Inhalt

Was heute bleibt,
ist Alltag

Was heute bleibt,
sind Fragen

Was heute bleibt,
ist Angst

Was heute bleibt,
ist Erschöpfung

Was heute bleibt,
ist Unruhe

Was heute bleibt,
sind Bitten

Was heute bleibt,
sind Träume

Was heute bleibt,
ist Hoffnung

Was heute bleibt,
ist Freude

Was heute bleibt,
ist Dank

Was heute bleibt,
ist Alltag

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Alles völlig normal

dieser tag

war nichts besonderes

alles völlig normal

wie immer eben

er versinkt im einerlei

im grau in grau der ungezählten zeit

reiht sich ein in gleichgültigkeit

wird vergessen noch ehe er war

er hinterlässt keine spur

keine neuigkeit

keine veränderung

nur mich

bei dir

Mittendrin

komm zu mir in mein

ich weiß nicht wie

ich schaff das schon

ich kann nicht mehr

schieb die kontoauszüge zur seite

das hausaufgabenheft

und die kartoffelschalen

komm zu mir

zwischen meine eile

die betriebsamkeit

ansprüche und zukunftssorgen

setz dich auf ein gutes wort

einen schluck wein

und einen langen blick

dann kann ich morgen

wieder weiter leben

mittendrin

Für einen Augenblick ganz

ich will nicht lesen

und nebenher fernsehen

ich will nicht kochen

und nebenher telefonieren

ich will nicht kaffee trinken

und nebenher rennen

in einer sitzung

nicht eben noch mails checken

in einem gespräch

nicht in gedanken schon weg sein

ich will nicht leben

und gar nicht dabeibleiben

ich will nicht alles gleichzeitig tun

jedenfalls nicht heute abend

jetzt will ich einfach nur da sein

für einen augenblick ganz

Gott sucht mich da, wo ich bin

Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. In dieser Nacht aber fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen. Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst!

Johannesevangelium 21,3–7a.9–12a

Jesus ist fort und der ganz normale Alltag wieder da. Die Jünger sind nach seinem Tod immer noch Fischer, sie gehen wieder ihrer Arbeit nach, was sollten sie auch sonst tun? Eine dieser traurigen Nächte lang schuften sie ohne Erfolg. Ihre Netze bleiben leer. Da steht am frühen Morgen einer am Ufer und ruft. Ob sie etwas gefangen hätten? Nein, rufen sie zurück, ohne zu wissen, wer da etwas von ihnen will. Der Jünger, den Jesus liebte, heißt es, erkennt ihn zuerst. Liebe macht eben nicht blind, sondern hellwach. Das Ende vom Lied ist ein gemeinsames Frühstück. Der Auferstandene isst mit seinen Freunden.

Eine seltsame, aber ermutigende Geschichte: Selbst die Jünger, die so dicht dran sind am Großartigsten, das jemals geschehen ist, kennen Alltag. Ein Feuer brennt, Brot ist da, frisch gefangenen Fisch – ihrer Hände Arbeit – bringen sie mit. Und der, der Gottes Sohn ist und eben den Tod überwunden hat, frühstückt mit ihnen. Könnte heißen, Jesus sucht mich da, wo ich bin. Hier, nicht irgendwo anders.

Warteschleife

im

warten

geschieht

etwas

warten

verwandelt

Einkaufswunschzettel

wie so oft schreib ich auf

was wir brauchen zum leben

geh los mit leeren taschen

und einem überfüllten kopf

such alles zusammen

das eine hier jenes dort

das darf ich auf keinen fall vergessen

krame in sonderangeboten

stelle mich an die kasse und denke mir

könnt ich nur kaufen zuversicht

vertrauen ganz frisch

für alle ein bisschen sorglosigkeit

heute bring ich euch extra mit

gottes guten geist

wir wären versorgt

Geschenkt

du hast ein ganzes leben

über kurz oder lang

gehört es dir

einfach geschenkt

du kannst dich daran freuen

jederzeit

es ist immer alles

selbst wenn vieles fehlt

Aufräumarbeiten

Das Passafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hi­nauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!

Johannesevangelium 2,13–16