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Gesund und glücklich mit dem Erfolgsprogramm des Bestsellerautors

ISBN: 978-3-453-12002-0

ISBN: 978-3-453-20044-9

eISBN: 978-3-641-12595-0

ISBN: 978-3-453-12093-8

eISBN: 978-3-89480-435-0

ISBN: 978-3-453-60347-9

eISBN: 978-3-641-17962-5

ISBN: 978-3-453-60348-6

eISBN: 978-3-641-15539-1

ISBN: 978-3-453-20063-0

eISBN: 978-3-641-14099-1

ISBN: 978-3-453-20064-7

eISBN: 978-3-641-14098-4

ISBN: 978-3-453-20110-1

eISBN: 978-3-641-17694-5

Dr. med. Ulrich Strunz
www.strunz.com

Leseproben unter www.heyne.de

IMPRESSUM

HAFTUNGSAUSSCHLUSS

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Originalausgabe 04/2016

Copyright © 2016 by Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München

REDAKTION: Marion Grillparzer, München

LEKTORAT: Ina Raki, Bruckmühl

GESAMTGESTALTUNG UND SATZ: E DESIGN, Astrid Reinbacher, Palma de Mallorca

BILDNACHWEIS: Covermotiv sowie Fotos im Innenteil: Marion Grillparzer; außer: Bild 1: Kay Blaschke; Bild 2: Dollar Photo Club: Ennira; Bild 3 links: Anne Engel, Bild 4 rechts: privat; Bild 5: Astrid Reinbacher

ILLUSTRATIONEN: Dollar Photo Club: missbobbit; Astrid Reinbacher

E-BOOK HERSTELLUNG: JB

E-BOOK PRODUKTION: Vera Hofer

ISBN: 978-3-641-18890-0
V002

www.heyne.de

Das Geheimnis aller schlanken Menschen

Essen Sie genetisch korrekt, bewegen Sie sich wie Ihre Urahnen – und entspannen Sie sich so, wie es in Ihren Genen steht. Starten Sie Ihr genetisch korrektes Leben mit der Drei-Stufen-Diät für Kopf und Körper. Spüren Sie, wie Sie aufwachen, wie all die Zipperlein verschwinden, wie Sie täglich jünger werden – und ja, auch schlanker. Viel Spaß dabei!

Alle reden immer von Lifestyle. Und dass der richtige jung hält, gesund hält, schlank hält. Und was ist der richtige? Die längste Lifestyle-Studie, die ich kenne, begann etwa vor etwa 2,5 Millionen Jahren und endete vor 15 000 Jahren. Sie umfasst die Zeit, als der Mensch groß wurde. Stattlich. Als er trotz täglich großer körperlicher Anstrengung durch lange Perioden von Dürre, Hunger und Entbehrung gehen musste. Zäh wurde, ausdauernd wurde. Das kann man heute subsumieren unter dem Namen Paleo-Lebensweise. Genetisch korrekt. Erst als sich unsere Vorfahren davon verabschiedeten, Jäger und Sammler zu sein, sich als Bauern am Acker niederließen, Getreide pflückten und Kühe molken, erst dann ersetzten sie wertvolle Muskulatur durch Fett.

Genetisch korrekt essen

Und was hat der Mensch damals gegessen? Professor L. Cordain, Physiologe an der Colorado State University weiß: Auf dem Speiseplan des Steinzeitmenschen standen: Fleisch, Schalentiere, Fisch, Eier. Dazu freilich: Blätter, Kräuter, Pilze, Nüsse – und ab und zu eine Esskastanie oder eine Wurzel. Und, das lesen Sie jetzt nicht so gern: Auch Insekten, Larven, Würmer dienten als Proteinquelle. Die sind noch nicht integraler Bestandteil der modernen Paleo-Diät. Noch nicht.

