So sind Chemtrails beispielsweise für Oliver Korschill von den Wiener Grünen nicht ganz ernst zu nehmen. Nach einer Internet-Recherche habe er „keine klaren Hinweise gefunden, daß es sich dabei um eine ernsthafte Sache handelt“, zieht er Resümee. „Ich neige eher dazu, das als Verschwörungstheorie zu bewerten.“24

Der in Wien beheimatete Umweltdachverband nähert sich dem Problem von einer realistischen Seite. „Das Problem der Chemtrails ist natürlich auch uns bekannt, und es reiht sich nahtlos in eine ganze Reihe jener Strategien ein, bei denen durch den Einsatz neuer Technologien versucht wird, die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern bzw. aufzuhalten“25, wird aus der Wiener Alser Straße verlautbart. „Ebenso wie die große Ausbringung von Düngemitteln zur Förderung von Algenwachstum und damit der Bindung von CO2 lehnt der Umweltdachverband diese Methoden entschieden ab.“ Die Umweltorganisation Greenpeace hat zumindest schon einmal von Chemtrails gehört, ohne sich aber mit ihnen zu befassen: „Greenpeace ist nicht die Organisation, die sich um die Verifizierung eines vermuteten Phänomens kümmern kann“, hält Cyrill Studer, Verantwortlicher für Klima und Verkehr bei Greenpeace Schweiz, in einem internen Memo fest.26 Und in einer Presseerklärung von Greenpeace Hannover heißt es: „Es gibt verschiedentlich Projektideen, die sowohl eine eigenständige Versprühung von Chemikalien als auch die Beimischung in den Treibstoff von normalen Passagiermaschinen vorschlagen. Ob es in Deutschland tatsächlich zu einer Realisierung gekommen ist, ist sehr fraglich.“27 Für Toni Thayer hingegen ist klar, daß es kaum Regionen gibt, die von Sprühaktionen ausgenommen sind. Zu den „bestversorgten“ Gegenden gehören ihren Recherchen nach „die meisten Gebiete in den USA, Kanada, Europa und England … ‚ einschließlich solcher Regionen, in deren Luftraum sich keine Handelsluftlinie [Übersetzungsfehler – s. o.; Anm. d. Autoren] befindet. Seit kurzem berichten auch Australien, Mexiko, Südafrika, die Bahamas, Puerto Rico und Kroatien von Chemtrail-Sprühaktionen“28 (Abb. 11).

Allerdings: „Keine Regierungsvertretung irgendeines Landes bestätigt, daß Sprühaktionen vorgenommen werden“, weiß Thayer. „Meistens werden entsprechende Anfragen ignoriert. Die US-Luftwaffe hat erklärt, daß sie routinemäßig Brennstoff über bewohnten Gebieten abläßt, um vor den Landungen Gewicht zu reduzieren. Vor kurzem hat die Umweltschutzvertretung erklärt, daß es sich um das Versprühen von Pestiziden handeln könnte. Im Allgemeinen gehen Beamte mit dem Argument erhöhten Handelsluftverkehrs darüber hinweg. Dies läßt jedoch die Frage offen, weshalb in Gebieten ohne Handelsfluglinien ebenfalls diese lang anhaltenden Streifen beobachtet werden. Manchen Bürgern wurde von Regierungsseite gesagt, daß sie Stillschweigen darüber bewahren sollten“, faßt Thayer ihre Erkenntnisse recht dramatisch zusammen – und führt weiter aus: „Wolkenbücher bestätigen, daß seit 1960 Tests durchgeführt werden. Alte Fotografien zeigen sporadische CTs, die sich auf die frühen 70er Jahre datieren lassen, und deren Aktivität in den 80er Jahren stetig zunahm. Seit 1998 haben Bürger in der ganzen Welt fast täglich Sprühmuster mit durchschnittlich einem ‚klaren‘ Tag pro Woche dokumentiert. Wir haben uns alle an diese Veränderungen gewöhnt, da sie sich Schritt für Schritt vollzogen haben und wir hielten sie für normal. Jüngere Generationen haben niemals ein normales Wetter und normale Wolken erlebt.“

Für die Münchner Stadträtin Mechthild von Walter sind Chemtrails keine Überraschung: „Das Strickmuster dieses Vorgehens ist bekannt“, sagt sie. „Erst wird durch Profitmaximierung Schaden angerichtet, dann der Versuch unternommen, den Schaden mit erneuter Profitmaximierung – teilweise – zu beheben. Auf der Strecke bleiben unsere Mitwelt, die Gesundheit und die Lebenschancen von uns und den kommenden Generationen.“29

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Abb. 11: Das von einem Piloten in der Luft aufgenommene Bild zeigt eine ungewöhnliche Streifen- und Schlierenbildung. Kondensstreifen sehen in der Regel anders aus.
Foto: Ziyad Haik (HAIKFZ@aol.com)

Zwischenspiel – ein fiktives Szenario für 2005:

Es ist ein Jahr mit einem Sommer ohne Höhepunkte, ohne Überschwemmungen oder Feuersbrünste, mit anderen Worten: eine Niederlage für die Medien. Doch plötzlich zieht eine Nachricht immer weitere Kreise. Während die Einwohner deutscher Großstädte über Atemwegsbeschwerden zu klagen beginnen, schlägt auch das Wetter im Einzugsgebiet der Städte kleine Kapriolen. Die lokalen Medien berichten von unerklärlichen Temperaturstürzen. Die Atemwegserkrankungen häufen sich. Plötzlich ist von den Nebenwirkungen des Fallouts so genannter „Chemtrails“ die Rede und die Schlagzeile eines Boulevardblatts titelt: „Werden wir vom Himmel verseucht?“. Satellitenaufnahmen von NASA und NOAA zeichnen ein dramatisches Bild. Sie zeigen einen von Kondensstreifen bedeckten Globus, auf dem die Wolken in der Minderheit sind. Chemtrails? Mehr und mehr besorgte Bürger melden sich in den Redaktionen der Nachrichtenmedien und berichten von Flugzeugen mit seltsamen Kondensstreifen, einem staubartigen Fallout im Garten und auch von körperlichen Beschwerden. Tatsächlich will ein Wochenmagazin kurz darauf die Wahrheit herausgefunden haben: In der Erdatmosphäre finden international koordinierte Sprühversuche statt. Während der Volkszorn noch nach einer gemeinsamen Stimme sucht, versucht der UNO-Generalsekretär die Flucht nach vorne und bestätigt die Existenz der beobachteten „Chemtrails.“ Sie entstehen durch das Ausbringen chemischer Substanzen in der Luft, entweder als Beimengung zum Flugzeugtreibstoff oder als Aerosol. Bei den aufgetretenen Gesundheitsbeschwerden handle es sich um „Nebenwirkungen“, deren Ausmaß unterschätzt worden sei. Der UNO-Generalsekretär betonte die internationale Kooperation, die das Projekt überhaupt erst möglich gemacht habe, denn das Ziel sei die Rettung des Planeten vor dem drohenden Klimakollaps. Durch die Partikel könne der Treibhauseffekt gemildert und der Planet an einer Katastrophe vorbeigesteuert werden – was der Menschheit die nötige Zeit verschaffe, Alternativen zu fossilen Brennstoffen, Benzinmotoren und kalorischen Kraftwerken zu erfinden. Große Hoffnung, so der UNO-Generalsekretär, setze man dabei in Wasserstoffmotoren und Brennstoffzellen, die eine nahezu unerschöpfliche Möglichkeit zur Energiegewinnung böten.

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