Mageres Fleisch von wilden Tieren war also Hauptbestandteil der Ernährung. Dieses Fleisch enthielt wenig gesättigte Fettsäuren und viele langkettige Omega-3-Fettsäuren. Getreide gab’s in der Steinzeit nicht. Klar, es wuchsen da und dort ein paar Wildgräser, die heute in der Paleo-Küche die Nudel ersetzen: Quinoa oder Amarant. Es gab keinen raffinierten Zucker, nur ganz selten etwas Honig. Steinzeitmenschen konnten keine Milchprodukte essen. Ganz klar: Auch Ihnen würde es kaum gelingen, ein großes wildes Tier lebend zu fangen und es dann auch noch zu melken! Kohlenhydrate lieferten ausschließlich wilde Früchte und Gemüse. Deshalb aß der Mensch zu der Zeit sehr viel weniger Kohlenhydrate. Und auch keinen hoch verarbeiteten Industriemüll. Es gab kein antibiotika- und hormongetränktes Mastfett. Sondern wildes, bewegtes Fleisch. Von Antioxidantien, Ballaststoffen Vitaminen und Phytaminen nahm der Mensch in der Steinzeit mehr auf als wir heute. Gutes Essen und viel Bewegung schützten ihn vor Übergewicht, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Alzheimer. Er befand sich, wie der Säugling heute noch, die meiste Zeit in der Ketose. Das ist sozusagen ein Fastenmodus des Körpers, der wach macht, der schlank macht, der gesund macht. Das nennt man genetisch korrekte Kost. Essen, das zu uns passt. Zu unseren Genen.

Genetisch korrekt bewegen

Heißt: die Antilope jagen. Zur Frucht hochhüpfen. Die Wurzel rausziehen. Dem Mammut eine überbraten. Auch hierzu gibt es völlig neue Erkenntnisse. Hart, aber herzlich schützt die Zellen vorm Altern. Ein neues Bewegungsprogramm setzt auf den leistungskräftigen Muskel – und der muss auch elastisch sein. Das Spannende: Trainieren Sie nicht mehr so stur und regelmäßig, sondern bewegen Sie sich so, wie unsere Vorfahren es taten – „nach Bedarf”. Einmal muss man hinterm Wildschwein herrennen, ein anderes Mal muss man es tragen, dann gab es wieder tagelang nichts. Das Ganze kann man sehr, sehr modern gestalten mit HIIT-Training, Faszientraining, Bewegungsmeditation. Unser Programm finden Sie hier.

Genetisch korrekt entspannen

Was hat der Steinzeitmensch getan, nachdem ihm der Säbelzahntiger so richtig Stress gemacht hatte? Der hat erst einmal tief ausgeatmet. Sich dann in die Gabelung eines Baumes gelegt – und tief geschlafen. Und wunderbar geträumt. Das tun wir natürlich auch. Auf moderne Art und Weise. Ganz ohne Baum. Wir nutzen die Kraft der Gedanken. Oder der Nichtgedanken. Unglaublich, was die Neurowissenschaft über Meditation und Übergewicht herausgefunden hat. Ich nenne das nur anders. Ich nenne das Träumen. Und zeige Ihnen, wie man es optimal im Leben einsetzt. Und wieso dieses Träumen die beste Schlankmedizin ist. Wie es geht, das lesen Sie ab hier. Das Leben ändert sich nämlich durch Bilder, genau dann, wenn ich als Arzt es schaffe, nicht nur Ihrem linken, sondern auch Ihrem rechten Gehirn zu signalisieren, dass der Mensch ursprünglich als gesundes, schlankes, fittes, fröhliches Wesen gedacht war. Und dass Ihr Leben immer dann, wenn Sie nicht dieses Wesen sind, von diesem Bild abweicht. Wenn Sie wieder dieses fröhliche gesunde Wesen werden wollen, brauchen Sie nur zu versuchen, „genetisch korrekt zu leben”.

1

Lebenslust und Lebensfreude steigen

2

Die Haut wird straffer, verjüngt sich

3

Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Kreativität nehmen zu

4

Die sportliche Leistungsfähigkeit steigt

5

Dumm wie Brot? Nö! Sie beugen Vergesslichkeit und Demenz vor

6

Sie strotzen vor Energie

7

Genetisch korrekt essen – tut gut und schmeckt gut

8

Jede Körperzelle wird entgiftet

9

Sie entschlacken und verlieren überschüssiges Gewebswasser

10

Die Fettverbrennung beschleunigt sich

11

Heißhungerattacken gehören der Vergangenheit an

12

Ihr Körper bleibt dank hormoneller und enzymatischer Veränderungen dauerhaft schlank

13

Die Leber wird entlastet, regeneriert sich

14

Gesunde Mikroorgansimen besiedeln den Darm, die schlechten ziehen aus

15

Blutzucker- und Blutfettwerte normalisieren sich

16

Das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden sinkt

17

Das Immunsystem wird gestärkt

18

Schwelende Entzündungen klingen ab

19

Arthrose, Rheuma oder Migräne lassen nach

20

Depressionen, Parkinson, Alzheimer, Folgen eines Schlaganfalls oder Gehirntraumas, ALS – all das wird gelindert

21

Ketogene Diät beugt Tumorentstehung vor und verlangsamt bei bereits ausgebrochenem Krebs das Fortschreiten

Sie brauchen nur vier Wochen, und Ihr Körper hat sich so verändert, dass plötzlich alles ganz leicht wird. Sie drehen einfach mal den Kohlenhydrathahn zu, kommen in den energetischen Stoffwechsel namens Ketose – und das ganze Leben ist plötzlich so leicht ... Der Körper arbeitet für Sie und nicht gegen Sie. Die Fettverbrennung läuft auf Hochtouren. Sie wachen morgens schon mit einem unerklärlichen Bewegungsdrang auf. Zipperlein verschwinden ...

Erste Woche: 20 Gramm Kohlenhydrate pro Tag. Innerhalb von nur einer Woche findet eine Programmänderung statt, wenn Sie in die Ketose kommen. Eine Woche lang gibt es nur Shakes und Suppen mit insgesamt 20 Gramm Kohlenhydraten pro Tag – und Sie sind in der Ketose. Das ist einfach umzusetzen. Auch während man arbeitet. Denn sowohl die Shakes als auch unsere Suppen kann man mitnehmen. Ab hier finden Sie sieben Shake-Variationen. Süß und herzhaft. Ab hier unsere leckeren Keto-Suppen. Trinken Sie ganz viel. Mindestens drei Liter pro Tag. Das schützt davor, dass die Fettabbauprodukte namens Ketonkörper uns sauer machen. Trinken Sie Wasser, Tee und – wenn Sie mögen – ein Tässchen Kaffee.

Gehen Sie in der ersten Woche täglich gemütlich eine große Runde spazieren. Und üben Sie sich schon mal im Meditieren (ab hier). Dazu ein klein bisschen Seilhüpfen oder Trampolinspringen. Ideal. Immer, wenn schlechte Laune aufkommt – und das passiert die ersten beiden Tage schon häufiger – hüpfen Sie. Die Bewegungen nach oben machen gute Laune.

Zweite bis vierte Woche: Drei Wochen mit 50 Gramm Kohlenhydraten pro Tag.

Wunderbar funktioniert das mit einer Keto-30-Mahlzeit mit nicht mehr als 30 Gramm Kohlenhydrate (siehe hier), je einem Keto-Shake und einer Keto-Suppe sowie den Keto-Snacks (siehe hier). So züchten Sie sich weitere Fettverbrennungsenzyme. Natürlich bewegen Sie sich täglich mindestens 30 Minuten. Walken, Laufen, Radfahren. Je nach Kondition. Dazu: zweimal die Woche ein High-Intensity Interval Training (HIIT) für die Muskeln. Ein Kurzprogramm, das jeder absolvieren kann, finden Sie hier. Dazu: die magischen Faszienübungen. Auch hier gilt: viel trinken, reichlich bewegen, immer wieder entspannen.

Ab der fünften Woche: zwei Gramm Kohlenhydrate pro Kilo Körpergewicht ... aber nicht mehr als 150 Gramm Kohlenhydrate pro Tag. Smoothies geben ein schnelles Frühstück – und helfen über Zeiten, in denen Sie keine Zeit zum Kochen haben. Auch die Suppen lassen sich wunderbar vorbereiten und mitnehmen. Ab der fünften Woche wird es locker. Schlampern erlaubt! Heißt: Einmal täglich gibt es viele Kohlenhydrate, ihren geliebten OBSTSALAT – und den Rest des Tages No Carb. Der Körper übt und wird immer besser. Das ist sozusagen ein Intervalltraining, das kennen Sie aus dem Sport. Sie machen halt ein Kohlenhydrat-Intervalltraining. Jeden Tag verzichtet man bis zu 14 Stunden auf Kohlenhydrate. Man isst zwar rund um die Uhr. Aber eben keine Kohlenhydrate. Das wirkt besonders, wenn man nachts, morgens und vormittags Brot, Nudeln, Obst und Co. weglässt. Fettverbrennende Enzyme (vier Stück) wachen auf und sind für einen da – rund um die Uhr. Weiterhin viel trinken, täglich bewegen, regelmäßig entspannen.

... und ein bisschen Glauben. Kürzlich bedankte sich ein junger Mann, er würde mir „einen neuen Körper“ verdanken. 98 statt 130 Kilo. Adonis statt Normalo. Leider hat er mir kein Foto geschickt. Aber entscheidend ist eh sein eigenes Bild von sich selbst. Und wenn der sich über „einen neuen Körper“ freut, hat er gewonnen. Die Frage ist, wie er das geschafft hat. Wie er geschickt eine Anleitung in sein Unterbewusstsein geschleust hat, sich einen Glaubenssatz geschaffen hat. Den braucht man nämlich, um etwas zu verändern. Phänomenal! Ein neuer Körper immerhin.

Ich zitiere den jungen Mann: „Epigenetik heißt, Arbeitsbiene und die Bienenkönigin teilen sich ja dasselbe Genom. Unterschied: food (Gelee royale). Die Königin lebt 50 (fünfzig) mal länger (...). Also: Ernährung.“ Raffiniert. Glaubenssätze sollten auf Tatsachen beruhen. Dann wirken sie besser. Und die Wirkung von Gelee Royale ist eine Tatsache. Daraus leitet der junge Mann ab: Für mich entscheidend ist die Ernährung.

Die Ernährung zaubert mir einen neuen Körper. Und wissen Sie was? Offenbar hat er es bewiesen. Und Sie? An wen oder was glauben Sie? Schreiben Sie das gleich mal auf.

Muss man verzichten?

Nö. Man darf sogar Schwarzwälder Kirschtorte essen. Glauben Sie nicht? Hier ist das Rezept.

Schwarzwälder Keto-Kirschtorte : Wer denkt, ketogene Ernährung bedeutet Verzicht auf den heißgeliebten Nachmittagskuchen, liegt total falsch. Sogar Schwarzwälder Kirschtorte gibt es in leckerer Keto-Variation:

Für den Teig 80 g Butter schmelzen, 6 Eier unterrühren und schaumig schlagen. Dann 230 g weißes Mandelmehl, 3 EL Eiweißpulver, 4 EL Mascarpone und 2 EL Kakaopulver unterrühren. Nach Bedarf mit etwas Süßstoff süßen. Den Teig in eine Springform füllen. Den Tortenboden bei 160 Grad circa 40 Minuten backen, dann die Stäbchenprobe machen. Ist der Boden gar, erst abkühlen lassen und dann waagerecht durchschneiden (Tipp: funktioniert prima mit Zahnseide ohne Minzgeschmack oder einem Bindfaden). Einen Boden mit einem kleinen Glas Diät-Sauerkirschen belegen (ein paar aufheben zum Dekorieren später), roten Tortenguss nach Packungsanleitung mit Kirschsaft anrühren und über den Kirschen verteilen. Darauf kommt der zweite Tortenboden. 500 ml Sahne steif schlagen, nach Belieben mit Vanille und Süßstoff verfeinern, auf dem Kuchen verstreichen. Mit den restlichen Kirschen dekorieren.

... KLEINE GESCHICHTE: LEPTIN-RESET ...

Geht ein Übergewichtiger in einen Designerladen ... Und dann? Dann kauft er sich einen 5000-Dollar-Blazer. Vier Größen zu klein. Elf Monate später stattet der Mann der (damals sehr verwunderten) Verkäuferin einen weiteren Besuch ab. Der Blazer sitzt perfekt, der nackte Bauch darunter ein Waschbrett. Wer ist dieser Mann? Darf ich vorstellen: Dr. Jack Kruse, amerikanischer Neurochirurg. Der hat eines Tages festgestellt, dass er mit rund 160 Kilo (187 cm Körpergröße) ganz schön an Lebensqualität einbüßt. Und einfach sein Leben umgestellt. In elf Monaten 70 Kilo abgenommen. Wie? Per Leptin-Reset.

Leptin ist unser Ich-bin-satt-Hormon, das unserem Gehirn meldet: „Genug Steak! Das reicht!“ Die meisten Übergewichtigen leiden unter Leptin-Resistenz. Leptin kommt an. Nur seine Botschaft wird vom Hirn nicht verstanden. Folge: viel Appetit, Heißhunger auf Kohlenhydrate. Dr. Jack Kruse weiß: Um wieder Leptin-sensitiv zu werden, hilft nur: Keto. Kluger Mann! Nach sechs bis acht Wochen Keto, sagt Kruse, ist die Leptin-Sensitivität wiederhergestellt. Sensationell. Nach der Umstellungsphase geht’s los mit HIIT und Gewichtheben. Ja, auch für Frauen. Besonders für Frauen. Dr. Kruse erzählte kürzlich auf seiner Homepage: „Der Pregnenolon-Level sinkt ab dem Alter von 30 rapide ab. Dadurch lässt die Produktion von Sex-Steroiden und Wachstumshormonen nach. Muskeltraining kurbelt die Produktion an. Gewichtheben ist also das beste Anti-Aging-Mittel für Frauen.“ Heute noch hält sich Kruse streng an seine eigenen Vorschriften: mindestens 50 Gramm Eiweiß zum Frühstück. Und das übrigens innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Aufstehen. Einmal Rührei mit Bacon-Bergen und Kaffee mit Kokosöl ans Bett bitte! Das Mittagessen fällt im Idealfall aus. Abends gibt’s dann wieder Eiweiß en masse. Und HIIT-Workouts. Aber erst nach 17 Uhr. Der Mann lebt, was er predigt. Und viele tun es ihm gleich. Aber ich denke, ein bisschen mehr Genuss kann man auch als Ketarier getrost ins Leben einbauen. Und Laufen gehe ich weiterhin morgens. Auf nüchternen Magen.

Kürzlich schrieb mir ein Leser: „Nach 17 Tagen kam ich in die Ketose, und die Waage fing an sich zu bewegen. Und danach ging die Post ab, selbst, wenn ich mal Bier getrunken (mein Laster) oder ein Eis gegessen habe oder Ähnliches. Fazit: Du musst deine Bauchspeicheldrüse nur lange genug in die Reha schicken, das war’s! Und in dieser Zeit darfst du nicht den allerkleinsten Fehler machen, sonst fängst du wieder von vorn an. Sobald du dich umgestellt hast, verzeiht sie dir auch wieder die eine oder andere Sünde, aber vorher nicht!“

In die Ketose kommen heißt, in den Zustand, in dem der Körper am meisten Fett verbrennt. Das heißt auch: Aufwachen und gut gelaunt, voller Energie ans Tagwerk gehen. Ketose heilt, von Kopf bis zum großen Zeh. Denn Ketose ist vergleichbar mit Fasten. Ein Reinigungsgang durch den ganzen Körper – durch Gehirn, Blutgefäße, Leber ... Die Ketose befreit den Körper von Stoffwechselmüll. Damit unser Körper Ketone bilden kann, sollte er eine Pause von Stärke und Zucker bekommen, weil die ihn dabei stören. Deswegen beschränkt der Ketarier seine Kohlenhydratzufuhr auf 20 bis 50 Gramm. Und das ist anfangs nicht so leicht – mit den Smoothies und Suppen funktioniert das aber lecker, satt machend – und auf „standardisierte“ Art und Weise. Einfach probieren: siehe hier.

Raus aus der Zuckerfalle

Wer mich kennt, hat auch schon mal von folgender logischer Kette gehört: Kohlenhydrate > Insulin > dick > dumm > krank > tot. Ein bisschen genauer: Kohlenhydrate bringen die Bauchspeicheldrüse dazu, das Blutzuckerhormon Insulin auszuschütten. Und solange Insulin im Blut ist, stoppt die Fettverbrennung. Stoppt das Denken. Stoppt das Anti-Aging. Wächst der Ranzen und der Krebs. Und das Gegenteil davon heißt Ketose. Ketose ist ein natürlicher Stoffwechselzustand. Sobald man eine Zeit lang sehr wenig Zucker und Mehl gegessen hat, sobald das Insulin entsprechend gesunken ist, werden Ketone gebildet. Das sind Energiemoleküle im Blut, wie Traubenzucker. Nur weniger schädlich. Aber für das Gehirn und die Nerven genauso verwertbar, wie Zucker. Nun muss man sich fragen: Woher kommen Ketonkörper? Fett, also Blutfett, also der ungeliebte Bauchspeck, wird in der Leber zu Ketonen umgewandelt. Sprich: Die Ketose steigert die Fettverbrennung. Und sorgt im Gehirn für Energienachschub. Das macht hellwach, das macht kreativ, das kennen Sie vom Fasten. Am dritten Tag wachen Sie auf. Ketose steigert die Kreativität, die Höchstleistung. Das möchten Sie immer wieder erleben. Das tut gut.

Aber warum empfiehlt dann der Autor Chris Michalk Kartoffeln? Können Sie sich vorstellen, dass „richtig essen“ für jeden Menschen etwas anderes ist? Kenianische Marathonläufer ernähren sich hauptsächlich von Maisbrei. Also leeren Kohlenhydraten. Na und? Die rennen das weg. Die verbrennen das. Darum kann auch ein so kluger, bewanderter Biologe wie Chris Michalk sehr wohl Kartoffeln empfehlen. Dabei darf man halt nur nicht vergessen, dass dieser junge Mann Triathlet ist. Schneller als ich. Ich weiß, was das übersetzt in das Wort „tägliches Training“ heißt. Der steckt Kartoffeln mit links weg.

Weil ich Arzt bin, sitzen mir aber Patienten gegenüber. Wahrscheinlich massiv übergewichtig mit Diabetes- und Blutdrucktabletten. Oder völlig verkrebst. Oder im Rollstuhl mit MS. Weil das so ist, werden die von mir sehr viel über strenge Ketose hören. Über 20 Gramm Kohlenhydrate täglich. Nix Kartoffeln. Auch keine Nudeln oder übersüßes Obst. Freilich: Der junge Schweizer Amateur-Radfahrer von heute in der Praxis hat sich von mir nix über Ketose anhören müssen. Der nicht. Der hat einen Vier-Stunden-täglich-Trainingsalltag. Und Sie?

Rein in die Ketose

Also: Vor Ketose muss sich keiner fürchten. Das ist ein natürlicher Stoffwechselzustand. Den man überall auf der Welt kennt. Dort, wo nie Ackerbau betrieben wurde, hoch im Norden, wo die Inuit oder das Volk der Samen in Lappland leben, ernährten sich ganze Völker von kohlenhydratarmer Kost. Ständig. Ein Leben lang in Ketose! Und heute weiß man, genau diese Menschen litten nur ganz, ganz selten an unseren typischen Volkskrankheiten. Sie waren so gut wie frei von Krebs, frei von Herzinfarkt, frei von Demenz. Daraus folgt, vorsichtig formuliert, dass Ketose ungefährlich ist. Wenn man sie nicht mit dem hochdosierten Genuss von Industriemastschweinen macht. Sondern Samen und Nüsse und Fische und Biofleisch isst.

Angekurbelt von Fett?

Nüsse soll man essen. Den Inbegriff dickmachenden Fettes abseits von Schweinespeckbauch? Ganz wichtig! Mandeln sind von allen Nüssen in meiner Küche die Sorte mit den wenigsten Kohlenhydraten. 8,6 Prozent. Geht so. Wie alle Nüsse enthält die Mandel viel Eiweiß, 22 Prozent, aber dann … leider viel, viel Fett. 56 Prozent. Ich sage: Vorteil! Deswegen empfehle ich zwei Handvoll Mandeln pro Tag. Man wird pappsatt. Schlagartig. Das liegt natürlich am Fett. Fett lähmt den Magen. Stoppt die Peristaltik. Da wird nichts mehr transportiert. Wunderschön unter der Röntgen-Durchleuchtung zu sehen.

Ketose-Experten fordern immer viel, viel Fett. Zum Beispiel 80 Prozent. Dann würde die Ketose leichter anspringen. Stimmt natürlich. Nur: Wer beschäftigt sich mit Ketose? Übergewichtige, die ihr Fett loswerden wollen. Die ihr Fett verbrennen wollen. Und tatsächlich: Ketose heißt maximale Fettverbrennung. Stimmt. Fragt sich nur: welches Fett? Wenn Ihre Nahrung 80 Prozent Fett enthält, dann wird wohl dieses Fett verbrannt. Logisch. Und eher nicht der Bauchspeck. Darum wählt man das Fett mit ein wenig Verstand. So viel, dass es satt macht, die Magenperistaltik stoppt, aber den Körper nicht davon abhält, an den eigenen Energie-Rucksack zu gehen. Genau das sprach bisher gegen Nüsse, gegen Mandeln.

Dann kam die gute Nachricht: Die Zellen der Mandeln haben ausgesprochen harte Zellwände. Die sind der begrenzende Faktor für die Aufnahme des Mandelfettes: Eingekapselt in die Ballaststoffmatrix sind die Fette für unsere Enzyme (Pankreaslipasen) schwer zugänglich. Selbst nach gutem Kauen ist ein Großteil des Fettes immer noch eingeschlossen und entgeht der Verdauung. Verfügbar sind tatsächlich nur acht bis elf Prozent des geknabberten Mandelfettes. Wenn ich also 100 Gramm Mandeln, sprich 56 Gramm Fett, geknabbert habe, nimmt mein Darm nur etwa fünf Gramm auf. Ist sie nicht klug, die Natur? Man wird richtig satt, nimmt im Endeffekt im Dünndarm aber nur ganz wenig Fett auf. So brennt also reichlich Bauchfett weg. Man kann also ein bisschen mehr Sahne an die Suppe tun oder Kokosfett in den Kaffee.

Muss man unbedingt in Ketose sein, um Fett zu verbrennen?

Nein. In Ketose zu sein bedeutet nur, dass man Fett besonders schnell verbrennt. Ketose ist auch ein Langzeitprojekt. Wenn man sie intelligent einsetzt. Immer mal wieder. Den Körper trainiert. Der wird nämlich immer besser. Man muss nicht dauernd in der Ketose sein.

Erst mal Smoothie und Suppe. Sie genießen drei Keto-Becher am Tag – mit einem unserer Keto-Smoothies oder einer Keto-Suppe. Achten Sie pro zehn Kilogramm Körpergewicht auf mindestens 1/2 Liter Wasser oder Kräutertee. Snacken Sie kohlenhydratfrei (siehe hier). Dann baut der Körper unter dem Einfluss unseres Fastenhormons Glukagon in der Leber Fettsäuren zu Ketonkörpern um. Die drei Ketonkörper Acet-Essigsäure, Beta-Hydroxybuttersäure und Aceton können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und bilden für das Gehirn die einzige Energie-Alternative zu Zucker. Auch die Muskeln, die Leber, das Herz, der ganze Körper können diese Ketone als Energielieferanten nutzen. Sie wachen auf, verlieren Fett und gewinnen an Gesundheit. Allerdings, da muss man schon ehrlich sein, ist der Anfang hart.

Vor allem für Kohlenhydratjunkies. Für die ist das Entzug. So mancher fühlt sich schwach, müde, aggressiv, nervös, antriebslos, zittrig ... Der Kopf tut weh, es ist einem übel. Doch das dauert selten länger als drei Tage – außer man schummelt.

Q Anfangs streng: